Landstreicherleben

Vorwort Vidocqs Buch heißt „Denkwürdigkeiten“, es ist aber ein Roman. Vidocq stellt nämlich nicht, wie der echte Memoirenschreiber, mit Hilfe seiner persönlichen Erfahrung Zeitgeschichte dar, sondern wie der Romandichter an den Ereignissen der Zeit eine persönliche Geschichte. Das Buch Vidocqs ist eine der wenigen Schriften der Weltliteratur, die durch außerordentliche Zusammendrängung realer Begebenheiten der Erlebnisse eines Menschen die überpersönliche Wirkung des Kunstwerks hervorbringen. Das ist ja etwa die Wirkung der Biographie Benvenuto Cellinis. Vidocq ist ein Cellini von der Unterseite der menschlichen Gesellschaft. Aber Vidocqs Leben konnte nur in Frankreich gelebt werden, und dies Buch kann nur aus den Katastrophendünsten der französischen Revolution kommen. Der . . . weiter lesen

Erstes Kapitel – Meine Anlagen

Ich bin in Arras geboren. Da ich ewig in Verkleidungen gelebt habe, da meine Gesichtszüge sehr beweglich sind und ich eine besondere Fähigkeit habe, mich zu verstellen, so herrscht im allgemeinen einige Unsicherheit über mein Alter; es wird also nicht überflüssig sein zu erwähnen: daß ich am 23. Juli 1775 auf die Welt kam. In einem Hause, das dicht neben jenem lag, wo sechzehn Jahre früher Robespierre geboren ward. Es war Nacht. Der Regen fiel in Strömen; es donnerte. Eine Verwandte, die die schönen Aemter der Hebamme und der Wahrsagerin beide auf sich vereinte, schloß aus diesen Umständen, daß meine Laufbahn sehr stürmisch werden würde. Wie dem auch sei, so muß ich doch annehmen, daß der Himmel sich nicht ausgesucht für mich in Unkosten gestürzt hat. Und obwohl der Glaube . . . weiter lesen

Zweites Kapitel – Musik auf der Guillotine

  Als ich in die Stadt einzog, war ich ganz betroffen von dem Ausdruck der Bestürzung, der auf allen Gesichtern lag. Jeder, den ich darüber befragte, sah mich mißtrauisch an und ging schnell weiter, ohne mir zu antworten. Was mochte da nur Außerordentliches vorgehen? Nachdem ich mich durch die Menge, die sich in den düsteren, schmutzigen Straßen umhertrieb, durchgearbeitet hatte, kam ich bald auf den Fischmarkt. Da, das erste Ding, das mir wie ein Schlag vor Augen trat, war die Guillotine, die mit roten Planken über die schweigende Menge ragte. Ein Greis lag festgebunden auf dem Unglücksbrett, wie ein Schlachtopfer … Plötzlich höre ich Trompetenstöße. Auf der Estrade war ein Orchester und an der Spitze saß ein noch junger Mann in einem Revolutionsmantel, den man damals . . . weiter lesen

Drittes Kapitel – Die fliegende Armee

Den Generaladjutanten fand ich in Tournai nicht mehr. Er war nach Brüssel abgereist, und ich schickte mich sofort an, ihm zu folgen. Am anderen Morgen nahm ich die Post. Auf den ersten Blick erkannte ich unter den Reisenden drei Männer, die in Lille den ganzen Tag in Kneipen zugebracht und ein ziemlich verdächtiges Leben geführt hatten. Zu meinem größten Erstaunen sah ich sie mit Uniformen von verschiedenen Korps bekleidet. Der eine trug die Epauletten des Oberstleutnants, der andere Hauptmanns-, und der dritte Leutnantsepauletten. Ich dachte bei mir, wo mögen die wohl das alles herhaben, sie haben doch nie gedient? Und ich verlor mich in Mutmaßungen. Sie schienen zuerst ein wenig verwirrt über unser Zusammentreffen. Aber bald faßten sie sich und bezeugten mir ein freundschaftliches . . . weiter lesen

Viertes Kapitel – Die Zigeuner

In Lille hatten die Leute beim Regiment mich nur unter einem jener Kriegsnamen gekannt, wie man sie zu dieser Zeit gewöhnlich führte, und sie waren durchaus nicht erstaunt, daß ich jetzt Rousseau hieß. Ich brachte die Tage mit meinen Kameraden im Café oder auf dem Fechtboden zu. Aber alles das war nicht sehr einträglich, und ich stand eines Tages wieder ohne jeden Pfennig Geld da. Da sprach ein täglicher Besucher des Cafés, den man wegen seines regelmäßigen Lebens den Rentier nannte, mich an. Er hatte mir schon ein paar Gefälligkeiten erweisen, mit denen er sonst gegen jedermann sehr sparsam war. Nun schlug er mir vor, mit ihm zu reisen. Reisen, das war schon gut; aber in welcher Eigenschaft? Ich stand nicht mehr in dem Alter, um mich als Hanswurst oder als Kammerdiener von Affen . . . weiter lesen

Fünftes Kapitel – Flucht

Im Gefängnis verfiel ich in eine Krankheit, während welcher Francine mir alle mögliche Sorgfalt angedeihen ließ. Kaum war ich genesen, da wurde es mir klar, daß ich diesen Zustand nicht länger ertragen konnte. Ich beschloß zu entfliehen, und zwar durch die Tür, obwohl dies ziemlich schwer zu sein schien. Aber einige ganz besondere Beobachtungen bestimmten mich, diesem Weg vor allen anderen den Vorzug zu geben. Der Torwächter im Gefängnis war ein Sträfling vom Bagno zu Brest, der lebenslänglich verurteilt war. Er war jedoch später auf sechs Jahre Gefängnis in Lille begnadigt worden, und dort hatte er sich dem Gefängniswärter nützlich gemacht. Dieser war nun überzeugt, daß ein Mensch, der vier Jahre im Bagno zugebracht habe, gewissermaßen ein vollkommener Wächter sein müsse, . . . weiter lesen

Sechstes Kapitel – Zinnerne Schlüssel

Ich fand im „Kleinen Hotel“, wie wir das Gefängnis nannten, den größten Teil der Gefangenen wieder, welche ich vor meiner Entweichung hatte in Freiheit setzen sehen. Einige hatten sozusagen nur einen kleinen Ausflug gemacht. Sie waren unter der Beschuldigung neuer Verbrechen und neuer Vergehen verhaftet worden. Auf den Ruf hin, den mir meine verschiedenen Entweichungen eingebracht hatten, behandelten mich diese Menschen als einen Mann, auf den man sich verlassen könnte. Ich andererseits konnte mich nun auch nicht von ihnen fernhalten. Ich saß in einer Zelle im zweiten Stock, zusammen mit einem gewissen Duhamel. Für sechs Frank verschaffte uns der Gefangene, der die Dienste des Schließers versah, zwei Sägen, einen Meißel und zwei Zangen. Wir hatten zinnerne Löffel: wahrscheinlich . . . weiter lesen

Siebentes Kapitel – Die Briefe aus Jerusalem

Erschöpft von Mißhandlungen aller Art, erschöpft von einer Überwachung, die seit meiner Verurteilung noch verdoppelt wurde, hütete ich mich wohl, Berufung einzulegen – ich hätte dann noch einige Monate länger im Untersuchungsgefängnis bleiben müssen. Was mich in meinem Entschluß noch bestärkte, war die Nachricht, daß die Verurteilten sofort nach Bicêtre abgeführt werden und von dort dem Hauptschub für das Zuchthaus zu Brest angegliedert werden sollten. Ich brauche wohl nicht erst bemerken, daß ich unterwegs zu flüchten hoffte. Der Befehl zur Abfahrt traf endlich ein und wurde, was man von Menschen, die ins Bagno gehen, kaum glauben kann, mit Enthusiasmus aufgenommen, – so sehr waren alle von den Quälereien des Aufsehers Martin mürbe gemacht. Aber unsere neue Lage war . . . weiter lesen

Achtes Kapitel – Der Sträflingstransport

Es war am 20. November 1797; den ganzen Morgen über bemerkte man im Gefängnis eine ungewöhnliche Bewegung. Die Gefangenen befanden sich noch in den Zellen, aber die Türen gingen jeden Augenblick mit viel Geräusch auf und zu; die Aufseher kamen und gingen mit geschäftiger Miene; im Haupthof wurden Ketten abgeladen, deren Gerassel bis zu uns drang. Gegen elf Uhr kamen ins Fort-Mahon – wo ich mich mit den Kameraden, die die Flucht versucht hatten, wieder seit vierzehn Tagen befand – zwei blau uniformierte Männer: der Hauptmann von der Kette und sein Leutnant. Der Hauptmann begann nun die Besichtigung; während deren scherzte er in liebenswürdiger Weise mit seiner „Ware“, – so nannte er die Arrestanten. Als der entscheidende Moment heranrückte, stiegen wir in den sogenannten . . . weiter lesen

Neuntes Kapitel – Das Bagno

Das Bagno von Brest liegt am Hafen. Pyramiden von Flinten und zwei Kanonen, die vor den Toren aufgepflanzt starrten, wiesen den Eingang. Ich wurde nacheinander von allen Wachen durchsucht. – Die frechsten Verurteilten gestanden mir, es sei ihnen unmöglich gewesen, beim ersten Anblick dieses Ortes des Elends eine fürchterliche Aufregung zu unterdrücken. Jeder Saal enthielt achtundzwanzig lange Pritschen, auf denen sechshundert Bagnosträflinge in Ketten lagen. Die langen Reihen von roten Röcken, rasierten Köpfen, hohlen Augen, bedrückten Gesichtern, das unablässige Geklirr der Ketten, – alles wirkte zusammen, um die Seele in einen dunklen Schauder zu versetzen. Der Verurteilte fühlt, daß er sich hier vor niemandem zu schämen hat. Jeder stellt sich so, als sei er ein größerer . . . weiter lesen

Zehntes Kapitel – Die Flucht aus dem Bagno

Ich kam ohne Hindernisse durch das Gittertor und befand mich bald in Brest, einer Stadt, die mir vollkommen unbekannt war. Die Angst, daß mein Zögern, welchen Weg ich einschlagen sollte, mich verraten könnte, vergrößerte noch meine Unruhe. Nach langem Hin- und Hergehen erreichte ich schließlich das einzige Tor der Stadt. Dort stand auf festem Posten ein ehemaliger Galeerenwächter, namens Lachique, ein Mann, der einen Sträfling an den Gebärden, der Haltung, dem Gesichtsausdruck erkannte. Ein Umstand, der diese Beobachtungen erleichtert, ist der, daß ein Mensch, der einige Zeit im Bagno verbracht hat, unwillkürlich das Bein nachschleift, an dem die Kette befestigt war. Ich mußte irgendwie an dieser zweifelhaften Person vorbeigehen. Er schmauchte mächtig an einer Pfeife und überwachte . . . weiter lesen

Elftes Kapitel – Neue Berufe

Nachdem ich Nantes verlassen hatte, marschierte ich hintereinander einen Tag und zwei Nächte, ohne in irgendeinem Dorfe haltzumachen: meine Vorräte ermöglichten mir das. Ich marschierte aufs Geratewohl, aber mein Streben ging nach Paris oder nach der Meeresküste, wo ich an Bord eines Schiffes aufgenommen zu werden hoffte. So erreichte ich die ersten Häuser einer Stadt, die vor kurzem der Schauplatz einer Schlacht gewesen zu sein schien. Der größte Teil der Häuser war nichts als ein Haufen rauchgeschwärzter Trümmer; alle Häuser rings um den Marktplatz lagen vollständig zerstört. Übriggeblieben war nur noch der Kirchturm, dessen Uhr immer noch die Stunden schlug für die Einwohner, die nicht mehr da waren. Dieser trostlose Anblick hatte zugleich etwas Bizarres. Auf dem Stück einer . . . weiter lesen

Zwölftes Kapitel – Die Seelenverkäufer

Das Vertrauen Villedieus schmeichelte mir ja sehr, aber ich fand es deswegen nicht weniger gefährlich. Daher hielt ich es für richtig, ihm ein Märchen zu erzählen, als er mich fragte, wovon ich lebte, und besonders, wo ich wohne. Ich trieb die Vorsicht sogar so weit, daß ich, nachdem ich um elf Uhr abends ihn verlassen hatte, einen Umweg machte, bevor ich in meine Herberge einkehrte. Mein Herr war schon schlafen gegangen; am nächsten Morgen weckte er mich sehr früh und sagte mir, wir müßten sofort nach Nogent-le-Rotrou reisen und von dort nach seiner Besitzung, die in der Umgegend dieser Stadt lag. In vier Tagen war die Reise gemacht. Obwohl ich von seiner Familie so gut aufgenommen wurde wie nur ein treuer und eifriger Diener, so beharrte ich doch auf dem Plan, den ich seit einiger . . . weiter lesen

Dreizehntes Kapitel – Das Schiff der Sträflinge

Es verstrichen acht Tage, während deren ich den Rekrutierungskommissar nur ein einziges Mal sah. Dann wurde ich mit einem Transport von Arrestanten und Deserteuren nach Lille befördert. Es war sehr zu befürchten, daß ich in dieser Stadt, in der ich schon so oft gewesen war, erkannt würde. Kaum erfuhr ich, daß wir dorthin gebracht würden, so ergriff ich solche Vorsichtsmaßregeln, daß selbst die Gendarmen, die mich früher transportiert hatten, mich nicht wiedererkannt hatten. Ich bedeckte mein Gesicht mit einer dicken Schicht von Schmutz und Ruß, und blies meine Backen so auf, daß ich einem jener Posaunenengel auf den Kirchenfresken glich, die zum jüngsten Gericht trompeten. So zugerichtet kam ich ins Militärgefängnis „Égalité“ an, wo ich einige Tage bleiben sollte. Um . . . weiter lesen

Vierzehntes Kapitel – Ins Unbekannte

Noch nie hatte ich mich so unglücklich gefühlt, wie seit meiner Einlieferung ins Bagno von Toulon. Mit vierundzwanzig Jahren war ich mit den abscheulichsten Verbrechern zusammengepfercht und mußte in steter Berührung mit ihnen zu stehen – unter einem Haufen Verpesteter zu leben, wäre mir lieber gewesen. Noch nie hatte ich mich in einer Lage befunden, in der mir eine Flucht dringender erschienen war. Alle meine Gedanken beschäftigten sich mit der Möglichkeit eines Entkommens. Die verschiedenartigsten Pläne kamen mir in den Kopf, aber Pläne allein genügten mir nicht. Zur Ausführung mußte ich auf einen günstigen Moment warten, bis dahin war Geduld das einzige Mittel gegen meine Leiden. An meine Bank waren auch ein paar gewerbsmäßige Diebe angeschmiedet, die bereits mehrere . . . weiter lesen

Fünfzehntes Kapitel – Verbindung mit der Polizei

Man kann sich vorstellen, wie froh ich war, nach den Gefahren, denen ich bei Roman und seiner Bande ausgesetzt war, als ich das alles hinter mir gelassen hatte. Es war klar, daß die Regierung, sobald sie feste Formen angenommen haben würde, die wirksamsten Maßregeln ergreifen mußte, um die allgemeine Sicherheit wieder herzustellen. Die Ordnung kehrte allmählich zurück, und die Räuber, zu welcher Farbe sie sich auch bekannten und in wessen Namen sie handelten, hörten auf, eine Rolle zu spielen. Ich wäre ja geneigt gewesen, mich in eine Diebesbande aufnehmen zu lassen; die Ehrlosigkeit dieses Gewerbes schreckte mich nicht mehr, mich hielt nur noch die sichere Aussicht aufs Schafott zurück. Aber ein anderer Gedanke brandete jetzt in mir; ich wollte um jeden Preis die Wege des Verbrechens . . . weiter lesen

Sechzehntes Kapitel – Verkleidungen

Mehrere Gründe, die man leicht erraten kann, erlaubten mir nicht, mich direkt in mein Elternhaus zu begeben. Ich stieg bei einer meiner Tanten ab und erfuhr von ihr, daß mein Vater tot sei. Diese traurige Nachricht wurde mir auch bald von meiner Mutter bestätigt, die mich mit einer Zärtlichkeit aufnahm, die im krassesten Gegensatz zu den schrecklichen Erlebnissen meiner letzten zwei Jahre stand. Sie wünschte nichts sehnsüchtiger als mich bei sich zu behalten; aber ich mußte ja immerfort versteckt bleiben. Ich fügte mich in mein Schicksal, und verließ drei Monate lang das Haus nicht. Aber nach dieser Zeit begann mir die Gefangenschaft lästig zu werden, und ich fing an, bald unter dieser, bald unter jener Verkleidung, auszugehen. Ich glaube auch wirklich nicht erkannt worden zu sein, . . . weiter lesen

Siebzehntes Kapitel – Seemann und Werber

Ich zog quer durch die Picardie nach Boulogne. Zu jener Zeit hatte Napoleon bereits auf seine Landung in England verzichtet und hatte Österreich den Krieg erklärt; aber an der Küste des Ärmelkanals standen noch zahlreiche Bataillone der großen Armee. In den beiden Lagern, am rechten Ufer und am linken, konnte man Soldaten fast aller Länder Europas sehen: Italiener, Deutsche, Piemontesen, Holländer, Schweizer, selbst Irländer. Die Buntheit und Verschiedenartigkeit der Uniformen bot mir gute Gelegenheit mich zu verbergen … Ich glaubte aber, eine Militäruniform würde eine schlechte Verkleidung für mich sein. Einen Augenblick dachte ich ernsthaft daran, Soldat zu werden. Aber um in ein Regiment aufgenommen zu werden, brauchte man Papiere, und ich hatte keine. Ich gab also diesen . . . weiter lesen

Achtzehntes Kapitel – Madame Thomas und ihre Töchter

Während Dufailli die Szene mit dem Werber schilderte, hatte er fast bei jedem Worte getrunken. Er war der Ansicht, daß die Worte besser vom Munde gingen, wenn sie angefeuchtet waren; zwar konnte man sie auch mit Wasser begießen, aber vor dem Wasser hatte er eine heilige Scheu, seitdem er, wie er erzählte, ins Meer gefallen war: und dies geschah im Jahre 1779. Halb sprechend, halb trinkend wurde er schließlich ganz unmerklich wacklig. Schließlich kam ein Moment, wo seine Zunge unglaublich schwer wurde. Der Quartiermeister und der Sergeantmajor meinten nun, es sei an der Zeit, aufzubrechen. Ich war mit Dufailli allein; er schlief ein. Über den Tisch gebeugt schnarchte er, während ich meinen Gedanken nachhing. Drei Stunden waren vorbei, und er schlief immer noch. Als er endlich erwachte, . . . weiter lesen

Neunzehntes Kapitel – Geheime Gesellschaften

Noch am selben Abend kehrte ich nach Boulogne zurück und erfuhr, daß laut Order des kommandierenden Generals in jedem Korps alle Soldaten, die als zweifelhafte Subjekte bekannt waren, sofort verhaftet und auf eines der zum Auslaufen bereitstehenden Schiffe gebracht werden sollten. Es war eine Art Presse, um die Armee zu reinigen und der Demoralisation, die beunruhigend zu werden anfing, ein Ende zu machen. Wenn ich unerkannt sein wollte, so blieb mir nichts übrig als mich von der „Revanche“ zu entfernen, denn der Reeder ersetzte die Verluste des letzten Kampfes auf unserem Kaper mit mehreren jener Leute, die der General loswerden wollte. Jetzt glaubte ich ohne weitere Hindernisse Soldat werden zu können. Versehen mit den Papieren Lebels ließ ich mich in eine Kompagnie der Marine-Artillerie . . . weiter lesen