Sechzehntes Kapitel – Verkleidungen

Mehrere Gründe, die man leicht erraten kann, erlaubten mir nicht, mich direkt in mein Elternhaus zu begeben. Ich stieg bei einer meiner Tanten ab und erfuhr von ihr, daß mein Vater tot sei. Diese traurige Nachricht wurde mir auch bald von meiner Mutter bestätigt, die mich mit einer Zärtlichkeit aufnahm, die im krassesten Gegensatz zu den schrecklichen Erlebnissen meiner letzten zwei Jahre stand. Sie wünschte nichts sehnsüchtiger als mich bei sich zu behalten; aber ich mußte ja immerfort versteckt bleiben. Ich fügte mich in mein Schicksal, und verließ drei Monate lang das Haus nicht. Aber nach dieser Zeit begann mir die Gefangenschaft lästig zu werden, und ich fing an, bald unter dieser, bald unter jener Verkleidung, auszugehen. Ich glaube auch wirklich nicht erkannt worden zu sein, als sich plötzlich in der Stadt das Gerücht verbreitete, ich wäre da. Die ganze Polizei machte sich auf die Beine, um mich zu verhaften; jeden Augenblick machte man Haussuchungen bei meiner Mutter, aber mein Schlupfwinkel blieb unentdeckt: er war zwar ziemlich groß – zehn Fuß lang und sechs Fuß breit, aber ich hatte ihn so geschickt und versteckt angebracht, daß der spätere Besitzer unseres Hauses beinahe vier Jahre darin wohnte, ohne das Vorhandensein dieses Raumes zu ahnen. Vielleicht hätte er bis heute noch nichts davon gewußt, wenn ich es ihm nicht entdeckt hätte.

Im Vertrauen auf diesen Zufluchtsort nahm ich bald meine Ausflüge wieder auf. Am Fastnachtsdienstag trieb ich meine Unvorsichtigkeit so weit, daß ich auf einen Ball erschien, unter mehr als zweihundert Personen. Ich war als Marquis verkleidet. Eine Frau, zu der ich in Beziehungen gestanden hatte, erkannte mich und teilte es einer anderen Frau mit, die Grund hatte, böse auf mich zu sein. In weniger als einer Viertelstunde wußte jedermann, unter welcher Verkleidung Vidocq steckte. Das Gerücht kommt den beiden Sergeanten, Delrue und Carpentier, zu Ohren, die den Polizeidienst auf dem Ball haben. Der erstere geht auf mich zu und bittet mich leise um eine Unterredung unter vier Augen. Ein öffentlicher Auftritt wäre gefährlich gewesen, ich gehe also mit ihm hinaus. Im Hofe fragt mich Delrue nach meinem Namen. Ohne die geringste Verlegenheit nenne ich ihm einen falschen und erbiete mich sogar, die Maske abzunehmen, falls er es fordere.

„Ich verlange es zwar nicht,“ sagt er, „aber ich hätte nichts dagegen, Sie zu sehen.“

„Nun dann,“ antwortete ich, „wollen Sie gütigst die Bänder meiner Maske lösen, die sich verknotet haben …“

Voll Vertrauen tritt Delrue hinter mich; im selben Augenblick werfe ich ihn durch einen gewaltigen Fußtritt nach hinten zu Boden; ein Faustschlag schmeißt seinen Kameraden um. Ohne abzuwarten, daß sie sich wieder aufrichten, eile ich davon …

Das Abenteuer wurde ruchbar ungeachtet der Bemühungen der beiden Sergeanten, es geheim zu halten; sie standen nun öffentlich in einer sehr lächerlichen Situation da. Aber das Peinliche für mich war, daß die Behörde ihre Aufmerksamkeit verdoppelte; es wurde mir ganz unmöglich, auszugehen. Ich blieb so zwei Monate lang eingesargt, zwei Monte, die mir wie zwei Jahrhunderte vorkamen. Ich hielt es schließlich nicht weiter aus und beschloß, Arras zu verlassen. Man machte mir ein Bündel Spitzen zurecht, und in einer schönen Nacht brach ich auf, mit dem Paß eines Jugendfreundes, Blondel, versehen; das Signalement paßte zwar nicht besonders, aber in Ermangelung eines Besseren mußte ich mich eben einrichten; übrigens verlief die Reise ohne Zwischenfälle.

Ich kam nach Paris, und während ich mit dem Verkauf der Spitzen beschäftigt war, machte ich indirekt einige Schritte, um zu erfahren, ob sich nicht eine Revision meines Prozesses herbeiführen ließe. Ich erfuhr, daß ich dazu mich hätte als Gefangener stellen müssen; aber ich konnte mich nicht entschließen, wieder mit Verbrechern in Berührung zu kommen, die ich nun zu gut kannte. Nicht der Kerker machte mir Angst, ich hätte mich ja schließlich auch einsperren lassen; zum Beweis dafür kann ich anführen, daß ich das Ministerium bat, mich meine Haft im Irrenhause zu Arras absitzen zu lassen, aber meine Bittschrift blieb unbeantwortet.

Unterdessen hatte ich meine Spitzen verkauft, aber der Profit war zu gering, als daß ich daran denken konnte, mir durch den Spitzenhandel eine Existenz zu gründen. Ich war genötigt, noch einmal nach Arras zurückzukehren.

Ich nahm meine halbnächtlichen Ausflüge wieder auf. Zu einem jungen Mädchen, dem ich einige Aufmerksamkeit schenkte, pflegte die Tochter eines Gendarmen zu Besuch zu kommen. Ich beschloß, einen Vorteil daraus zu ziehen, um über die Schritte, die gegen mich ergriffen wurden, im voraus benachrichtigt zu sein. Das Gendarmentöchterlein kannte mich nicht, aber da ich in Arras den üblichen Unterhaltungsstoff bildete, so war nichts Ungewöhnliches daran, daß sie von mir sprach und zuweilen in recht sonderbarer Art.

„Oh,“ sagte sie eines Tages zu mir, „schließlich wird man ihn doch noch kriegen, diesen Halunken, unser Leutnant ist zu sehr hinter ihm her, als daß er ihn nicht fangen sollte.“

„Wenn ich an Stelle Ihres Leutnants wäre,“ erwiderte ich, „und Lust hätte, Vidocq zu fangen, wäre er mir nicht entschlüpft.“

„Er würde Ihnen entschlüpfen, wie den andern … er ist immer bis an die Zähne bewaffnet. Sie wissen, daß er zweimal nach Herrn Delrue und Carpentier geschossen haben soll … Und das ist nicht alles; wenn er will, kann er sich in ein Bündel Heu verwandeln.“

„In ein Bündel Heu?“ rief ich ganz erstaunt über die neue Fähigkeit, die man mir zuschrieb … „In ein Bündel Heu? … Aber wie? …“

„Ja, gewiß … Mein Vater verfolgte ihn eines Tages; in dem Moment, da er ihn am Kragen packen wollte, hatte er bloß ein Bündel Heu in Händen … Ganz gewiß, die ganze Brigade hat das Heubündel gesehen, das dann im Hof verbrannt wurde.“

Ich begriff die Geschichte nicht. Später erklärte man mir, daß die Polizeiagenten, denen es nie gelang, mich zu fassen, in ihrer Verzweiflung dieses Gerücht unter den abergläubischen Einwohnern von Arras verbreitet hatten. Aus demselben Grunde brachten sie in Umlauf, ich sei ein Werwolf in zweiter Gestalt, eine recht problematische Erscheinung, die die stärksten Geister der Gegend mit Schrecken erfüllte. Zum Glück wurde dieser Schrecken von den hübschen Weibern nicht geteilt, deren Gunst ich genoß; hätte sich der Eifersuchtsteufel nicht plötzlich der einen von ihnen bemächtigt, so würde sich die Obrigkeit noch lange mit mir beschäftigt haben. Aus Verdruß über mich hielt sie nicht den Mund, und die Polizei erhielt noch einmal die Gewißheit, daß ich mich in Arras aufhalte.

Eines Abends, als ich, ohne Arges zu denken, und nur mit einem Stock bewaffnet, über eine Brücke gehe, werde ich von sieben oder acht Individuen überfallen. Es sind verkleidete Polizeiagenten. Sie packen mich am Kragen, und schon hielten sie sich ihres Fanges für sicher, als ich mich mit einem kräften Stoß losreiße, mich über das Geländer schwinge und in den Fluß stürze. Es war im Dezember; das Wasser ging hoch, der Fluß war reißend. Keinem der Polizisten fiel es auch nur im Traume ein, mir nachzuspringen; sie glaubten das beste zu tun, wenn sie mich am Ufer erwarteten. Aber eine tiefe Gosse gab mir die Möglichkeit, ihnen zu entkommen, und sie warteten noch auf mich, als ich schon längst bei meiner Mutter war.

In der Zitadelle von Arras befanden sich zu jener Zeit einige hundert gefangene Österreicher, die in der Stadt und in der Umgegend auf Arbeit gehen durften. Mir kam der Einfall, mir diese Ausländer zunutze zu machen. Da ich deutsch sprach, ließ ich mich mit einem von ihnen in ein Gespräch ein und verstand es bald genug, so sehr sein Vertrauen zu erwecken, daß er mir gestand, er trage sich mit Fluchtgedanken … Das paßte mir großartig; der Gefangene war nur wegen seiner „kaiserlichen“ Uniform in Verlegenheit, ich bot ihm meine Kleider zum Tausch dafür an und für ein wenig Geld gab er mir auch seine Papiere gern. Und nun galt ich als Österreicher selbst unter den Österreichern, denn sie gehörten zu verschiedenen Korps und kannten einander nicht.

In dieser neuen Verkleidung knüpfte ich ein Verhältnis mit einer jungen Witwe an, die einen Kurzwarenladen hatte. Sie lobte meine Intelligenz und wollte, daß ich zu ihr ziehe; bald fuhren wir zusammen auf Märkten und Messen umher. Natürlich mußte ich als ihr Gehilfe mich den Käufern irgendwie verständlich machen. Ich zimmerte mir ein Kauderwelsch halb aus Französisch halb aus Deutsch zusammen, an das ich mich bald so gewöhnt hatte, daß ich beinahe meine Muttersprache vergaß. Die Täuschung gelang so vollkommen, daß nach vier Monaten des Zusammenwohnens die Witwe selbst nicht einmal ahnte, daß ihr „Kaiserlik“ einer ihrer Jugendfreunde sei. Sie behandelte mich so gut, daß es mir als unmöglich erschien, sie noch weiter zu täuschen: eine Tages sagte ich ihr, wer ich war. Noch nie war ein Weib erstaunter als sie. Aber meine Vertrauensseligkeit schadete mir nicht in ihren Augen und machte unsere Beziehungen nur noch inniger.

Elf Monate verstrichen, und meine Sicherheit wurde durch nichts gestört. Man war gewohnt, mich in der Stadt zu sehen, ich traf mich oft mit Polizeiagenten – kurz, alles schien diesem Wolleben Dauer zu versprechen. Eines Tages, während wir uns gerade in der Stube hinter dem Laden zu Tische setzen wollen, zeigen sich vor der Glastür drei Gendarmen. Ich wollte gerade die Suppe in die Teller gießen, der Löffel fällt mir aus der Hand. Aber ich erhole mich rasch von meiner Bestürzung, springe zur Tür, schiebe den Riegel vor, steige auf den Boden hinauf, gelange von da auf das Dach des benachbarten Hauses und gehe von dort die Treppe zur Straße hinunter. Aber die Tür ist von zwei Gendarmen bewacht. Glücklicherweise sind die Leute neu und kennen mich nicht vom Aussehen.

„Gehen Sie nur hinauf,“ sage ich zu ihnen, „man hat ihn schon fest, aber er schlägt noch um sich … Gehen Sie hinauf, legen Sie doch mit Hand an … unterdessen will ich die Wache rufen.“

Die beiden Gendarmen beeilen sich, hinaufzukommen, und ich verschwinde.

Es war klar, daß ich verraten worden war; meine Jugendfreundin hielt ich einer solchen Niedertracht für unfähig, aber sie hatte wahrscheinlich geschwätzt. Ich beschloß, Arras endgültig zu verlassen. Die Witwe wollte mir unbedingt folgen; sie hatte die nötigen Mittel zum Abzug; die Waren waren bald gepackt. Und so machten mir uns gemeinsam davon, und wie es stets in solchen Fällen ist, war es die Polizei, die erst zu allerletzt das Verschwinden einer Frau erfuhr, deren Schritte sie ja überwachen sollte.

Wir wollten uns in Rouen niederlassen. Bei der Ankunft in dieser Stadt hatte ich Blondels Paß bei mir, den ich mir in Arras verschafft hatte; das Signalement stimmte aber so wenig, daß ich mich unbedingt nach etwas Besserem umsehen mußte.

Dazu mußte ich die Polizei überlisten, die Polizei, die um so vorsichtiger und ängstlicher geworden war, als der Auswandererverkehr nach England über die Seeküste der Normandie führte. Ich ging folgendermaßen zu Werk. Ich begab mich aufs Stadthaus und ließ meinen Paß für Havre visieren. Ein Visum bekommt man gewöhnlich sehr leicht; dazu genügt, daß der Paß nicht abgelaufen ist. Die Formalität ist vollzogen, und ich entferne mich; zwei Minuten später komme ich in das Büro zurück und frage, ob nicht ein Portefeuille gefunden worden sei … niemand weiß etwas davon, ich bin verzweifelt; dringende Geschäfte erwarten mich in Havre, ich müsse noch am selben Abend abreisen und nun habe ich keinen Paß mehr.

„Wenn’s sonst nichts ist …“ sagt ein Beamter zu mir. „Man kann ja nach dem Visierregister ein Duplikat von Ihrem Paß ausstellen.“

Das war ja gerade, was ich wollte; der Name Blondel war beibehalten, aber nun paßte auch das Signalement zu mir. Um den Effekt meiner List noch zu ergänzen, fuhr ich nicht nur nach Havre, sondern ließ sogar den Verlust eines Portefeuilles in die kleinen Anzeigen einrücken, eines Portefeuilles, das meine Hände verließ, um in die meiner Gefährtin zu wandern.

Dank diesem kleinen Einfall war nun meine Position gesichert. Mit ausgezeichneten Papieren versehen, konnte ich auf ein ehrliches Ende meines Lebens hoffen; ich dachte ernsthaft daran. Und so richtete ich mir einen Kurzwarenladen ein, der so gut ging, daß meine Mutter, die ich immer im laufenden über mich erhielt, zu uns ziehen wollte. Ein ganzes Jahr lang war ich wirklich glücklich; mein Geschäft gewann sicheren Boden, meine Beziehungen erweiterten sich, der Kredit nahm zu, und gar manches Bankhaus in Rouen kann sich der Zeit erinnern, als die Unterschrift „Blondel“ etwas galt. Nach all den Stürmen fühlte ich mich schließlich fast geborgen, als ein Ereignis, das ich nicht hätte voraussehen können, eine neue Unheilskette über mich warf … Die Kaufmannsfrau, mit der ich lebte, diese Frau, die mir die sichersten Beweise von Anhänglichkeit und Liebe gegeben hatte, konnte sich nicht enthalten, noch andere Flammen anzuzünden, als jene, die ich in ihrem Herzen entfachte. Ich hätte mich gerne selbst Lüge strafen mögen, aber der Beweis war nur zu schlagend; die Schuldige konnte nicht einmal zum Leugnen Zuflucht nehmen, das einem bequemen Ehemann glauben machen kann, er wisse von nichts.

Früher hätte ein solcher Schimpf die ganze Wucht meines Zornes in mir entflammt … aber wie ändert man sich mit der Zeit! Als ich mich von meinem Unglück überzeugte, setzte ich kalt den Zeitpunkt der Trennung fest, die ich sofort beschloß: Bitten, Flehen, Versprechungen sich zu bessern – nichts konnte mich beugen, ich war unerbittlich … Gewiß hätte ich ihr verzeihen können, sei es auch nur aus Dankbarkeit, aber wer bürgte mir dafür, daß meine Wohltäterin mit einem Rivalen auch wirklich brach? Und mußte ich nicht befürchten, daß sie mich in einem Moment des Sich-Gehenlassens bloßstellte? Wir teilten unsere Waren in zwei gleiche Teile; meine Gefährtin verließ mich, und seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört.

Dieser Vorfall, der Aufsehen erregte, verleidete mir meinen Aufenthalt in Rouen, und ich nahm wieder das Metier eines umherziehenden Kaufmanns auf. Meine Geschäftsreisen umfaßten Nantes, Saint-Germain und Versailles, und ich erwarb mir in kurzer Zeit eine ausgezeichnete Kundschaft. Meine Einnahmen wurde so beträchtlich, daß ich mir in Versailles einen Laden mit Wohnung mieten konnte; dort wohnte meine Mutter, während ich auf Reisen war. Meine Führung war über jeden Tadel erhaben; ich war in dem Kreise, in dem ich verkehrte, allgemein geachtet und ich glaubte schon das Schicksal überwunden zu haben, das mich unaufhörlich auf die Bahn der Ehrlosigkeit zurückwarf, der ich mit aller Kraft entweichen wollte. Da – bei der Rückkehr vom Markte von Nantes – wurde ich verhaftet. Es war Verrat von einem Jugendfreund, der sich für Händel, die wir miteinander hatten, rächte. Obwohl ich hartnäckig darauf bestand, ich sei nicht Vidocq, sondern Blondel, wie aus meinem Paß hervorgehe, wurde ich nach Saint-Denis gebracht. An der besonderen Sorgfalt, mit der man mich behandelte, sah ich, daß ich „empfohlen“ war. Ein Blick auf das Fahndungsblatt bestätigte meine Vermutung; ich war folgendermaßen angezeigt:

„Besondere Aufsicht!

Vidocq (Eugène-François) in contumaciam zum Tode verurteilt. Äußerst gefährliches Individuum.“

Um die Wachsamkeit meiner Wächter rege zu halten, stellte man mich also als großen Verbrecher dar. Von Saint-Denis wurde ich auf einem Karren fortgeschafft, dermaßen geknebelt, daß ich mich nicht rühren konnte; und bis zum Louvre wandte meine Eskorte kein Auge von mir.

Man brachte mich in einem Turm des Louvre unter, der in ein Gefängnis verwandelt war … Alle Versuche zum Ausreißen waren vergeblich, jedes Mittel zur Flucht war abgeschnitten; aber eine Gelegenheit, auf die ich lauerte, stellte sich früher ein, als ich gehofft hatte. Am Tage vor unserer Abreise wurden wir in den Hof geführt; hier herrschte eine große Verwirrung, weil ein neuer Transport von Arrestanten angekommen war, zugleich mit einer Abteilung Rekruten aus den Ardennen, die sich nach Boulogne ins Lager begaben. Die Adjutanten stritten sich mit den Gendarmen über den Platzmangel, denn sie mußten ihre Mannschaften in Reih und Glied aufstellen und Appell blasen lassen. Während jeder seine Leute zählt, gleite ich unbemerkt in den Kasten eines Gepäckwagens, der gerade den Hof verlassen soll … So komme ich durch die Stadt, ganz zusammengekauert und so klein wie nur möglich. Als wir außerhalb der Festungswerke waren, blieb mir nichts übrig, als mich hinauszuschleichen. Dazu benutzte ich den Augenblick, als der Fuhrmann, ewig durstig, wie alle Leute seines Standes, in einer Kneipe einkehrte; während seine Pferde auf ihn warteten, befreite ich seinen Wagen von einer Last, von der er keine Ahnung hatte. Ich versteckte mich zunächst in einem Rapsfeld, und als die Nacht einbrach, fand ich mich weiter zurecht.

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