9. Recht und Ordnung

Der nächste Morgen war grau und feucht. Die Luft klebte einem fast auf der Haut. Um neun war ich bei Piependonk im Büro.

Er schlürfte Kaffee und büffelte in seinem Lexikon wertvolles Allgemeinwissen. Als ich mich gesetzt hatte, klappte er das dicke Buch zu und sah mich eine Weile an. Dann schob er mir einen Zettel über den Tisch und sagte: «Zwei von diesen Brüdern hab ich noch aufgetrieben. Einen in Hanau, einen in Offenbach. Das Nähere steht hier drauf.»

Ich steckte den Zettel ein und sah ihn auch eine Weile an und sagte: «Na prima.»

Er zog die Liste zu sich heran, die ich ihm gestern in den Briefschlitz geworfen hatte, und studierte sie. «Das ist ein Haufen Arbeit.»

«Findest du?»

«Mindestens drei Wochen.»

«Übertreib mal nicht.»

«Du brauchst sie doch nicht alle?»

«Ich brauche Fakten, Fakten, Fakten — so viele wie möglich. Der Alte nimmt mir immer noch nicht ab, dass das Ganze Methode hat. Ich muss ihm erst den Schreibtisch zuschütten mit Beweisen. Dann glaubst er’s endlich — vielleicht.»

«Und was hast du vor mit den Pennern?»

«Mit den Pennern gar nichts, aber mit denen, die dahinter stecken eine ganze Menge. Darauf kannst du dein Lexikon setzen.»

«Mhm.»

«Ich würde vorschlagen, wir machen uns jetzt mal an die Arbeit. Gib mir Bescheid, falls sich was ergeben hat.»

Er nickte behäbig. «Sicher doch.»

Ich stand auf.

«Hast du nicht noch was vergessen?» fragte er hinter mir her.

«So, was denn?»

«Das Honorar für die letzten beiden Tage. Meinen sauer verdienten Hungerlohn, wenn du weißt, was ich meine.»

Ich blätterte die Scheine auf einen Aktenschrank aus Blech neben der Tür und seufzte. «Du ziehst einen wirklich aus bis aufs Hemd.»

«Brauchst du ’ne Quittung?» fragte er hämisch.

«Wofür? Dafür dass ich mit meinem riesengroßen Herzen bedürftige Freunde mit durchschleppe? Der Alte würde mir glatt die Rübe abreißen, wenn ich ihm mit so was käme.»

«Sagen wir lieber mal so: Du lässt deine Freunde gegen ein mikroskopischen Obolus die öde Laufarbeit machen, damit du in dieser Zeit die richtig lukrativen Dinger abwickeln kannst.»

«Oder so. Der eine eignet sich eben für die Laufarbeit, der andere fürs Absahnen. Es muss Indianer und es muss Häuptlinge geben. Und jedem nach seinen Bedürfnissen.»

«Komm mir jetzt bloß nicht mit Lenin.»

«Lenin? Steht das auch in deinem schlauen Buch?» Dabei schoss mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf, er hing mit der Rotweinflasche zusammen, die der Blaue Hans als Nachttischleuchte benutzte. Und noch bevor Hinner sich seine Antwort zurechtgebastelt hatte, fragte ich: «Kannst du mir eigentlich auch etwas über Moldawien sagen?»

«Über dieses reizende bukolische Ländchen auf dem Balkan zwischen Rumänien und der Ukraine, das früher mal zur Sowjetunion gehört hat rund viereinhalb Millionen Einwohner hat, die Moldawisch sprechen, was eigentlich ein rumänischer Dialekt ist, und im großen und Ganzen noch von Landwirtschaft, speziell von Weinbau leben?» ratterte er herunter.

Ich muss zugeben, dass er mich etwas in Erstaunen gesetzt hatte, und sagte: «Ich glaube fast, du könntest es wirklich schaffen bei so einer dämlichen Quiz-Show.»

«Sicher, sie müssten mich nur reinlassen,» nickte er selbstgefällig. «Dann würde der Fuchs den Hühnerstall schon ausräumen.»

«Hast du sonst noch was drauf über Moldawien?»

«Wirtschaftlich immer noch abhängig vom alten großen Bruder, besonders von seinem Öl. Regierung: Postkommunisten, Demokratie so lala, haben gerade wieder gewählt dieses Jahr, hat sich aber groß nichts geändert. Man schätzt, dass von den Moldawiern über eine Millionen ständig im Ausland sind, wo sie auf Baustellen und in Bordellen arbeiten — und wohl nicht nur da. — Aber wie zum Henker kommst auf dieses Ländchen am Rande Europas?»

«Ich habe so einen leisen Verdacht, dass unsere Freunde von der Tippelbruderschaft reichlich mit moldawischem Wein beliefert werden.»

«Na und, die leben da unten vom Weinexport. Was anderes haben die kaum, womit sie die Menschheit beglücken könnten.»

«Bei dem ersten Patienten, den du mir geliefert hast, habe ich eine Rotweinflasche gefunden. Allerdings keine reguläre Importware, das Etikett war rein moldawisch. Das bedeutet doch wohl, der gute Tropfen wurde direkt von jemandem mitgebracht, der von da kommt. Wäre es da denn so verkehrt anzunehmen, dass irgendwelche Jungs von da unten hinter dem ganzen Kreditschwindel stecken? Schließlich schicken fast alle Völkerschaften des Balkans ihre Söhne und Töchter zu uns, um das innereuropäische Wohlstandsgefälle etwas zu nivellieren. Und eine jede hat ihr Spezialgebiet, und alles ist bestens durchorganisiert. Und vielleicht haben sich die Moldawier einen neuen Dreh ausgedacht.»

Er pfiff anerkennend durch die Zähne. «Bodo, manchmal bist du wirklich ein richtig schlauer Hund.»

«Kannst mich ja als Joker angeben, wenn du in der Show auf dem heißen Stuhl sitzt und nicht mehr weiter weißt.»

«Das werd ich bestimmt nicht tun.»

«Warum nicht?»

«Weil du mir dafür doch glatt die Hälfte der Million abknöpfen würdest.»

Scherzend drohte ich ihm mit dem Finger. «Ich wäre da nicht so optimistisch.»

Er grinste mich an. «Neunzig Prozent für dich?»

«Schon besser,» lobte ich und verließ erneuert diesen Born der Weisheit, der mich um zwei Penneradressen reicher gemacht und meine Kenntnisse über einen entlegenen Teil des Balkans vertieft hatte.

Ich knöpfte mir gleich mal die beiden neue Kunden vor und huschte kurz rüber nach Hanau und nach Offenbach.

Das Gute an Tippelbrüdern ist, dass sie ihre festen Gewohnheiten haben und damit ziemlich berechenbar sind. Wenn sie sich einmal ein Plätzchen zum Verweilen auserkoren haben, dann kann man sie dort auch zuverlässig antreffen. Deshalb fand ich beide auch genau an den Orten, die Piependonk mir aufgeschrieben hatte. Den einen in einer Unterführung und den anderen in einer Fußgängerzone neben einem Kaufhauseingang. Per saldo erzählten mir die beiden dieselbe Geschichte wie der Blaue Hans. Auch sie waren mit Rotweinkartons bedacht worden, auch sie hatten die milde Gabe restlos vertilgt und konnten sich weder an den Spender noch an irgendwas sonst erinnern. Die Welt lag für sie genauso im Nebel wie für ihn, und Erinnerung — was war das? Leider waren noch nicht einmal leere Flaschen übrig geblieben. Immerhin, der eine hatte sich den Karton aufgehoben und benutzte ihn als Sitzunterlage. Auf einer Ecke hatte die Pappe einen Aufdruck, den ich nicht entziffern konnte. Der Besitzer überließ mir das bedruckte Pappstück großzügig gegen zwei Euro, und ich nahm es mit, um mal jemanden zu fragen, der etwas davon verstand. Ich war auf dem Rückweg in die Stadt, als das Telefon klingelte und Raffs liebliche Stimme an mein Ohr drang: «Ihre blöde Autonummer gehört zu einem Mietwagen.»

«Und weiter?»

«Was weiter?»

«Wer hat ihn gemietet?»

«Woher soll ich das wissen? Bin ich ein Auskunftsbüro?»

«Würde es auch gegen Ihre Prinzipien verstoßen, wenn Sie mir wenigstens verraten, auf welche Mietwagenfirma der Wagen zugelassen ist?»

«Jetzt werden Sie bloß mal nicht ironisch, das steht Ihnen nicht.»

Abwartend lauschte ich und sagte nichts.

«Sind Sie noch dran?»

«Natürlich. Ich warte.»

«Worauf?»

«Auf die Mietwagenfirma.»

Er blaffte sie mir ins Ohr und hängte ein. Mannomann, der Alte hatte wirklich eine Stinklaune. Vermutlich hatte er sich in letzte Nacht schlaflos in den Kissen gewälzt und statt Schäfchen zu zählen mal die Pennerkredite aufsummiert.

In der Stadt suchte ich gleich die Mietwagenfirma auf, sie hatten nur eine Filiale am Bahnhof. Hinter dem Schalter stand — horrido! — Agneta. Ich hatte sie eingedenk unserer schönen gemeinsamen Zeit schon fast so weit, dass sie mir den Namen des Mieters der Karre rausrückte, da kam der Station Manager rein und fuhr dazwischen. Es gelang mir gerade noch, Agneta meine Karte zuzuschieben, dann hatte er mich auch schon rauskomplimentiert. — Künstlerpech.

In Frankfurt haben wir eine schöne große Universität, an der man auch Romanistik studieren kann. Dorthin lenkte ich meine Schritte (na ja, natürlich fuhr ich), fragte mich durch und landete schließlich in dem ziemlich schlampigen Büro eines verschwiemelten Oberassistenten, faselte ihm etwas vor von einem Transportschaden und Beweisen für die Versicherung und schob ihm die Kartonecke hin und sagte: «Können Sie mir sagen, ob das Moldawisch ist und was es bedeutet?»

Er schob seine Brille hoch und begutachtete das nicht mehr sehr saubere Stückchen Pappe mit großem Ernst. Schließlich stellte er fest. «Rumänisch beziehungsweise Moldawisch fällt nicht direkt in mein Fach. Aber wir haben hier jemand am Lehrstuhl, der von da unten kommt.» Er griff zum Telefon, und wenig später war Milena da, ein hübsches dunkles rundes Mädchen, die hier als studentische Hilfskraft oder so wirkte. Sie besah sich das Corpus Delicti und sagte: «Ja, das ist Moldawisch. Es heißt: Staatliches Weingut, Kischinau — zwölf Flaschen.»

Natürlich kann man solche Übersetzungen heutzutage ganz einfach übers Internet von irgendeiner Übersetzungssoftware erledigen lassen. Aber ich kenne keine Software, die die Oberweite und das Lächeln von Milena gehabt hätte.

Ich bedankte mich artig und versprach, eine Party zu schmeißen, wenn die Versicherung gezahlt hatte.

Als ich die Uni verließ, klingelte Agneta mich auf dem Handy an. Sie sagte: «Ich hab was für dich.»

«Soll ich raten?»

«Sehen wir uns?»

«Ich könnte dir ’ne Lage Pommes Frittes ausgeben in deiner Mittagspause.» Na ja, das Ganze lief darauf hinaus, dass wir uns beim Edelitaliener trafen, das ist da, wo die Kellner mit Tischtüchern um die Hüften rumlaufen.

Wir tranken Prosecco. Sie sagte: «Der Chef war ganz schön sauer.»

«Kenn ich, meiner ist auch immer ganz schön sauer.»

«Warum bist du hinter dem Wagen her?»

«Der Wagen interessiert mich nicht, euer Eigentum ist also nicht in Gefahr. Ich bin hinter dem Burschen her, der ihn gemietet hat. Oder genauer hinter dem, der gestern damit rumgefahren ist.»

«Was hat er getan?»

«Weiß ich noch nicht so genau. Aber wenn es stimmt, was ich mir so zusammengereimt habe, schuldet er meinem Chef einen Haufen Geld.»

«Was macht denn dein Chef?»

«Er ist Domkapitular und verwaltet den Witwen- und Waisenfonds der Diözese. Oder arbeitet er für die Nelson-Mandela-Stiftung? Ich komme da ganz durcheinander, er ist so voller Mildtätigkeit…»

«Sagtest du nicht, dass er immer sauer wäre?»

«Und ob. Das ist, weil ihm die Schlechtigkeit der Welt so zu schaffen macht.»

«Bodo, Bodo,» lachte sie, « kann man sich mit dir denn gar nicht ernst unterhalten?»

«Nicht, wenn es um Geld geht. Da verstehe ich überhaupt keinen Ernst.»

«Du bist verrückt.»

«Ja.» Aber manche Frauen mögen das. Was sage ich — alle Frauen mögen das! Und Agneta machte da keine Ausnahme. Sie nestelte aus ihrem Handtäschchen eine zusammengefaltete Fotokopie und reichte sie mir. «Wenn das rauskommt, werde ich eine Menge Ärger kriegen.»

Ich faltete das Blatt auseinander und murmelte: «Warum sollte es herauskommen?» Vasile Balta aus Tiraspol, geboren 16.9.1966 — Moldawier. Das waren die Personalien des Automieters. — War ich gut?

Sie beobachtete mich. «Der Mann passt dir ins Konzept, simmt’s?»

Kluges Mädchen. Ich sagte: «Ich glaube, ich werde dich für den Arnold-Raff-Förderpreis vorschlagen.»

«Was ist das?»

«Den kriegen Leute, die sich um den richtigen Lauf der Geldströme verdient gemacht haben. Es gibt eine ausgequetschte Zitrone in Silber — na ja, wenigstens außen ist sie silbern.»

«Bodo, du solltest Gags für Harald Schmidt schreiben.»

«Ähm, wer ist Harald Schmidt?»

Ihre Augen nahmen wieder einen ersten Ausdruck an und sie fragte: «Was machst du heute Abend?»

«Soll das eine Einladung sein?»

«Warum nicht?»

«Ich müsste zwar noch ein ganzen Haufen Socken stopfen, aber das wäre natürlich eine ganz andere Sache.»

«Holst du mich ab — um acht?»

«Ihr habt so lange auf?»

«Wir haben heute Abend noch Computerschulung, weil wir ein neues Buchungssystem gekriegt haben. Und wenn ich mich dabei schön geschickt anstelle, ist der Boss vielleicht wieder gut mit mir.»

«Bestell ihm ’nen schönen Gruß von mir, wenn er nicht gut zu dir ist, tu ich ihm Zucker in den Tank von seinen klapprigen Mietkisten.»

Sie musste gehen, weil ihre Mittagspause zu Ende war. Ich fragte mich, wie sie eigentlich wirklich hieß. Dann bestellte ich mir noch einen doppelten Espresso, schäkerte die übliche Runde mit Loretta vom Tresen, hüllte mich in blauen Dunst und unterzog alle Fakten, soweit bisher bekannt, einer eingehenden Prüfung. Das Ergebnis war, dass ich mich in einer Sackgasse befand, solange mir der Alte nicht grünes Licht fürs volle Programm gab. Volles Programm bedeutet, keine Spesenlimits mehr und keine Regeln, wirklich überhaupt keine. Ich habe dann die volle Rückendeckung des Alten, und falls was schiefgeht, kann ich mich des Beistands des besten Anwalts meiner Wahl versichern und der Alte trägt die Kosten. Bisher war dieser Fall erst vier oder fünf mal eingetreten, und nie war etwas schiefgegangen. Raff war also von horrenden Anwaltshonoraren verschont geblieben (nicht so von meinen Spesenabrechnungen, hähä), aber allein die Aussicht darauf hatte ihn Blut und Wasser schwitzen lassen. Deshalb setzt er auch bei komplizierteren Fällen lieber erst mal darauf, dass ich mir die Sache an den Hacken ablaufe. Hier würde das allerdings überhaupt nichts mehr bringen, vielleicht gab es Hunderte von Pennern, die man als Strohmänner benutzt hatte. Aber keiner von ihnen würde sich an Genaueres erinnern können, das war ja gerade der Trick.

Ich fasste einen kühnen Entschluss. Ich würde zur Polizei gehen. Aus verschiedenen Gründen — die meisten davon sind verkehrsrechtlicher Natur — ist mein Verhältnis zu diesem Teil der öffentlichen Verwaltung nicht gerade das allerfreundschaftlichste. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen, und außerdem ticken die Jungs vom Betrugsdezernat ein bisschen anders als der Rest der Truppe. Leider war an diesem Tag Bernhard Bollmann nicht im Büro, ein leutseliger Endfünfziger mit silbernem Haarkranz, mächtigem Bauchumfang und einem Herz so groß, dass die ganze Welt hinein passte. Nichts Menschliches war ihm fremd, und es ließ sich wunderbar mit ihm plaudern. Ich fürchte allerdings, der eine oder andere, der auf dem Sünderbänkchen vor seinem Schreibtisch saß und sich gegen irgendeine Anklage verteidigen musste, hat sich von der Kaffeekränzchenatmosphäre bei Bollmann fortreißen lassen und mehr zum Besten gegeben, als gut für ihn war. Das Betrugsdezernat ist kein sonderlich begehrter Arbeitsplatz innerhalb der Polizei, vielleicht, weil man dabei zu wenig Blut zu sehen bekommt oder relativ selten Gelegenheit hat, mit Blaulicht und Martinshorn durch die Gegend zu sausen; hauptsächlich aber wohl deshalb, weil man es mit komplizierten Fällen und komplizierten Tätern zu tun hat. Wie auch immer, Bollmann focht das nicht an, seine Aufklärungsquote war einsame Spitze und er war der Supercop des Präsidiums. Warum ich von ihm immer in der Vergangenheitsform spreche? Nun ja, inzwischen wurde er selber verhaftet wegen Aktienschiebereien an der Börse und ist derzeit unter der Postanschrift der Justizvollzugsanstalt Butzbach zu erreichen. Er war über Jahre hinweg einfach in die Geschäfte seiner Kunden, die er aus dem Verkehr gezogen hatte, eingestiegen und hatte Millionen gemacht. Aber davon wusste zu dieser Zeit noch niemand etwas — von ihm selbst natürlich abgesehen.

An diesem Nachmittag befand er sich jedenfalls noch auf freiem Fuß, war aber nicht im Büro. Statt seiner bekam ich es mit irgendeinem Sachbearbeiter zu tun, der ein Gesicht machte, als habe ich eine ansteckende Krankheit, als er auf meiner Karte las, welches Gewerbe ich ausübte. Leicht angewidert und lustlos erkundigte er sich: «Wollen Sie eine Anzeige erstatten?»

Ich sagte «Nee» und ließ ihn ein bisschen hängen.

«Sollen Sie eine Aussage machen?»

«Nicht, dass ich wüsste.»

Er zeigte erste Anzeichen von Ungeduld. Unaufgefordert zog ich mir einen Stuhl heran und ließ mich nieder. Ich war her gekommen, um brüderlich meine Informationen mit ihnen zu teilen in der Hoffnung, sie würden mir im Gegenzug ihrerseits etwas von ihrem Ambrosia zukommen lassen. Dies teilte ich ihm in einfacheren Worten mit, ohne jedoch seine Begeisterung entfachen zu können.

Aufs Geratewohl fing ich einfach mal an drauflos zu erzählen, und er hörte mit lauem Interesse zu. Bis das erste mal das Wort Moldawien fiel. Da wurde er plötzlich hellwach und begann, sich eifrig Notizen zu machen. Zum Schluss fasste ich noch in einem kleinen Szenario zusammen, wie die Sache meiner Meinung nach gelaufen sein musste. «Die Moldawier haben sich die Penner ausgeguckt, weil man an ihre Papiere relativ leicht rankommen kann. Das hat sie höchstens ein paar Flaschen Rotwein gekostet, manchmal sogar nicht einmal das. Aber sie konnten nicht jeden Penner nehmen, sondern nur solche, die — wie pro forma auch immer — noch einen festen Wohnsitz haben. Ohne festen Wohnsitz würde nicht mal der windigste Geldverleiher einen Cent rausrücken. Um an solche Tippelbrüder ranzukommen, brauchten sie zum Beispiel so jemanden wie den Hausmeister in diesem Wohnheim. Der konnte ihnen Tipps geben, wer in Frage kam, in Einzelfällen konnte er ihnen sogar gleich den Ausweis liefern. Alles was sie dann noch brauchten, war ein bisschen rote Farbe ins Gesicht, eine Perücke mit verfilzten Haaren und einen angeklebten Bart. Penner haben alle immer irgendwie das gleiche Gesicht, also ist es nicht schwer, mit den entsprechenden Ingredienzien eine gewisse Ähnlichkeit zu den Fotos auf den Ausweisen herzustellen, zumal die von Haus aus ja nicht gerade besonders lebensecht sind und manchmal Herrchens Fiffi ähnlicher sehen als dem Herrchen selbst. Und dann scheinen sie auch noch außerordentlich gut organisiert zu sein, generalstabsmäßig geradezu.»

Er zwirbelte einen gelben Bleistift mit Radiergummi zwischen den Fingern. «Wie meinen Sie das?»

«Erstens mal haben sie in Windeseile die Pennerszene abgegrast — alleine in unseren Büchern sind wir auf fast vierzig Fälle gestoßen und das in noch nicht mal zwei Monaten. Und dann stoppte dieser Hausmeister, auf den ich ein Auge hatte, bei einer Zigeunerin, die ihm offensichtlich den Weg zum großen Häuptling wies. Die müssen einen ganzen Haufen Leute am Ball haben.»

«Kann ich den Mietwagenvertrag mal sehen, den Sie vorhin erwähnten?»

Ich holte die Kopie heraus und gab sie ihm.

Er warf einen Blick drauf. «Wo haben sie den her?»

Ich grinste. «Hat mir ein Windstoß vor die Füße geweht.»

«So, so. Hätten Sie was dagegen, wenn ich mir eine Kopie davon mache?»

«Ich hätte nur etwas dagegen, wenn Sie ihn mir nicht mehr zurückgeben.»

Er ging zum Kopierer, kam zurück und gab mir meine Kopie wieder. Seine Kopie tat er zusammen mit meiner Karte und den Notizen, die er sich gemacht hatte in einen leeren Aktendeckel, klappte ihn zu und faltete die Hände darüber. Er sah mich an und stellte fest: «Beweise sind das nicht.»

«Aber es passt alles zusammen. Und Sie wollen doch auch noch etwas zu tun haben, oder?»

«Wir werden auf Sie zurückkommen,» teilte er mir abschließend mit.

Ich deutete auf den Aktendeckel unter seinen Händen. «Sehen Sie zu, dass Bollmann das so schnell wie möglich zu Gesicht kriegt.»

«Sie kennen Bollmann?»

«Wir gehen jeden Dienstag zusammen kegeln.»

«Bollmann kegelt nicht,» stellte er humorlos fest.

«So? Dann muss ich das wohl mit dem Polizeipräsidenten verwechseln.»

«Bollmann ist im Urlaub.»

«Dann legen Sie es eben Bollmanns Stellvertreter vor oder meinetwegen an höherer Stelle. Die Sache eilt. Die Stadt wird unterwandert, das Bankwesen ist in Gefahr.»

«Na, na, Kreditverleiher und Banken sind wohl nicht ganz dasselbe.»

«Wo ist der Unterschied außer in der Rendite?»

«Ja eben, die Rendite…»

«Die Bankfritzen träumen davon, wir realisieren sie. Was ist so schlimm daran, wenn man Träume wahr macht?»

«Vielleicht kommt es auch noch ein bisschen auf die Methoden an.»

«Die Methode ist Gewinnmaximierung, das ist das große Motto unserer Zeit. Und wir vernichten noch nicht einmal Arbeitsplätze dafür, sondern schaffen sogar noch welche.»

«Sie meinen für Gerichtsvollzieher und Schuldeneintreiber wie Sie?» fragte er hämisch.

«Gibt es gute und böse Arbeitsplätze? Ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz. Wichtig ist nur, dass es so viele wie möglich davon gibt — Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, da können Sie jeden Politiker fragen.»

Er lächelte fein. «Das werde ich lieber nicht tun.»

«Ich würde es auch nicht tun,» gab ich großzügig zu. «Aber zur Zeit wird aus diesem Land unheimlich Geld rausgezogen, und wenn das in diesem Stil weitergeht, wird die Zentralbank spätestens in ein paar Monaten deswegen die Leitzinsen raufsetzen müssen. Können Sie verantworten, wenn der Standort Deutschland dermaßen in Gefahr gebracht wird?»

Das Lächeln auf seinem Gesicht verbreiterte sich zu einem Grinsen. «Sie hätten selber in die Politik gehen sollen.»

«So? — Na, was nicht ist, kann ja noch werden. Aber wenn ich erst mal Politik mache, dann qualmt’s richtig, das können Sie mir glauben. Dann würde meine Branche Blaulicht und Martinshorn kriegen und Dauerdurchsuchungsbefehle für alle Häuser und Banken, und der gesetzliche Mindestzinssatz läge bei 40 Prozent.»

Abwehrend hob er die Hände. «Ist gut, ist gut. Ich ziehe meinen Vorschlag wieder zurück.»

Ziemlich frustriert verließ ich den Hort von Recht und Ordnung. Ich war keinen Millimeter weitergekommen. Mit Bollmann wäre das anders gelaufen. Der hätte mir Kaffee angeboten und eine Zigarre…

Das grau-schwüle Wetter ließ einem die Kleider am Leib kleben. Ich fuhr kurz nach Hause, um zu duschen und die Klamotten zu wechseln.

Ich war gerade soweit mit allem fertig und hörte noch ein bisschen Wagner bei voll aufgedrehter Lautstärke, als es klingelte.

Als ich die Tür öffnete, drängten sofort Carlo und der Kleine herein und hinter ihn betrat ein hochgewachsener graumelierter Geck mit kleinen Schwiemelaugen mein bescheidenes Heim. Ich glaubte, ich sagte schon, dass wir ein ziemlich schweißtreibendes Wetter hatten, trotzdem trug er über die Schultern gehängt einen Kamelhaarmantel und Handschuhe. Behutsam schloss er die Wohnungstür hinter sich, lächelte mich an und sagte: «Wollen wir nicht in die gute Stube gehen?»

Der Kleine und Carlo schoben mich vor sich her ins Wohnzimmer.

Ihr Boss zog sich die Handschuhe aus und stellte betrübt fest: «Ich muss schon sagen, Sie machen uns ganz schön Kummer, Herr, äh, Lünch.»

«Inwiefern?» erkundigte ich mich.

«Nun, Sie machen uns laufend unsere Autos kaputt, bekleckern meine Mitarbeiter mit Farbe und so weiter und so weiter. Können Sie mir mal verraten, was wir Ihnen getan haben?»

«Vielleicht liegt es daran, dass mich Ihre Hilfskomiker in der Ausübung meiner Tätigkeit immer wieder behindern.»

«Was ist es denn Ihre Tätigkeit?»

«Ich bin der Weihnachtsmann.»

«Ich glaube nicht, dass wir gekommen sind, um uns an Ihren Scherzen zu ergötzen.»

Das war hübsch formuliert. Ich versetzte.: «Und ich glaube, dass Sie gar niemand gerufen hat.»

Er lächelte nachsichtig. «Wir kommen auch, ohne dass man uns rufen muss. Besonders wenn wir noch Geld zu kriegen haben.»

«Was für Geld?»

«Nun, wenn ich es recht überblicke, ist uns durch Ihre Eskapaden ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstanden, in beträchtlicher fünfstelliger Höhe. Fast möchte ich sagen, ein sechsstelliger Betrag. Von dem Arbeitszeitausfall, den Sie uns gekostet haben, ganz zu schweigen.»

«Im Augenblick kann ich nur sehen, dass Sie mir Arbeitszeitausfall verursachen. Soll ich Ihnen mal meinen Stundensatz sagen?»

Er ließ ein gekünsteltes Lachen hören. «Sie sind wirklich ein lustiger Mann. — Aber wie ich schon sagte, wir sind nicht zum Vergnügen hier. Also wo ist das Geld?»

«Wie kommen Sie bloß auf die Idee, dass hier Geld auf Sie wartet?»

«Weil Sie es uns schulden,» sagte er mit einer plötzlichen leisen Schärfe in der Stimme.

«Ich fürchte, Sie reimen sich da was zusammen.»

«Und ich fürchte, Sie haben den Ernst der Lage noch nicht ganz erkannt, in der Sie sich befinden. Also, wie möchten Sie zahlen?»

«Gar nicht, würde ich doch sagen.»

Mit dem Kopf gab er seinen Männern einen kleinen Wink, und sie fingen an, die Bude zu filzen. Carlo zog eine Schublade heraus, kippte den Inhalt auf den Boden, trampelte achtlos darauf herum. Dann die zweite, dritte und so weiter. Der Kleine schraubte eine Flasche guten Malzwhisky auf schnüffelte daran, betrachtete dann nachdenklich den Goldfisch, den ich in einem Glas am Fenster stehen habe. Er ging hinüber und ließ den Inhalt der Whiskyflasche ins Goldfischglas gluckern.

«Na?» erkundigte sich ihr Boss freundlich auffordernd bei mir.

Ich starrte ihm in seine Schwiemelaugen. «Was na?»

Da fing er an, die Geduld zu verlieren, und klatschte mir mit seinen feinen Lederhandschuhen links und rechts ins Gesicht als leise Andeutung der Gewalt, die noch kommen konnte. Ich weiß nicht, in welchem Film er sich das abgeguckt hatte. Ich weiß nur, dass Filme sehr wenig mit dem wahren Leben gemein haben. Und im wahren Leben klatscht keine Schwuchtel Bodo Lünch mit ihren affigen Handschuhen ins Gesicht oder sonst wohin. Ich rammte ihm mein Knie in die Leistengegend, und aufstöhnend klappte er zusammen. Carlo ließ sofort von seinen Schubladen ab und kam auf mich zu gestürzt. Zuviel Schwung, ich brauchte nur etwas beiseite zu treten und ihm ein Bein zu stellen, und er segelte mit einem wunderbaren Hechtsprung durch die offene Tür auf den Balkon hinaus. Ich warf die Tür zu und ließ den Rollladen herunterkrachen. Im selben Moment fiel mich auch schon der Kleine von hinten an. Mit beiden Händen griff ich blind hinter mich, packte ihn am Hals, machte mich krumm und schleuderte ihn über mich hinweg. Er landete in einem Sessel, kippte damit hintenüber und riss seinen ächzenden Boss mit zu Boden. Dabei kamen sie irgendwie an den Lautstärkeregler, und aus den Boxen brauste machtvoll ‚Also sprach Zarathustra‘. Carlo begann wild an den Rollladen zu hämmern. Da klingelte es an der Tür. Ich ging aufmachen, viel schlimmer konnte es nicht kommen.

Draußen: Ein Mann und eine Frau. Er hager, in Schlips und Kragen, sehr seriös. Sie im Hosenanzug mit einer weinroten Aktenmappe unter dem Arm.

Ich sagte. «Mein Staubsauger ist noch ganz okay. Versichert bin ich bestens, und meine Fernsehgebühren habe ich auch bezahlt.»

Der Mann lächelte. «Schneider, Bundeskriminalamt. Und das hier ist Frau Staatsanwältin Altdorf-Neumann.»

«Wie lautet die Anklage?» erkundigte ich mich.

Jetzt lächelte auch sie. «Wir kommen in der Angelegenheit, in der Sie heute auf dem Polizeipräsidium vorgesprochen haben. Dürfen wir reinkommen?»

Ich machte den Weg frei. Hinten im Flur erschienen der Kleine und sein Boss, sich die Kleider richtend. Einen flüchtigen Gruß murmelnd drückten sie sich an uns vorbei und eilten die Treppe hinunter.

Wir gingen ins Wohnzimmer. Ich richtete den umgekippten Sessel auf und sagte. «Tut mir leid, ist noch ein bisschen unaufgeräumt, aber auf Besuch war ich nicht vorbereitet.»

Carlo hatte aufgehört, gegen den Rollladen zu hämmern. Statt dessen war ein Geräusch an der Außenwand zu hören, dann ein blechernes Quietschen, ein Ausruf des Ärgers und schließlich ein fürchterliches Scheppern unten auf den Mülltonnen. Ich zog den Rolladen hoch, und wir betraten den Balkon. Carlo hatte versucht, sich am Regenrohr davon zu machen, hatte aber leider die Verankerung aus der Wand gerissen, das Rohr war abgeknickt, und er war abgeschmiert und etwas hart auf den Mülltonnen gelandet. Der Kleine war gerade dabei, ihm da herauszuhelfen und der Boss gab weise Ratschläge dazu. Als es geschafft war, machten sie sich eilig vom Hof, Carlo stark humpelnd.

Zwei Balkons tiefer erschien der graue Kopf von Frau Hesselbach und rief zu mir herauf: «Ei, Herr Lünch, was is das dann wieder für ein Lärm bei Inne?»

«Wagner!» rief ich nach unten.

«Der Elektriker?»

«Nein, der Richard.»

«Sagese ihm, er soll endlich Ruh gäbbe!» Der graue Kopf verschwand wieder.

Frau Altdorf-Neumann lächelte. Schneider nickte zu der Hausecke hin, um die Carlo und sein Kompetenzteam entfleucht waren. «Freunde von Ihnen?»

«Das nicht gerade. Ich würde eher sagen, drei böse Onkels, die Kinder mit ihren Bonbons vergiften. Ich hab sie schon ein paar mal streng verwarnt, das zu lassen. Aber sie wollen einfach nicht hören.»

Wir gingen ins Wohnzimmer zurück. Der Goldfisch verhielt sich etwa seltsam. Er schwamm in Schlangenlinien, versuchte die Wasseroberfläche zu durchstoßen, weil er glaubte, dass er Flügel hätte, und machte Anstalten zu grölen.

Ich entschuldigte mich kurz bei meinem Besuch, trug das Glas in die Küche, und tauschte den Whisky gegen reines Leitungswasser aus. Dann krümelte ich noch eine halbe Alka-Seltzer hinein, wartete, bis das Schäumen etwas nachgelassen hatte, und ließ den Fisch wieder zu Wasser. Entweder würde er es überleben, oder Carlos Boss würde mir einen Goldfisch schulden.

Im Wohnzimmer strich Frau Staatsanwältin gerade ein zerknautschtes Sofakissen glatt, und Schneider hatte sich in einem Sessel niedergelassen und ließ den Blick über die Wüstenei schweifen. Er fragte: «Wollen Sie Anzeige erstatten?»

Mit dem Fuß schob ich den Inhalt der ausgeleerten Schubladen formlos ein bisschen zusammen, bahnte mir einen Weg zur Stereoanlage und drehte Wagner den Saft ab — ein Sakrileg, ich weiß. Darf man nicht machen, sonst kommt man nicht in den Himmel und darf nicht Karajan seine güldene Harfe polieren. Aber was half’s, die Staatsmacht im Haus geht immer vor. Ich sagte: «Anzeige wegen dem bisschen? Wir wollen die Verwaltung doch nicht mit solchen Kleinigkeiten belasten.»

«Wenn Sie meinen.»

«Was meinen Sie denn?»

Er sah mich mit leeren Augen an und fand, es sei Zeit, langsam mal zur Sache zu kommen, und holte aus: «Wir sind hier, weil uns Ihr Fall interessiert. Wie gesagt, ich komme vom BKA, Abteilung organisierte Kriminalität. Und Frau Altdorf-Neumann leitet hier in Frankfurt die Schwerpunktstaatsanwaltschaft organisierte Ausländerkriminalität. Ihr unterstellt ist die Soko Paprika, die sich speziell mit Aktivitäten von Ausländern aus dem Balkanbereich befasst.»

Ich setzte mich neben Frau Altdorf-Neumann aufs Sofa. Mit ihren blauen Augen und dem spitzen Kinn bestand eine entfernte Ähnlichkeit zu Frau Burgsmüller, aber sie war nicht blond, sondern hennarot. Soko Paprika, so einen Quatsch konnten wirklich nur Beamtenhirne aushecken. Ich sagte: «Sie haben also schon mehr von diesen Kreditbetrügereien im Visier.»

«Nein, haben wir nicht,» widersprach Schneider. «Aus Ihrer Branche bekommen wir im Allgemeinen leider nur wenig Unterstützung in solchen Dingen. Aber die Theorie, die Sie bei den Kollegen vom Betrugsdezernat vorgetragen haben, entspricht, ziemlich genau dem üblichen Vorgehensmuster dieser Brüder, wenn sie neue Märkte erschließen. Das Betrugsdezernat hat eigene Ermittlungen eingeleitet, um das Ausmaß des Schadens beurteilen zu können. Außerdem,» er griff in sein Jackett und holte ein zusammengefaltetes Blatt heraus, «ist dieser Bursche auf dem Mietwagenvertrag kein ganz Unbekannter für uns.»

«Warum nehmen Sie ihn dann nicht hoch?»

«Noch keine Beweise. Im Moment ist er nur Gegenstand der beobachtenden Fahndung, das heißt, wir haben ein Auge auf seine Bewegungen und Kontakte und sammeln Informationen über ihn.»

Ich beugte mich vor und begann, mir ein Pfeifchen zu stopfen. «Sie sagten etwas von einem üblichen Vorgehensmuster. Was meinen Sie damit?»

«Können Sie sich unter der Bezeichnung Transnistrien etwas vorstellen?» fragte Frau Altmann Bindestrich Neumann.

«Ist das ’ne ansteckende Krankheit?»

«Es ist ein Teil von Moldawien,» klärte Schneider mich auf. «Der Landstreifen zwischen dem Dniester und der ukrainischen Grenze, es hat sich Anfang der neunziger Jahre für unabhängig erklärt. Pro forma gibt es einen Präsidenten und eine Regierung. De facto herrscht aber Clanwirtschaft. Von einer auch nur einigermaßen funktionierenden öffentlichen Verwaltung in unserem Sinne kann überhaupt keine Rede sein. Dieses, äh, Staatsgebilde wurde völkerrechtlich nie anerkannt. Überall herrschen lokale Barone und Clanchefs und machen ihre eigenen Gesetze. Wirtschaftlich hält sich die Schose nur über alte Beziehungen nach Russland über Wasser. Exportiert werden praktisch nur noch Waffen aus den Waffenfabriken aus sowjetischer Zeit und so ziemlich alle Spielarten der Kriminalität. So etwas wie ein Justizwesen existiert natürlich nicht. Es ist der letzte rechtsfreie Raum in Europa. Wenn irgendwer Ärger mit den Strafverfolgungsbehörden hat und sich nach da unten absetzt, ist er praktisch sicher wie in Abrahams Schoß. Er muss sich nur mit den örtlichen Bossen irgendwie arrangieren.»

«Hm, das ist ja ein richtiges Rattennest.»

«Sozusagen. Aber das eigentliche Problem ist, dass die Ratten nicht unter sich bleiben, sondern auf Wanderschaft gehen und von fremden Tellerchen naschen, und das ziemlich systematisch und professionell. Sie müssen sich das so vorstellen, dass die Clans Europa, wenigstens den lukrativen Teil davon, unter sich aufgeteilt haben. Jeder Clan hat sein Gebiet, in dem er ungestört schalten und walten kann. Das Rhein-Main-Gebiet gehört zum Beispiel dem Santa-Clan, der seinen Sitz in Sinistrul hat, einem Kaff irgendwo im Norden von Transnistrien, wo es praktisch keine größeren Orte gibt. Und der Bursche mit dem Mietwagen, dieser Vasile Balta, der gehört genau zu diesem Clan.»

«Warum stoppen Sie sie nicht?»

Schneider lachte bitter auf. «Wenn wir ihnen die eine Tour vermasseln, lassen sie sich eben blitzschnell eine neue einfallen. Dieser Kreditschwindel ist offensichtlich auch so ein Dreh. Kommt hinzu, dass sie zunehmend mit Ortsansässigen arbeiten und sich selber im Hintergrund halten und nur noch abkassieren. Deshalb interessiert uns dieser Hausmeister, den Sie in Ihrer Aussage erwähnt haben.»

«Ich habe keine Aussage gemacht,» widersprach ich. «Es gibt ja auch noch gar keinen Fall.»

«Okay, dann sagen wir eben: kleine Plauderei.»

Ich erzählte ihnen alles, was mir über den Hausmeister noch in Erinnerung war, mit der Ausnahme von Walter Laube. Der sollte seine Ruhe haben. Er brauchte sie für Greta.

«Wissen Sie noch an welchem Wettbüro er gehalten hat?» erkundigte sich Schneider.

«Sicher.» Ich nannte ihm die Adresse. Dann fragte ich: «Was machen die eigentlich mit dem ganzen Zaster, den sie hier abgreifen?»

«Das wandert alles nach Transnistrien, Schein für Schein und wird es da in irgendwelche Matratzen oder was weiß ich für Behältnisse gestopft. Von Banken halten sie jedenfalls gar nichts, wahrscheinlich weil sie aus Berufserfahrung wissen, wie leicht man die ausnehmen kann. Und um Zinsen brauchen sie sich auch keine Sorgen zu machen, verzinst wird einfach durch neue Raubzüge. Etwas archaisch dieses Finanzgebaren, aber sehr, sehr einträglich. Was glauben Sie, wieviel die hier mit organisierter Bettelei, Einbrüchen, Drogen- und Waffenhandel und so weiter zusammenbringen — das sind zweistellige Millionenbeträge pro Jahr, allein für das Rhein-Main-Gebiet.»

«Ich habe die letzten Zahlen noch nicht, aber so mit zweihunderttausend dürfte meine Firma dabei sein.»

Schneider nickte. «Die können Sie abschreiben.»

«Wieso?»

«Na, die sind schon längst da unten und in die Matratze vom Clanchef gestopft.»

Ich grinste. «Dann wird er nicht mehr lange ruhig schlafen können.»

«Warum nicht?»

«Weil ich runterfahren und mir den Zaster wieder holen werde.»

«Haben Sie denn nicht zugehört, da unten gibt es keine Polizei, keine Justiz, nichts, das ist Wilder Westen pur,» sagte Frau Altdorf-Neumann tadelnd.

«Ich bin es gewohnt, ohne die Unterstützung der Behörden zu arbeiten.»

«Sie werden noch nicht mal reinkommen ins Land,» sagte Schneider mir voraus.

«Ich komme überall rein.»

«Sie sind verrückt,» stellte er fest. Aber irgendwie klang das halbherzig in meinen Ohren. Ich fragte mich sowieso, warum sie sich die Mühe machten, mich mit Informationen zu spicken. Alles, was ich wusste, hatte ich schon im Polizeipräsidium auf den Tisch gelegt. Mehr konnten sie nicht erwarten, und mehr hatten sie nicht gekriegt. Konnte es sein, dass sie mich als so eine Art Fernlenkwaffe benutzen wollten und zusätzlich vielleicht noch auf ein paar lichtvolle Informationen von mir hofften, falls ich lebend von dort zurückkommen sollte? Alles möglich. Nur eines war sicher, sie waren bestimmt nicht hier, weil es bei mir besoffene Goldfische zu besichtigen gab. Immerhin, ihre Informationen waren noch eine ganze Ecke lebensechter als Piependonks Lexikonweisheiten. Jetzt hatte ich ein klares Ziel.

Kaum dass mich der hohe Besuch verlassen hatte, klingelte das Telefon und Raffs Stimme nörgelte: «Wo bleiben Sie? Wo bleibt mein Geld?»

«Es wird kein Geld geben, bevor Sie mir nicht Phase grün genehmigt haben,» sagte ich ihm kalt ins Ohr.

«Sind Sie verrückt geworden?»

Warum glaubten heute denn alle, dass ich verrückt geworden sei? Ich knurrte: «Das Geld ist nicht bei den Pennern, ist nie bei ihnen gewesen.»

«So? Und wo ist es dann?»

«In Moldawien.»

«Was?!»

«Die Bande hat es eingesackt und mit nach Hause genommen und sich ins Kopfkissen gesteckt — die machen das da unten so.»

«Machen Sie Witze?»

«Keine Spur.»

«Wo haben Sie das alles her?»

«Vom Bundeskriminalamt.»

Lange Pause am anderen Ende der Leitung, dann kam lauernd die Frage: «Was haben Sie denn mit dem Bundeskriminalamt zu schaffen?»

«Ich habe sie eingeschaltet,» erklärte ich bescheiden.

«Das Bundeskriminalamt?»

«Und das Betrugsdezernat. Und die Staatsanwaltschaft.»

«Sind Sie noch recht bei Trost?» seine Stimme überschlug sich.

«Doch schon. Dieser Fall hat eine Dimension, die meine Möglichkeiten etwas übersteigt. Da muss man nehmen, was man kriegen kann.»

«Sie sind…»

«Sagen Sie’s lieber nicht,» unterbrach ich ihn. «Denken Sie erst mal in aller Ruhe drüber nach. Ich brauche Phase grün, sonst ist der ganze schöne Zaster im Eimer.» Damit legte ich auf. Ich wollte nicht zu denen gehören, die ihm an diesem Tag noch über den Weg liefen.

Es wurde Zeit für Agneta. Wir hatten einen ganz netten Abend — und auch eine nette Nacht. Ich fand heraus, dass sie eigentlich Gabi hieß. Aber ich blieb bei Agneta.

Die nächsten Tage machte ich einen großen Bogen um Raffs Büro. Ich ließ ihn im eigenen Saft schmoren. Der Zähler tickte und die Zinsen liefen weiter, aber jemand musste sie reinholen. Und dazu brauchte er mich. Wenn erst mal genug aufgelaufen waren, würde Phase grün ihre Schrecken für ihn verlieren. In dieser Beziehung ist er ganz einfach gestrickt. Da konnte ich mich ganz auf meinen Riecher verlassen.

Piependonks Auftrag ließ ich weiter laufen. Viel Neues würde wahrscheinlich nicht mehr dabei herauskommen, aber vielleicht noch der eine oder andere Zufallsfund. Ein blindes Huhn…, na ja, Sie wissen schon.

Ich trödelte ein bisschen durch die Tage, ging ab und zu zur Universität und nahm bei Milena ein wenig Privatunterricht in Moldawisch und Landeskunde. Die Abende und die Nächte gehörten Agneta.

Bis Montag hielt der Alte durch, dann gab er nach.

Es war kurz vor sieben morgens, Agneta und ich wälzten uns im Bett und überlegten gerade, wie es wäre, wenn wir noch ein wenig Spaß hätten, als mein Handy anschlug. Widerwillig gab Agneta mich frei. Ich sagte: «Wetten, dass das mein Chef ist und dass er mich dorthin schickt, wo der Pfeffer wächst?»

Es war Raff, und umstandslos kam er zur Sache und fragte: «Wann wollen Sie da runter fahren?»

«Bin praktisch schon unterwegs. Sie müssen mir nur ein Ticket nach Bukarest besorgen und den Spesenvorschuss bereit legen.»

«Wieso Bukarest?» fragte er ärgerlich und witterte schon wieder irgendwelchen Unrat.

«Es gibt keine Direktflüge nach Moldawien, wir haben uns irgendwie verkracht mit denen. Außerdem beabsichtige ich einige Vorkehrungen zu treffen, die direkt im Lande schlecht möglich sind.»

Er legte auf. Ich grinste Agneta an. «Ich hab gewonnen, was kriege ich dafür?»

«Du fährst weg?»

«Nach ganz hinten auf den Balkan.»

«Und was machst du da?»

«Meinen Chef glücklich — hoffentlich. Da unten gibt’s ein paar Leute, die Geld von ihm haben, das er zurück will.»

«Ist das nicht gefährlich?»

«Nicht für Bodo Lünch.»

Sie stand auf und ging ins Bad.

Als wir später in der Küche saßen und unseren Kaffee tranken, fragte sie: «Bleibst du lange?»

«Schwer zu sagen.»

«Du machst das gerne, stimmt’s?»

«Andere Länder kennenlernen, andere Sitten — wer wollte das nicht gerne?»

In der Tasse rührend setzte sie an: «Du, Bodo…»

Und ich dachte schon, jetzt kommt: …ich kriege ein Kind. Oder so. Aber dann wurde mir klar, dass wir für derart einschneidende Folgen noch nicht lange genug intim waren, und ich entspannte mich wieder.

«… glaubst du, dass es was wird mit uns beiden?»

Himmel noch mal! Kann man denn nirgendwo mehr seinen Spaß haben, ohne gleich lebenslänglich dafür zu kriegen? Ich knurrte: «Tut mir leid, aber ich hab meine Glaskugel grad nicht dabei.»

Und dann kam dieses sattsam bekannte bitter entsagungsvolle Seufzen, mit dem eine Frau auch den glühendsten Verehrer endgültig in die Flucht schlagen kann — wenn er ein richtiger Kerl ist. Und sie sagte: «Ist schon gut, ich werde dich nicht drängen.»

Einen Bodo Lünch zu irgendwas drängen? Wäre ja auch noch schöner! Ich brummte: «Wenn du was fürs Leben suchst, warum nimmst du nicht deinen Boss? Da hättest du was Solides. Und scharf auf dich ist er auch, soweit ich das beurteilen kann. Na ja, vielleicht schwitzt er ein bisschen sehr unter den Achseln, aber sonst…»

Sie legte den Löffel weg und schickte ein verwundetes Lächeln zu mir herüber.

Ich tätschelte ihre Hand und sagte: «So, jetzt wolln wir mal an die Arbeit gehn.»

Ich brachte sie noch zu ihrer Mietwagenklitsche und nahm dann Kurs auf Raffs Büro. Unterwegs rief ich noch kurz Piependonk an. Der war sofort am Apparat und vermeldete stolz: «Du, ich hab einen von den Hintermännern erwischt.»

«Wie, erwischt?»

«Na ja, wir haben zusammen einen gehoben. Als wir dann auf Äppelwoi umgestiegen sind, hat er schlapp gemacht und ist ziemlich redselig geworden. Scheinen diesen Stoff wohl nicht zu vertragen, die Moldawier, obwohl sie doch selber im Wein schwimmen.»

«Wie heißt er?»

«Basile Malta oder so ähnlich.»

Fast wäre ich auf einen städtischen Omnibus gebrummt. Erinnern Sie sich an das blinde Huhn? Aber das hätte ich dem alten Schlüssellochgucker beim besten Willen nicht zugetraut. Ich fragte: «Wie hast du das geschafft?»

«Kennst mich doch.»

«Ja eben.»

«He, he!»

«Mach’s nicht so spannend. Das BKA ist an dem Burschen dran, also…»

«Wirklich?»

«Werd bloß nicht größenwahnsinnig.»

«Na ja, er fiel mir auf, als ich meine Runde bei den Pennern machte. Bin ihm nachgegangen, erst in ’ne kleine Kneipe im Nordend, da konnte ich nicht hinterher ohne aufzufallen. Hab mir draußen die Beine vertreten. Dann ist er rüber nach Sachsenhausen, wollte sich offensichtlich ’n bisschen amüsieren. Auf diese Idee können wirklich nur noch Ausländer kommen…»

«Keine blumigen Ausschmückungen,» trieb ich ihn an.

«Ich ihm also nach, rein in irgend so ein Äppelwoi-Tingeltangel. Er blieb allein, trinkt einen Schnaps nach dem anderen. Ich mach mich unauffällig an ihn ran, spiele die Unschuld vom Lande. Wir kommen ins Gespräch, ich lasse beiläufig fallen, dass ich Reisender in Goldschmuck bin — oder so. Er wird hellhörig. Ich überrede ihn zu Äppelwoi, und von da an hat nur noch er erzählt. Er fliegt demnächst heim, morgen oder übermorgen. Muss da zu ’ner Hochzeit, wird anscheinend ’ne ganz große Sache, mehr so ’ne Art Volksfest. Der Sohnemann von seinem Boss heiratet.»

«Prima, dann werde ich ihn ja wahrscheinlich treffen.»

«Du fliegst auch da runter?»

«Heute Vormittag noch.»

«Scheiße. Ich mach mal wieder die Laufarbeit. Und du sahnst ab.»

Zum Trost teilte ich ihm noch mit, dass er weitermachen dürfe mit seinen unverzichtbaren Ermittlungen. Dann war ich auch schon vor Raffs Büro.

Der Alte war seltsam milde gestimmt an diesem Morgen. Ich führte das zurück auf seine geradezu mütterliche Sorge um sein liebes Geld. Vor sich auf dem Schreibtisch hatte er einen Haufen Scheine liegen, den ich so auf circa zweitausend Mäuse taxierte. Ich sagte. «Wenn das der Spesenvorschuss sein soll, werden Sie noch ein bisschen was drauflegen müssen.»

Da kriegte er wieder sein gereiztes Funkeln in die Augen und giftete: «Ich glaube, Sie sind wirklich total plemplem. Erst bleiben Sie tagelang unentschuldigt der Arbeit fern, kosten mich Unsummen an Zinsausfällen, und jetzt wollen Sie sich auch noch mit meinem gesamten Vermögen ins Ausland absetzen.»

Der Witz mit dem gesamten Vermögen war gut, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich herzlich darüber gelacht. Aber so sagte ich nur: «Wir haben es mit einer Gangsterbande zu tun, vielleicht sogar mit einem ganzen Staat von Gangstern. Das erfordert gewisse Vorkehrungen, und die kosten nun mal Geld.»

«Sie schaffen’s wohl nicht mehr alleine, wie?»

«Ich bin nur nicht lebensmüde.»

«Sie werden doch nicht weich werden?»

«Wer weiß. Es kommt die Zeit, da muss ein Mann an seine Zukunft denken. An eine Frau, an die Kinder, die er mit ihr haben wird…»

«Hat man Ihnen heut morgen was in den Kakao getan?» erkundigte er sich tückisch.

«Nicht dass ich wüsste.»

«Dann hören Sie endlich auf, so dämlich sentimental daherzuschwafeln! Das ist ja nicht zum Aushalten!»

«Nun ja, steter Tropfen höhlt den Stein. Bei den vielen Heiratsanträgen, die Tag für Tag so reinkommen, wird man eben irgendwann mal nachdenklich.»

«Verschonen Sie mich mit Ihren Weibergeschichten, ja?»

«Ich dachte, das würde Sie interessieren,» grinste ich.

«Wie kommen Sie denn auf diese absurde Idee?»

«Ein Mann mit einem ausgefüllten Sexualleben ist doch eine ziemliche Rarität geworden heutzutage.» Damit hatte ich ihn endgültig da, wo ich ihn haben wollte: ganz oben auf der Palme.

Er hieb mit der flachen Hand auf den Tisch. «Schluss jetzt! Behalten Sie die Details Ihres verlotterten Privatlebens gefälligst für sich! Mir reichen schon Ihre beruflichen Eskapaden voll und ganz.»

«Wenn Sie meinen,» grinste ich.

Ungnädig fixierte er mich durch seine Kassenbrille. «Vor allem meine ich, dass Sie jetzt genug herumgekaspert haben und sich langsam mal an die Arbeit machen sollten.» Aus der Schreibtischschublade holte er ein Geldbündel, zählte davon Scheine ab, die er dem Spesenvorschuss hinzufügte, und machte bei jedem Schein, der den Weg auf den Tisch nahm, ein Gesicht, als zerrisse es ihm das Herz. Als er fertig war, tat er den Rest des Bündels wieder in die Schublade und sagte: «So, das sind jetzt zwanzigtausend. Sie ziehen einem wirklich die Haut vom Leibe. Aber dafür zahlen Sie auch den Flug selber.»

«Das ist noch nicht mal die Hälfte von dem, was ich brauche,» protestierte ich.

«Jetzt machen Sie aber mal einen Punkt! Sie sollen da unten keine Armee aufstellen. Und wenn Sie’s doch unbedingt machen wollen, ist das Ihr Privatvergnügen.»

Seufzend strich ich das Geld ein und verstaute es in meiner Brusttasche. Zwanzigtausend waren schon ganz gut. Eigentlich hatte ich nur mit zehntausend gerechnet.

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