Die Kindsmörderin und die Scharfrichterin

Zu den berühmten Rechtsfällen gehört der nachstehende, nicht wegen seiner kriminalis­tischen Verwicklungen und schwierigen Rechtsfragen, denn die Geschichten und die Entscheidung sind sehr einfach, sondern durch den besonderen Umstand, welcher die Entdeckung veranlaßte, und durch andere, welche die Strafe begleiteten und den Vorfall ins Gebiet des Märchenhaften versetzen. Helene Gillet war ein liebenswürdiges junges Mädchen, geachtet von allen, welche sie kannten, um ihres Charakters und ihres sittlichen Benehmens willen. Auch ihre Eltern standen in Achtung. Der Vater war königlicher Kastellan zu Bourg-en-Bresse. Im Oktober des Jahres 1624 verbreitete sich das Gerücht, Helene Gillet sei schwanger. Die klugen Frauen sahen viele verdächtige Zeichen. Jedermann sprach davon, nur . . . weiter lesen

Pony-Express

Gleich nach­her rich­te­te sich all un­ser Sin­nen und Trach­ten dar­auf, mit lang­ge­streck­tem Hal­se nach dem ›Po­ny­rei­ter‹  aus­zu­schau­en, dem Eil­bo­ten, der mit der Brief­post in acht Ta­gen neun­zehn­hun­dert Mei­len weit über den Kon­ti­nent von St. Jo­seph bis nach Sa­kra­men­to da­hin­jag­te! Man stel­le sich die­se Leis­tung vor für Pferd und Rei­ter von Fleisch und Blut! Der Po­ny­rei­ter war meist ein leib­ar­mes Männ­chen, da­bei aber voll höchs­ter Kühn­heit und Aus­dau­er. Ei­ner­lei, zu wel­cher Ta­ges- oder Nacht­zeit sein Dienst an ihn her­an­trat, und ei­ner­lei, ob es Win­ter war oder Som­mer, ob es reg­ne­te, schnei­te oder ha­gel­te, ob sein ›Strich‹ ihn auf ebe­ner ge­ra­der Stra­ße . . . weiter lesen

Das Waldhaus

Ein armer Holzhauer lebte mit seiner Frau und drei Töchtern in einer kleinen Hütte an dem Rande eines einsamen Waldes. Eines Morgens, als er wieder an seine Arbeit wollte, sagte er zu seiner Frau: "Laß mir ein Mittagsbrot von dem ältesten Mädchen hinaus in den Wald bringen, ich werde sonst nicht fertig. Und damit es sich nicht verirrt", setzte er hinzu, "so will ich einen Beutel mit Hirse mitnehmen und die Körner auf den Weg streuen." Als nun die Sonne mitten über dem Walde stand, machte sich das Mädchen mit einem Topf voll Suppe auf den Weg. Aber die Feld- und Waldsperlinge, die Lerchen und Finken, Amseln und Zeisige hatten die Hirse schon längst aufgepickt, und das Mädchen konnte die Spur nicht finden. Da ging es auf gut Glück immer fort, bis die Sonne sank und die Nacht . . . weiter lesen

Der Zauber-Wettkampf

Einstmals ging ein junger Buchbindergeselle in die Fremde und wanderte, bis kein Kreuzerlein mehr in. seiner Tasche klimperte. Da endlich nötigte ihn sein gespanntes Verhältnis mit dem schlaff gewordenen Geldbeutel, ernstlich der Arbeit nachzufragen, und bald ward er auch von einem Meister angenommen und bekam es sehr, sehr gut. Sein Meister sprach zu ihm: »Gesell, du wirst es gut bei mir haben; die Arbeit, die du täglich zu tun hast, ist ganz geringe - Du kehrst nur die Bücher hier alle Tage recht säuberlich ab und stellst sie dann nach der Ordnung wieder auf. Aber dieses eine Büchlein, welches hier apart steht, darfst du nicht anrühren, viel weniger hineingehen, sonst ergeht dir's schlimm, Bursche, merk dir's. Dagegen kannst du in den andern Büchern lesen, so viel du nur magst.« Der . . . weiter lesen

Die Hirtin und der Schornsteinfeger

Hast du wohl je einen recht alten Holzschrank, ganz schwarz vom Alter und mit ausgeschnitzten Schnörkeln und Laubwerk daran, gesehen? Gerade ein solcher stand in einer Wohnstube; er war von der Urgroßmutter geerbt und mit ausgeschnitzten Rosen und Tulpen von oben bis unten bedeckt. Da waren die sonderbarsten Schnörkel, und aus ihnen ragten kleine Hirschköpfe mit Geweihen hervor. Aber mitten auf dem Schranke stand ein ganzer Mann geschnitzt; er war freilich lächerlich anzusehen, und er grinste auch, man konnte es nicht lachen nennen. Er hatte Ziegenbocksbeine, kleine Hörner am Kopfe und einen langen Bart. Die Kinder nannten ihn immer den ZiegenbocksbeinOber- und Unterkriegsbefehlshaber; das war ein langes Wort, und es gibt nicht viele, die den Titel bekommen. Da war er nun! Immer . . . weiter lesen

Seelenlos

Es war einmal ein Menschenfresser, der verspeiste nichts lieber als junge Mädchen, und er war so gewaltig und gefürchtet im Lande, daß niemand es wagte, ihn zu bekämpfen und ihm diesen Appetit zu vertreiben, vielmehr mußte ihm, sobald er ein Mägdelein verspeist hatte, ein anderes geliefert werden, und um bei der Wahl unparteiisch zu verfahren, mußten alle Mädchen des Landes bis zu einem gewissen Alter (nicht über achtzehn Jahre) das Los ziehen, ohne Unterschied des Ranges und Standes ihrer Eltern; denn Seelenlos, so war der Name jenes mädchenfressenden Ungeheuers, sagte stets, er liebe nächst dem Mädchenfleische vor allem die Gleichberechtigung. Nun geschahe es, daß eines Tages abermals das Los gezogen wurde, welches jedesmal für die arme Jungfrau, die es traf, ein trauriges . . . weiter lesen

Gesche Margaretha Gottfried

Ein junger Radmachermeister zu Bremen, mit Namen Rumpf, hatte dort in der Pelzerstraße 1825 ein Wohnhaus gekauft. An Warnungen von seiten seiner Freunde, daß er den Kauf unterlassen möge, hatte es nicht gefehlt. Man sagte, das Haus wäre ein Unglückshaus, worin die Männer stürben. Vor allem aber solle er sich vor der bisherigen Besitzerin in acht nehmen und sie nicht im Hause wohnen lassen. Denn wenn auch keiner der Madame Gottfried etwas Böses nachzusagen wußte, so herrschte doch bei vielen, die sie näher kannten, eine gewisse Furcht vor ihr, die allerdings einigen Grund hatte. In dem Hause, das die verwitwete Madame Gottfried bis jetzt besessen hatte, waren in den letzten Jahren nicht wenige Todesfälle vorgekommen. Sie hatte ihren ersten Mann, dann ihre Mutter, ihren Vater, . . . weiter lesen

Die Selbstanzeige der Witwe Kruschwitz in Gassen

(NIEDERLAUSITZ. ARSENIKVERGIFTUNG ODER EINGEBILDETER GIFTMORD?) 1869   Am 9. Februar 1867 meldete sich die verwitwete Scharwerker Kruschwitz, Johanne Juliane geborene Skerl, verwitwet gewesene Kuntze aus Gassen, bei dem Staatsanwalt zu Sorau und erklärte, ihr Gewissen lasse ihr keine Ruhe, sie habe ein schweres Verbrechen begangen, und so komme sie denn, es zu bekennen und sich selbst anzuzeigen. Ihre That bestehe darin, daß sie ihren ersten Ehemann mit Rattengift getödtet habe. Ueber die Motive zur That und den Hergang gab sie Folgendes an: »Im Jahre 1831, als ich erst 17 Jahre alt war, heirathete ich meinen ersten Ehemann, den Schuhmachermeister Johann Traugott Kuntze aus Seifersdorf; es geschah gegen meine Neigung und nur auf Zureden meiner Aeltern. Anfangs wohnte ich mit meinem . . . weiter lesen

Wilster, genannt Baron von Essen

Der Kriegs- und Domainenrath Greiner in Berlin galt für einen glücklichen Mann. Groß, stark, fast athletisch gebaut, mit einem lebhaft sanguinisch-cholerischen Temperamente, ging ihm von den Glücksgütern nichts ab, die das Leben heiter machen, wenn man für dasselbe keine höheren Ansprüche mit­bringt, als die des ungetrübten Genusses seiner Freuden und Annehmlichkeiten. Er be­saß ein eigenes ziemliches Vermögen, ein einträgliches, ehrenvolles Amt, die Zuneigung und die Achtung seiner Vorgesetzten. Er arbeitete in demselben, so weit es seine Pflicht war, ohne sich unnöthige Sorgen zu machen, ohne Verbesserungsgedanken nachzu­hängen. Auch die Noth der Zeit, die schweren Gewitterwolken, welche über Preußen nach dem unglücklichen Kriege und seiner Zersplitterung schwebten, . . . weiter lesen

Miles Weatherhill

Der Vicar Plow in dem Städtchen Trimorden, nicht weit von Manchester, kehrte am Abend des 2. März 1868 gegen halb 10 Uhr von einem Spaziergange in seine isolirt gelegene Wohnung zurück, aß zu Abend und läutete dann zur häuslichen Abendandacht. Die Kindermagd Jane Smith, welche zuerst in das Zimmer kam, theilte ihm mit, daß sie an der Hinterthür des Hauses ein verdächtiges Geräusch gehört habe. Plow begab sich an diese Thür, fand dieselbe unverschlossen, konnte sie aber nicht öffnen, da sie irgendwie von außen zugehalten wurde. Er ging also durch die vordere Hausthür und um das Haus. Wenige Schritte von der Hinterthür, im Hofe, stand ein junger Leinweber, Miles Weatherhill, der Geliebte einer frühern Dienstmagd der Plow'schen Eheleute, Sarah Bell, welche dieser Liebschaft . . . weiter lesen

Johann Heinrich Furrer

Mitten in dem herrlich gelegenen großen Dorfe Pfäffikon im Canton Zürich, in der Nähe der Kirche, wohnten im hintern Theil eines Hauses der Landmann Heinrich Furrer von Pfäffikon und seine Ehefrau Barbara. Aus der im Jahre 1843 geschlossenen Ehe waren zwei Kinder hervorgegangen: Johann Heinrich, geboren am 9. Aug. 1844, und Luise, geboren am 26. April 1853. Die Furrer'schen Eheleute waren ganz habliche Bauersleute. Ihre Liegenschaften waren ca. 16500 Frs., die Fahrhabe mit Vieh 2000 Frs. werth; an Schuldbriefen (grundversicherten Forderungen) besaßen sie 31480 Frs., Schulden hatten sie keine. Ihr Haus aber war arm an Freuden und ihr Leben einförmig. Schon der Vater Furrer's war ein geiziger Mann gewesen, er starb 1859. Der Sohn war wie der Vater und die Ehefrau wie ihr Mann. . . . weiter lesen

Der Wildschütz Hermann Klostermann

Am 1. October 1867 ritt der Oberförster von Wrede aus Hardehausen im Kreise Warburg in den Wald, um eine Besichtigung seiner Forsten vorzunehmen. Er umritt die Grenzen seines Reviers und begab sich sodann auf den Rückweg. Es dunkelte bereits, als er abends gegen 6 Uhr einen Menschen erblickte, der vor ihm die Flucht ergriff und eilig in den Wald lief. Der Oberförster verfolgte ihn und rief ihm »Halt!« zu, erhielt aber in drohendem Tone die Antwort: »Nicht näher oder ich schieße!« Herr von Wrede ließ sich nicht schrecken, er drang weiter vor, plötzlich fiel ein Schuß, der Reiter und sein Roß brachen zusammen. Zum Glück waren zwei Forstlehrlinge in der Nähe, welche den Verwundeten nach Hardehausen schafften. Es . . . weiter lesen

Der Nürnberger Kassendiebstahl

Es soll kein einzelner Zeuge wider Jemand auftreten über irgend eine Missethat oder Sünde; es sei welcherlei Sünde es sei, die man thun kann; sondern in dem Munde zweier oder dreier Zeugen soll die Sache bestehen. 5. Moses, 19, 15. Am 30. Juni 1790 machte der reiche und angesehene Kauf- und Handelsmann Johann Marcus Sterbenk bei dem Bürgermeisteramte der reichsfreien Stadt Nürnberg folgende Anzeige: »Er wäre heute gegen 5 Uhr Morgens durch seine Dienstmagd Katharina Kamm geweckt und benachrichtigt worden, daß die Haus- sowie die Comptoirthüre offen stünden und daß aus dem Comptoir die dortselbst gestandene eiserne Kassentruhe gestohlen worden sei. Damnisicat habe sich hierauf selbst von der Wahrheit der Angabe der Magd überzeugt . . . weiter lesen

Ein Mord im Criminalgfängniß von Nürnberg

1830. In der Nähe des Hallerthürleins, wo das träge dahinschleichende Wasser des trüben Pegintzflusses die alte Stadt Nürnberg verläßt, erhebt sich kühn über dem Strome ein finster blickendes, im modernen Stil gehaltenes Gebäude. Auf beiden Seiten sieht man kleine, halbrunde, vergitterte Fenster, in der Mitte etliche ebenfalls mit Eisenstäben versehene Bogenfenster. Zieht man die schrilltönende Schelle am Eingang, so öffnet sich mittels eines verdeckten Drathzuges das eiserne Thor; man steigt mehrere Stufen hinauf zu einer starken Eisengitterthür, welche die Haustreppe von dem Vorplatze absperrt. Auf diesem angelangt, erblickt man zur Rechten einen tiefen dunkeln Gang und in demselben wol zwanzig mit starken Riegeln verschlossene . . . weiter lesen

Exner

In Schlesien und den benachbarten Ländern war der Räuber Exner zu Anfang dieses Jahrhunderts überall bekannt und gefürchtet. Seines Handwerks ein Wollspinner und aus Sulzbach in der Oberpfalz gebürtig, war er schon in seiner frühesten Jugend ein berüchtigter Dieb. Wegen mehrerer gewaltsamer Diebstähle, die er in Schlesien noch als halber Knabe verübte, wurde er mehrfach festgesetzt, zur Untersuchung gezogen und bestraft. Aus dem Zuchthaus zu Jauer entsprang er, gesellte sich mehreren Diebesgenossen zu, die ihn zu ihrem Anführer wählten, und beging als ihr Hauptmann noch achtzehn gewaltsame Diebstähle und Einbrüche. Zwar wurde er oft ergriffen; er ent?oh aber ebensooft mit der größten Verwegenheit, ehe die langwierigen Untersuchungsprozesse zum Abschluß gekommen waren. Zuletzt . . . weiter lesen

Das gelbe Gesicht

Bei der Veröffentlichung dieser kurzen Skizzen über einige von den zahlreichen Fällen, in denen die glänzende Begabung meines Freundes sich offenbarte, weile ich naturgemäß mehr bei seinen Erfolgen als bei seinen Mißerfolgen. Und dabei leitet mich nicht sowohl die Rücksicht auf seinen Ruf – denn tatsächlich erscheinen seine Tatkraft und seine Findigkeit nie bewundernswerter als wenn er sich selbst in eine Sackgasse verrannt hatte –, sondern es bestimmt mich zu meiner Auswahl auch der Umstand, daß, wo er erfolglos blieb, auch sonst niemand das Ziel erreichte und den Schleier lüftete. Immerhin ist es ein paarmal vorgekommen, daß sich in solchen Fällen doch noch nachträglich das Rätsel gelöst hat. In meinen Notizen . . . weiter lesen

1. Gestatten Lünch – Bodo Lünch

Mal angenommen, Sie haben einen finanziellen Engpass. Im Prinzip kann das jedem passieren. Die Banken wittern Aasgeruch und drehen Ihnen den Hahn ab. Andere Kreditgeber sind weit und breit nicht in Sicht. Aber es gibt ja noch die privaten Geldverleiher, die laufend knallige Anzeigen in den Zeitungen haben von wegen Schnell-Kredite ganz ohne Sicherheiten und lästige Formalitäten bei sofortiger Barauszahlung. Klingt alles prima. Also greifen Sie zu und haben ruck, zuck wieder Bares auf der blanken Kralle, und die Banken können Ihnen in die Tasche steigen. -- Denken Sie. Doch die Geschäftsbedingungen sind nicht von Pappe und die Zinsen horrend, und es wäre schon ein verdammtes Wunder, wenn Sie mit den Raten nicht ins Stottern kämen. Sind Sie ein Wunderkind? Nein? Gut, dann werden Sie . . . weiter lesen

2. Wie geschmiert

Die Welt ist voller Kanaillen, es gibt viel zu viele davon. Trotzdem musste ich mir ganz schön das Gehirn zermartern, bis mir Kaplan einfiel. Richard Kaplan -- der größte Beschiss seit Bernie Cornfeld. Besondere Merkmale: dreht den Leuten für viel Geld faule Ölinvestments an. Mal abgesehen von der reichlich ausgeleierten Masche hatte ich nichts gegen seine Art, Geld zu verdienen. Wenn es immer noch Trottel gab, die nicht mitgekriegt hatten, dass das große Ölgeschäft seit mindestens fünfzig Jahren gelaufen ist, warum sollte man sie nicht dafür bezahlen lassen? Es war schon immer etwas teurer dämlich zu sein. Was mir allerdings weniger gefiel, war, dass er mir immer wieder durch die Lappen ging. Jedes mal wenn ich in seinem Büro aufkreuzte, hielt mich sein Vorzimmerdrachen auf, . . . weiter lesen

3. Schwierige Patienten

Gegen Mittag saß ich an einem Fenstertisch in einer schäbigen, verdreckten Kneipe im Hafengebiet. Die Fenster waren groß und schmutzig und die alte, abblätternde Farbe war schwarz von Fliegendreck. In der Luft hing zäh und schwer ein nebliges Gemisch aus abgestandenem Tabakrauch und Dünsten von ranzigem Fett. Und überall, wo man hinlangte, klebten einem die Finger fest. Nach meinem Geschmack war diese Spelunke zwar nicht gerade, aber ich hatte es mir nicht aussuchen können; ich war geschäftlich hier. Vor mir hatte ich eine Tasse Kaffee -- und Anton Schiebe, ein gewieftes Kerlchen mit einem verstockten, abgefeimten Mausgesicht. Er steckte in einer verschossenen blauen Arbeitshose mit Latz und beobachtete mich mit schmalen Augen. Manche Leute machen Geld wie Heu, er machte Schulden . . . weiter lesen

4. Unser Oma ihr klein Häuschen . . .

Zehn Minuten später lag ich auf der Autobahn und dröhnte den Lahmärschen auf der Überholspur mit meiner Zweiklangkompressorfanfare die Ohren voll und bestrahlte sie mit der Lichthupe. Ich war unterwegs zu Apollonia Erbslöh, einem alten Weibchen vom Lande, das sich bei Raff vor fünf Monaten runde fünfzehn Mille für ein neues Dach gepumpt und schon verdammt lange nichts mehr von sich hören lassen hatte. An der dritten Ausfahrt fuhr ich raus, tobte mich noch ein bisschen auf einer leeren schattigen Landstraße aus und war bald dort, wo ich hin wollte, in einem verschlafenen Kaff von Landstädtchen, in dem absolut nicht los war, außer dass da irgendwo fünfzehn Riesen von Raff versickert waren. Ich stoppte in einer breiten Vorstadtstraße mit weit verstreuten Häusern und zementierten . . . weiter lesen