Die drei Studenten

Es war im Jahre 1895, als uns der Gang von Ereignissen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, veranlaßte, ein paar Wochen in einer unserer bedeutendsten und ältesten Universitätsstädte zuzubringen. In dieser Zeit passierte aber nebenbei eine kleine eigenartige Geschichte, die ich jetzt erzählen will. Ich brauche dabei wohl kaum besonders zu bemerken, daß ich irgendwelche Angaben, aus denen der Leser auf die wirkliche Begebenheit schließen könnte, vermeiden muß, denn es würde sonst ungerecht und beleidigend sein, und es ist besser, wenn man über einen so peinlichen Vorfall Gras wachsen läßt. Bei der nötigen Diskretion kann man jedoch das Vorkommnis selbst wohl mitteilen, und ich möchte dies daher nicht unterlassen, besonders auch, weil sich dabei die hervorragendsten Fähigkeiten meines Freundes Sherlock Holmes wieder einmal in glänzender Weise zeigten.

Wir bewohnten damals ein paar möblierte Zimmer in der Nähe einer Bibliothek, wo Holmes eifrig alte englische Schriften studierte und ein dermaßen überraschendes Resultat hatte, daß ich dieser Sache gewiß später noch einmal ein besonderes Kapitel widmen werde.

Eines Abends, als wir von einem Spaziergang am Flußufer heimgekehrt waren und rauchend auf unserem Zimmer saßen, klopfte es plötzlich an der Tür, und herein trat ein bekannter, wegen seines wissenschaftlichen Rufes hoch angesehener Professor vom St. Lucas College.

Er war ein großer, magerer Mann von nervösem, leicht erregbarem Temperament; sein glattrasiertes Gesicht trug alle Spuren einer äußerst regen geistigen Tätigkeit. Ich hatte ihn nie anders als unruhig gesehen, aber diesmal befand er sich doch in einem solch hohen Grade der Erregung, daß entschieden etwas Außergewöhnliches geschehen sein mußte.

Er nahm sich gar nicht die Zeit, uns zu begrüßen, sondern platzte sofort los:

»Sie müssen mir ein paar Stunden Ihrer kostbaren Zeit opfern, Herr Holmes. In meinem College ist uns etwas sehr Unangenehmes passiert, und ich wüßte, wenn Sie nicht zufällig hier wären, wahrhaftig nicht, was ich anfangen sollte. Sie allein, Herr Holmes, können mir helfen.«

»Ich bin gerade in diesen Tagen sehr beschäftigt und kann keine Ablenkung brauchen,« erwiderte mein Freund, der sich nicht von seinem Stuhl erhoben hatte. »Ich rate ihnen daher, lieber polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.«

Holmes hatte noch nicht zu Ende gesprochen, als ihm der Professor in sichtlicher Erregung entgegnete:

»Nein, nein, mein lieber Herr; das ist vollständig unmöglich. Sobald man eine Sache der Polizei übergeben hat, kann man sie nicht mehr zurückziehen, und hier liegt gerade ein Fall vor, wo im Interesse der Anstalt in erster Linie jeder Skandal vermieden werden muß. Von Ihnen weiß ich nun, daß Sie verschwiegen sind, und kenne auch Ihre Fähigkeiten. Sie sind der einzige Mann auf Erden, der mir helfen kann. Ich bitte Sie inständig, Herr Holmes, alles zu tun, was in Ihren Kräften steht.«

Meines Freundes Laune war nie sehr rosig, wenn er für längere Zeit die ihm liebgewordene Bakerstraße missen mußte. Ohne seine Bücher, seine Chemikalien und seine heimische Unordnung fühlte er sich nicht behaglich. Er zuckte ungnädig die Schultern, aber unser Besucher ließ sich dadurch nicht abhalten, in fließenden Worten und mit lebhaften Gebärden seine Geschichte vorzubringen.

»Morgen ist der erste Tag der Abgangsprüfung, Herr Holmes. Ich bin einer der Examinatoren. Mein Fach ist Griechisch, und eine der ersten Aufgaben besteht in der Uebersetzung eines größeren Abschnittes aus einem griechischen Werk, welchen der Kandidat nicht kennen darf. Diese Stelle lasse ich drucken, um sie unmittelbar vor der Prüfung auszugeben, und es würde natürlich eine ungeheuere Erleichterung für den Prüfling sein, wenn er sich vorbereiten könnte. Deshalb muß dieser Text streng geheim gehalten werden.

Heute nachmittag gegen drei Uhr erhielt ich die Abzüge aus der Druckerei. Es ist ein halbes Kapitel aus dem Thucydides. Ich mußte es sehr sorgfältig durchlesen, weil der Text selbstverständlich durchaus fehlerfrei sein muß. Ich war um halbfünf noch nicht ganz fertig. Da ich aber einem Freund versprochen hatte, bei ihm den Thee einzunehmen, ließ ich die Korrektur auf meinem Schreibtisch liegen und ging fort. Ich mag etwas über eine Stunde ausgeblieben sein.

Sie wissen ja, Herr Holmes, daß bei uns im College überall Doppeltüren sind – innen eine mit grünem Stoff überzogene und außen eine schwere eichene. Als ich an die äußere Tür kam, war ich starr, einen Schlüssel darin stecken zu sehen. Im ersten Augenblick glaubte ich, ich hätte meinen eigenen abzuziehen vergessen, aber ein Griff in die Tasche belehrte mich, daß dies nicht der Fall war. Der einzige zweite Schlüssel, der meines Wissens existiert, befand sich im Besitz meines Dieners Bannister. Dieser Mann ist seit zehn Jahren bei mir in Stellung und dessen Ehrlichkeit über jeden Zweifel erhaben. Es stellte sich heraus, daß der Schlüssel wirklich ihm gehörte, daß er in meinem Zimmer gewesen war, um mich zu fragen, ob ich Thee haben wollte, und daß er beim Hinausgehen in sträflicher Sorglosigkeit den Schlüssel hatte stecken lassen. Er muß kurz nachdem ich weggegangen war, in meinem Zimmer gewesen sein. Seine Vergeßlichkeit würde sonst nur wenig geschadet haben, aber gerade heute hat sie die schlimmsten Folgen gehabt.

Sobald ich auf meinen Schreibtisch blickte, merkte ich, daß jemand meine Papiere durchgestöbert hatte. Der Korrekturbogen bestand aus drei Stücken, die ich beisammen gelassen hatte. Eins davon lag nun am Boden, eins auf einem Tischchen am Fenster und das dritte da, wo ich den Abzug durchgesehen hatte.«

Holmes regte sich jetzt zum ersten Male.

»Der Anfang am Boden, die Fortsetzung am Fenster und der Schluß, wo Sie gesessen hatten,« sagte er.

»Ganz genau, Herr Holmes. Ich staune über Sie. Wie können Sie das wissen?«

Holmes machte eine nervöse, abwehrende Bewegung.

»Bitte, fahren Sie mit Ihrem interessanten Bericht fort, Herr Professor!«

»Im ersten Moment dachte ich, Bannister hätte sich die unverzeihliche Freiheit genommen, meine Papiere zu durchsuchen. Er stellte dies jedoch mit größter Entschiedenheit in Abrede, und ich bin auch fest überzeugt, daß er die Wahrheit gesagt hat. Es blieb also nur die Möglichkeit übrig, daß jemand im Vorbeigehen den Schlüssel bemerkt und gewußt hatte, daß ich ausgegangen war, und dann mein Zimmer betreten hatte, um sich einen Einblick in meine Papiere zu verschaffen. Es steht nämlich überdies eine große Summe Geldes auf dem Spiel, denn auf die beste Arbeit ist ein hoher Preis gesetzt, und ein gewissenloser Mensch kann daher sehr wohl gewagt haben, das Risiko auf sich zu nehmen, um auf diese Weise einen Vorsprung vor seinen Kameraden zu gewinnen.

Mein alter Diener war infolge dieses Vorfalls äußerst aufgeregt. Er fiel beinahe in Ohnmacht, als wir fanden, daß jemand sich Einblick in den Examenstext verschafft haben mußte. Ich holte ihm ein bißchen Branntwein, und er setzte sich in einen Stuhl, worauf ich eine genaue Untersuchung des Zimmers vornahm. Ich wurde bald gewahr, daß der Eindringling außer den zerknitterten Papieren auch noch andere Spuren seiner Anwesenheit hinterlassen hatte. Auf dem kleinen Tischchen am Fenster waren verschiedene Schnitzelchen von einem Bleistift, der offenbar dort gespitzt worden war. Es lag auch eine abgebrochene Spitze dort. Der Kerl hatte das Kapitel aller Wahrscheinlichkeit nach in größter Eile abgeschrieben, den Bleistift dabei abgebrochen, und ihn wieder frisch gespitzt.«

»Ausgezeichnet!« rief Holmes, der wieder bessere Laune bekommen hatte, weil der Fall seine Aufmerksamkeit mehr und mehr gefesselt hatte. »Das Glück ist Ihnen günstig gewesen.«

»Das war noch nicht alles. Ich habe einen neuen Schreibtisch mit einem feinen Ueberzug von rotem Leder. Ich könnte darauf schwören, und Bannister ebenfalls, daß er vollkommen unversehrt war. Und nun bemerkte ich einen richtigen drei Zoll langen Schnitt darin – keinen oberflächlichen Kratzer, sondern einen wirklichen Einschnitt. Aber das war’s nicht allein, ich fand auch noch einen kleinen Klumpen von schwärzlichem tonigem oder lehmigem Schmutz, in dem etwas wie Sägemehl zu stecken scheint. Ich glaube bestimmt, daß diese Spuren von dem Mann stammen, der die Papiere mißbraucht hat. Fußabdrücke und sonstige Zeichen, wodurch man seine Persönlichkeit feststellen könnte, waren aber nicht zu sehen. Ich war mit meinem Witz zu Ende, als mir plötzlich einfiel, daß Sie ja glücklicherweise in unserer Stadt seien, und ich bin schnurstracks hierher geeilt, um die Sache in Ihre erfahrenen Hände zu legen. Helfen Sie mir also, Herr Holmes! Sie sehen, wie ich in der Klemme stecke. Entweder muß ich den Dieb ausfindig machen, oder die Prüfung muß verschoben werden, bis ich einen neuen Text für die griechische Uebersetzung habe drucken lassen. Das kann jedoch nicht ohne die Angabe der Gründe geschehen und wird einen furchtbaren Skandal hervorrufen, wodurch nicht nur der Ruf der Fakultät, sondern der ganzen Universität geschädigt wird. Vor allen Dingen möchte ich daher, daß die Angelegenheit nicht in die Oeffentlichkeit dringt.«

»Ich bin gerne bereit, mich der Sache anzunehmen und Ihnen zu raten, so gut ich es vermag,« sagte Holmes, indem er aufstand und seinen Ueberzieher anzog. »Der Fall ist gar nicht uninteressant. Hatte Sie irgend jemand in Ihrem Zimmer besucht, als Sie die Korrektur bereits bekommen hatten?«

»Ja; der junge Daulat Ras, ein indischer Student, der in demselben Flügel wohnt; er wollte mich über einige Einzelheiten des Examens fragen.«

»An dem er selbst auch beteiligt ist?«

»Jawohl.«

»Und der Abzug lag auf dem Tische?«

»Soviel ich weiß, ja, jedoch war er noch zusammengerollt, so wie ich ihn mir aus der Druckerei geholt hatte.«

»Er konnte aber als Korrekturbogen erkannt werden? Wenigstens wenn man wußte, daß Sie einen solchen heute vormittag erhielten.«

»Das ist nicht unmöglich.«

»Sonst war niemand drin?«

»Nein.«

»Wußte jemand, daß der Abzug in Ihrem Zimmer sein würde?«

»Kein Mensch außer dem Drucker.«

»Kennt dieser den Diener?«

»Nein, sicherlich nicht. Niemand hat’s sonst noch gewußt.«

»Wo ist Bannister jetzt?«

»Er befand sich in einem sehr elenden Zustand, als ich wegging, der arme Kerl. Er lag ganz gebrochen im Stuhl, aber ich kümmerte mich weiter nicht um ihn; ich hatte zu große Eile, zu Ihnen zu kommen, Herr Holmes.«

»Sie haben jetzt die Tür zu ihrem Zimmer offen gelassen?«

»Nur die Papiere habe ich rasch erst eingeschlossen.«

»Dann, Herr Professor, muß, falls der Indier bei seinem Besuch die Rolle nicht als den Abzug erkannt hat, der Mann, der ihn abgeschrieben hat, eben ganz zufällig vorbei- und hineingegangen sein, ohne überhaupt von der Existenz dieses wichtigen Papiers Kenntnis gehabt zu haben.«

»Das glaube ich auch.«

Holmes lächelte in seiner rätselhaften Weise.

»Nun,« sagte er, »wollen wir zusammen hingehen.«

Holmes griff nach seinem Hut, und ich tat dasselbe.

»Nichts für dich, Watson.«

Als er aber mein enttäuschtes Gesicht bemerkte, sagte er gutmütig lächelnd:

»Gut, komm mit, wenn du willst. – Herr Professor, wir stehen zu Ihrer Verfügung.«

 

Von dem alten moosbewachsenen Hof des Collegienhauses führte ein gotischer Toreingang zu einer steinernen Wendeltreppe. Das Zimmer unseres Klienten lag im Erdgeschoß und hatte ein großes vergittertes Fenster; darüber wohnten im ersten, zweiten und dritten Stockwerk je ein Student. Es war bereits im Dunkelwerden, als wir anlangten. Holmes blieb stehen und guckte nach dem Fenster im Erdgeschoß. Dann ging er näher darauf zu, stellte sich auf die Zehen, machte einen langen Hals und schaute hindurch ins Zimmer des Professors.

»Er muß durch die Türe hereingekommen sein,« sagte unser kundiger Führer, »es ist weiter kein Fenster da als dieses vergitterte hier.«

»Wenn wir hier nichts weiter sehen können,« meinte Holmes, in seiner eigentümlichen Weise lächelnd, »dann wollen wir lieber hineingehen.«

Wir betraten einen Korridor. Der Professor schloß die äußere Türe zu seinem Zimmer auf und führte uns hinein. Holmes begann sogleich eine genaue Untersuchung des Teppichs, während der Professor und ich, um ihn nicht zu stören, in einer Ecke stehen blieben.

»Hier finden sich leider keine Spuren,« sagte er dann. »Bei so trockenem Wetter kann man auch kaum welche erwarten. Ihr Diener scheint sich übrigens wieder ganz erholt zu haben. Sie sagten, daß Sie ihn in einem Stuhl hätten liegen lassen; in welchem denn?«

»In dem dort am Fenster.«

»Ach so, dort neben dem kleinen Tisch. Nun können Sie näherkommen. Ich bin mit der Untersuchung des Teppichs fertig. Wir wollen jetzt zunächst das Tischchen hier vornehmen. Wie der Mann vorgegangen ist, kann nicht zweifelhaft sein. Er ist in das Zimmer getreten und hat die Papiere Stück für Stück vom Schreibtisch an das Fenstertischchen gebracht, weil er Sie von hier aus über den Hof zurückkommen sehen und sich dann rechtzeitig aus dem Staub machen konnte.«

»Aber tatsächlich konnte er’s nicht,« warf der Professor ein, »denn ich bin durch einen Seiteneingang zurückgekehrt, und nicht über den Hof.«

»Aha! Aber immerhin hat er sich’s so gedacht, denn er konnte damit rechnen, daß Sie über den Hof kämen. Zeigen Sie mir, bitte, nun die drei Papierbogen.«

Der Professor übergab sie meinem Freund, worauf dieser sie lange mit der Lupe untersuchte.

»Keine Fingerabdrücke! Ich hatte vermutet, daß der Eindringling sich beim Spitzen des Bleistiftes den Daumen der rechten Hand mit dem Graphit geschwärzt hätte, und daß wir auf einem der Papiere einen genauen Daumenabdruck fänden. Aber ich kann absolut nichts entdecken.

Nun, diesen Bogen mit dem Anfang hat er zuerst genommen und abgeschrieben. Wie lange mag er bei höchster Anstrengung dazu gebraucht haben. Doch mindestens eine Viertelstunde. Dann hat er ihn weggeworfen und den zweiten geholt. Er war bis zur Mitte gekommen, als er infolge Ihrer Rückkehr sehr rasch fliehen mußte – sehr rasch, denn er hatte nicht soviel Zeit, die Papiere wieder an ihren alten Platz zurückzulegen, wodurch Sie doch aufmerksam werden mußten. Sie haben keine eiligen Schritte gehört, Herr Professor, als Sie die äußere Türe aufmachten?«

»Nein, ich habe nichts gehört.«

Holmes untersuchte nun die Holzschnitzel, die auf dem Tischchen lagen.

»Gut; er hat so fürchterlich drauf los geschrieben, daß er seinen Bleistift abgebrochen und ihn wieder gespitzt hat. Das ist interessant, Watson; der Bleistift war kein gewöhnlicher. Er war dicker als sonstige Bleistifte, sehr weich und aus der Fabrik von Johann Faber. Das Holz war dunkelblau gefärbt, und der Name des Fabrikanten war in silbernen Buchstaben eingedruckt. Das übrig gebliebene Stück ist höchstens noch anderthalb Zoll lang. Suchen Sie diesen Bleistift, Herr Professor, und Sie haben Ihren Mann. Zu Ihrer Erleichterung will ich Ihnen noch hinzufügen, daß er ein großes und sehr stumpfes Messer hat.«

Der Gelehrte zeigte ein Gesicht, auf dem sich die Ueberraschung über diese vielen Auskünfte in fast komischer Weise malte.

»Die anderen Punkte verstehe ich zur Not,« sagte er endlich, »aber die Sache von der Länge will mir nicht recht –«

Holmes hielt ihm ein kurzes Stückchen von dem Bleistiftholz hin, das der Unbekannte beim Spitzen auf den Tisch hatte fallen lassen. Man sah darauf die Buchstaben NN und noch einen kleinen freien Raum dahinter.

»Begreifen Sie’s nun?«

»Nein, auch jetzt noch fürchte ich –«

»Watson, wofür hältst du diese NN? Sie bilden den Schluß eines Wortes. Es wird dir bekannt sein, daß Johann Faber die bekannteste Bleistiftfirma ist. Ist es also nicht klar, daß von dem Bleistift noch so viel übrig ist, als gewöhnlich noch vor dem »Johann« freier Platz ist, plus derjenigen Länge, die die Buchstaben JOHA einnehmen? Mehr auf keinen Fall, denn die beiden N sind ja weggeschnitten, wie du siehst.«

Dann hielt er das kleine Tischchen gegen das elektrische Licht.

»Ich hoffte, falls er auf dünnes Papier geschrieben hätte, auf der polierten Platte eine Spur zu entdecken, ich kann jedoch nichts sehen. Wir können hier weiter nichts erfahren. Betrachten wir uns nun den Schreibtisch. Dieses Klümpchen ist vermutlich die schwarze lehmige Schmutzmasse, wovon Sie sprachen, Herr Professor. Es ist außen formlos, aber innen ungefähr wie eine Pyramide geformt und hohl, wie ich sehe. Wie Sie richtig bemerkten, scheinen Spuren von Sägemehl oder etwas ähnlichem drin zu sein. Wahrhaftig, das ist interessant. Und dazu der Riß auf Ihrem Schreibtisch – ein wirklicher Riß. Er fängt mit einem Kratzer an und endigt mit einem Loch. Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet, Herr Professor, daß Sie mir diesen interessanten Fall übertragen haben. Das ewige Studieren auf der Bibliothek und das Herumstöbern in alten Handschriften haben meinen Geist ganz abgestumpft. Da kommt mir solch ein anregender Fall gerade recht. Ich werde morgen mit frischen Kräften zur Bibliothek gehen. Wohin führt diese Türe dort?«

»In mein Schlafzimmer.«

»Sind Sie, seitdem die Sache passiert ist, schon einmal drin gewesen?«

»Nein; ich kam nur in dieses Zimmer und bin dann direkt zu Ihnen gelaufen.«

»Ich würde gern einen Blick in Ihr Schlafzimmer werfen.«

Der Professor öffnete uns die Tür, und wir betraten einen jener Räume aus der höchsten Blütezeit der englischen Gotik, ehe dieser Stil noch in die unnatürlichen Formen der späteren Zeit ausartete. Die Wände waren getäfelt, und die Holzdecke war eine Sehenswürdigkeit, selbst in jener Stadt, wo das Auge durch Aehnliches verwöhnt ist.

»Was für ein reizendes, altertümliches Zimmer! Wollen Sie, bitte, einen Augenblick warten, bis ich den Fußboden untersucht habe. Nein, es ist nichts zu sehen. Wozu dient dieser Vorhang? Sie hängen Ihre Kleider dahinter auf. Wenn sich jemand in diesem Zimmer verbergen müßte, könnte er’s nur hier hinten tun, denn das Bett ist zu niedrig und der Kleiderschrank zu klein. Es steckt vermutlich keiner dahinter?«

Als Holmes den Vorhang zurückzog, merkte ich ihm an, daß er auf eine Ueberraschung gefaßt war. Aber in der Tat barg der Vorhang nur drei oder vier Anzüge, die an einer Kleiderleiste hingen. Holmes wandte sich zurück und beugte sich plötzlich tief hinab auf den Boden.

»Hallo! Was ist das hier?« rief er.

Er hatte einen kleinen tonartigen Schmutzklumpen gefunden, der innen pyramidenförmig hohl war, und hielt ihn in der flachen Hand unter eine elektrische Lampe.

»Ihr Besucher scheint nicht nur in Ihrem Studier-, sondern auch in Ihrem Schlafzimmer gewesen zu sein, Herr Professor!«

»Was kann er hier nur gewollt haben?«

»Das scheint mir nicht allzu schwer erklärlich. Sie kamen auf einem unerwarteten Wege zurück, sodaß er Sie nicht eher bemerkte, bis Sie bereits an der äußeren Türe waren. Was blieb ihm übrig? Er raffte alles auf, was ihn direkt hätte verraten können, und stürzte in Ihr Schlafzimmer, um sich dort zu verbergen.«

»Heiliger Himmel, Herr Holmes, Sie meinen, daß wir während der ganzen Zeit, die ich mit Bannister verhandelte, den Kerl nebenan gefangen hatten, wenn wir’s nur gewußt hätten?«

»So denke ich mir’s.«

»Dann besteht noch eine andere Möglichkeit, Herr Holmes. Ich weiß nicht, ob Sie mein Schlafzimmerfenster betrachtet haben?«

»Es ist ein Gitterfenster mit drei Eisenstäben, die weit genug auseinander stehen, um einen Mann zur Not durchzulassen.«

»Ganz recht. Und es mündet auf eine Ecke des Hofes, die ziemlich verdeckt liegt. Der Mann kann also auch hier eingestiegen sein, die Fährte in der Kammer zurückgelassen haben und dann, als er die Türe offen fand, auf dem natürlichen Wege hinausgeschlüpft sein.«

Holmes schüttelte ungeduldig den Kopf.

»Wir wollen nicht so unpraktisch denken,« antwortete er. »Wenn ich Sie richtig verstanden habe, benutzen drei Studenten die Haustreppe und gehen täglich mehrmals an Ihrer Türe vorbei?«

»Jawohl, das ist so.«

»Und sie stehen alle drei vor dem Examen?«

»Ja.«

»Haben Sie auf einen stärkeren Verdacht als etwa auf die anderen?«

Der Professor zögerte mit der Antwort.

»Das ist eine delikate Frage, sagte er dann. Man spricht nicht gerne einen Verdacht aus, für den man keine Beweise hat.«

»Lassen Sie uns nur den Verdacht hören. Wenn er begründet ist – für den Beweis will ich schon sorgen.«

»Ich will Ihnen dann die Charaktere dieser drei Mitbewohner kurz schildern. Der unterste derselben heißt Gilchrist, er ist ein fleißiger Student und ein tüchtiger Turner; er gehört dem studentischen Reit- und Cricket-Klub an und hat schon einen Preis im Hürdenrennen und im Weitsprung bekommen. Er ist ein schöner, stattlicher junger Mann. Sein Vater war der bekannte Baron Jabez Gilchrist, der sich durch den Sport finanziell ruiniert hat. Mein Zögling ist in verhältnismäßiger Armut hinterlassen worden, aber er arbeitet sehr fleißig, so daß etwas Tüchtiges aus ihm werden wird.

Im zweiten Stock wohnt der Indier Daulat Ras. Er ist ein ruhiger, tief angelegter Mensch, wie die meisten seines Stammes. Er ist einer der ersten in seinen Leistungen, freilich ist Griechisch seine schwache Seite. Er arbeitet sicher und methodisch.

Im obersten Stock liegt das Zimmer von Miles Laren. Er macht glänzende Arbeiten, – wenn er überhaupt welche macht. Er ist entschieden einer der intelligentesten Studenten an der ganzen Universität, aber er ist launenhaft, zerstreut und haltlos. Er wurde wegen einer Spielsache gleich im ersten Jahr beinahe entlassen. Er ist die ganze Zeit über faul gewesen und muß der Prüfung trotz seiner unbestreitbaren Begabung mit Besorgnis entgegensehen.«

»Dann trauen Sie’s diesem wohl zu?«

Der Professor sah verlegen auf den Boden.

»So weit möchte ich nicht gleich gehen. Doch von den dreien ist’s bei ihm nach meiner Ansicht am wenigsten unwahrscheinlich.«

»Gut. Nun möchte ich gerne Ihren Diener sprechen, Herr Professor.«

Dieser drückte auf den Knopf einer elektrischen Klingel, worauf Bannister erschien.

Er war ein kleiner Mann von etwa fünfzig Jahren, mit blassem, glattrasiertem Gesicht. Er litt noch unter der plötzlichen Störung, die den gewohnten ruhigen Gang seines Lebens unterbrochen hatte. Seine Gesichtsmuskeln zuckten noch, auch die Finger zitterten noch vor Aufregung, und sein Blick schweifte unstet von einem zum andern.

»Wir wollen jetzt die unglückliche Geschichte genauestens untersuchen,« sagte der Professor in väterlichem Ton zu ihm.

»Jawohl, Herr Professor.«

»Soviel mir gesagt worden ist, haben Sie den Schlüssel in der Tür stecken lassen?« fragte Holmes.

»Jawohl, Herr.«

»War es nicht sehr auffallend, daß Ihnen das gerade an dem Tage passierte, als diese wichtigen Papiere hier offen auf dem Tische lagen?«

»Es war ein höchst unglückliches Zusammentreffen, Herr. Aber auch sonst ist schon so was vorgekommen.«

»Um welche Zeit haben Sie das Zimmer betreten?«

»Gegen halbfünf, wann Herr Professor seinen Tee einzunehmen pflegt.«

»Wie lange haben Sie sich in dem Zimmer aufgehalten?«

»Sobald ich bemerkte, daß er nicht da war, bin ich wieder rausgegangen.«

»An was merken Sie für gewöhnlich, ob Ihr Herr ausgegangen ist?«

»Die Tür zu seinem Zimmer ist dann verschlossen.«

»Warum sind Sie dann nicht sogleich umgedreht, als Sie merkten, daß die Tür verschlossen war? Sie brauchten doch unter diesen Umständen das Zimmer gar nicht zu betreten.«

Bannisters Blicke glitten unruhig an der Wand hin und her, als suchten sie dort etwas.

»Wenn der Herr Professor mir nicht besonders sagte, er sei ausgegangen, so stellte ich ihm den Thee einfach in sein Zimmer. Er kam dann in solchen Fällen stets bald nachher.«

Auf Holmes‘ fragenden Blick nickte der Professor bestätigend.

»Wie oft waren Sie denn heute nachmittag in dem Zimmer?«

»Zweimal. Als ich glaubte, meinen Herrn zum Thee nicht mehr erwarten zu dürfen, ging ich hinein und räumte die Sachen wieder ab.«

»Haben Sie in irgend etwas eine Veränderung bemerkt, als Sie zum zweitenmal das Zimmer betraten?«

»Nein, ich konnte nichts bemerken.«

»Haben Sie sich die Papiere auf dem Tisch näher angesehen?«

»Nein, Herr; gewiß nicht.«

»Wie kam es, daß Sie den Schlüssel abzuziehen vergaßen?«

»Ich hatte den Präsentierteller mit dem Theegeschirr in der Hand. Ich wollte gleich wieder kommen und den Schlüssel holen; hab’s dann aber vergessen.«

»Hat die Türe ein gewöhnliches oder ein Springschloß?«

»Nein, Herr, ein gewöhnliches.«

»Dann hat die äußere Türe also die ganze Zeit offengestanden, solange der Schlüssel steckte?«

»Jawohl, Herr.«

»Und wenn jemand im Zimmer war, konnte er zu dieser Tür heraus?«

»Jawohl, Herr.«

»Als der Herr Professor zurückkehrte und Sie herbeirief, waren Sie sehr bestürzt?«

»Ja, mein Herr. So was Unglückliches ist mir nicht passiert während der ganzen langen Zeit, die ich schon hier bin. Ich wurde fast ohnmächtig, Herr.«

»Das habe ich gehört. Wo standen Sie, als Sie sich unwohl fühlten?«

»Wo ich stand, Herr? Ei, richtig, hier in der Nähe der Türe.«

»Das ist merkwürdig, weil Sie sich in jenen Stuhl dort drüben in der Ecke gesetzt haben. In solchen Fällen pflegt man sich auf den nächsten besten Stuhl zu setzen, ohne noch lange durchs Zimmer zu laufen. Warum sind Sie an den anderen Stühlen vorbeigegangen?«

»Ich weiß ’s nicht, Herr. Ich hab‘ mich nicht drum gekümmert, wo ich mich hinsetzte.«

»Ich glaube wirklich auch nicht, daß er’s mit Absicht getan hat, Herr Holmes. Er sah sehr schlecht aus – ganz fahl,« warf der Professor ein.

»Und als ihr Herr hinaus war, sind Sie noch hier geblieben?«

»Ja.«

»Und wie lange noch?«

»Höchstens noch eine Minute – bis ich mich wieder besser fühlte. Dann hab‘ ich die Tür zugeschlossen und bin in mein Zimmer gegangen.«

»Haben Sie irgend einen Verdacht und gegen wen?«

»Oh, ich wage nichts darüber zu sagen. Ich glaube nicht, daß irgend ein Herr von der ganzen Universität einer solchen Tat fähig ist. Nein, ich kann mir’s ja gar nicht vorstellen.«

»Ich danke Ihnen, es genügt mir,« sagte Holmes.

Der durch das Verhör ganz verwirrte Diener atmete erleichtert auf und war schon an der Tür, als ihm Holmes plötzlich zurief:

»Oh, noch eine Frage! Sie haben doch bei den drei Studenten, die Sie bedienen, nichts davon erwähnt, daß hier etwas passiert ist?«

»Nein, Herr; kein Wort.«

»Sie haben inzwischen überhaupt noch keinen getroffen?«

yNein, mein Herr.«

»Gut. Nun wollen wir einen Schritt weiter gehen, Herr Professor, wenn es Ihnen gefällig ist.«

Wir gingen hinaus in den Hof und sahen von dort aus, daß die drei übereinanderliegenden Fenster erleuchtet waren.

»Ihre drei Vögel sind in ihren Nestern,« sagte Holmes. »Hallo! Was ist das? Der eine scheint ziemlich unruhig zu sein.«

Es war der Indier. Sein dunkler Schatten zeigte sich plötzlich am Vorhang. Er schritt schnell im Zimmer auf und ab.

»Ich möchte gerne einen Blick in die drei Zimmer werfen und die Bewohner etwas kennen lernen,« sagte mein Freund. »Läßt sich’s möglich machen?«

»Ohne besondere Schwierigkeiten,« erwiderte der Gelehrte. »Da dieser Teil des Gebäudes sehr alt ist und eine Sehenswürdigkeit, so ist es gar nicht auffällig, wenn Besucher durchgehen und sich die Räumlichkeiten ansehen. Kommen Sie mit, ich werde Sie persönlich einführen.«

»Aber, bitte, keine Namen nennen!« sagte Holmes, als wir bei Gilchrist anklopften. Ein hochgewachsener, blondhaariger, schlanker junger Mann öffnete die Türe und hieß uns willkommen, als wir ihm den Zweck unseres Besuches gesagt hatten. Das Zimmer enthielt wirklich einige besonders schöne Stücke mittelalterlicher Architektur. Holmes war über eins derselben so entzückt, daß er darauf bestand, es in sein Notizbuch einzuzeichnen. Er brach dabei seinen Bleistift ab, so daß er sich von Herrn Gilchrist einen leihen mußte, und schließlich borgte er sich auch noch ein Messer von ihm, um seinen eigenen wieder zu spitzen. Dasselbe Pech hatte er auch wieder, als er in der Wohnung des Indiers eine Skizze in sein Buch zeichnete. Ras war ein ruhiger, junger Mensch von kleiner Gestalt und mit einer krummen Nase; er sah uns etwas schief an und war offenbar froh, als mein Freund seine Architekturstudien beendigt hatte. Ich konnte nicht bemerken, daß Holmes in dem einem oder andern Falle auf die Spur gekommen war, die er suchte. Dem dritten Studenten erschien unser Besuch sehr ungelegen. Als wir anklopften, fragte er, statt zu öffnen, was wir wollten, und auf unsere Antwort erwiderte er nur mit einem lauten mächtigen Fluchen. »Mir egal, wer Sie sind. Gehn Sie zum Kuckuck!« brüllte drin eine Stimme. »Morgen ist Examen, ich kann keine Störung brauchen.«

»Ein roher Kerl,« sagte unser Führer, rot vor Aerger, als wir die Treppe hinunterstiegen. »Natürlich hat er nicht gewußt, daß ich’s war, aber nichtsdestoweniger war sein Benehmen sehr unhöflich und, in Anbetracht der Umstände, tatsächlich verdächtig.«

Holmes‘ Erwiderung lautete sehr merkwürdig.

»Können Sie mir die genaue Größe dieses Mannes angeben?« fragte er.

»Das kann ich wirklich nicht sagen, Herr Holmes. Er ist größer als der Indier, aber kleiner als Gilchrist. Er wird ungefähr fünfeinhalb Fuß haben.«

»Das ist sehr richtig,« sagte Holmes. »Und nun wünsche ich Ihnen Gutenacht, Herr Professor!«

Dieser stieß einen lauten Ruf des Erstaunens und Schreckens aus.

»Gütiger Gott, Herr Holmes, Sie werden mich doch nicht so kurz abfertigen! Sie scheinen sich meine Lage gar nicht klar zu machen. Morgen ist die Prüfung. Ich muß unbedingt heute abend noch handeln. Ich kann das Examen nicht vor sich gehen lassen, nachdem eins dieser Papiere abgeschrieben ist. Bekannt soll der Vorfall aber auch nicht werden. Denken Sie bloß an den Skandal! Sie müssen sich an meine Stelle versetzen, um meine peinliche Situation ganz zu erfassen.«

»Sie können nichts daran ändern. Ich werde morgen früh zu Ihnen herumkommen und die Sache weiter besprechen. Möglicherweise bin ich dann schon in der Lage, Ihnen einen bestimmten Bescheid zu geben, der Sie in stand setzt, Maßnahmen zu ergreifen. Unterdessen lassen Sie alles, wie’s ist – ganz genau.«

»Jawohl, Herr Holmes.«

Der Gelehrte machte ein so unglückliches Gesicht, daß ein leichtes Lächeln um Holmes‘ Lippen spielte.

»Seien Sie vollkommen beruhigt. Wir werden sicher einen Ausweg finden. Ich will die schwarzen Schmutzklümpchen und auch die Bleistiftschnitzel mitnehmen. Adieu.«

Als wir wieder in dem dunkeln Hof standen, blickten wir nochmals nach den Fenstern hinauf. Der Indier spazierte noch immer ruhelos in seinem Zimmer auf und ab. Die anderen waren nicht zu sehen.

»Nun, Watson, wie denkst du darüber?« fragte mich Holmes, als wir auf der Straße waren. »Ganz wie ein kleines Kartenkunststück, nicht wahr? Du hast drei Buben. Einer davon ist’s gewesen. Nun rate! Welchen hältst du für den richtigen?«

»Den Burschen in der obersten Etage, der so fluchte. Ihm hat zudem der Professor das schlechteste Zeugnis ausgestellt. Aber der Indier machte auch ein merkwürdiges Gesicht. Warum geht er die ganze Zeit im Zimmer auf und ab?«

»Da ist nichts weiter dabei. Das tun viele Menschen, wenn sie zum Beispiel etwas auswendig lernen wollen.«

»Er sah uns aber so feindselig von der Seite an.«

»Das würdest du wohl auch tun, wenn dich unvermutet eine Anzahl fremder Menschen überfiele, und du dich auf die am nächsten Tage stattfindende Prüfung vorbereiten wolltest, und dir daher jede Minute kostbar wäre. Nein, dabei kann ich nichts finden. Sein Bleistift und sein Messer waren auch nicht verdächtig. Aber mit jenem Burschen ist’s nicht in der Ordnung.«

Holmes nickte unbestimmt gegen das Haus.

»Mit welchem?«

»Ei, mit Bannister, dem Diener. Er hat die Hand dabei im Spiel. Ganz gewiß, Watson.«

»Er hat auf mich den Eindruck eines durchaus ehrlichen Mannes gemacht.«

»Auf mich auch. Das ist mir eben auffallend, daß ein durchaus ehrlicher Mann – hier ist übrigens eine große Schreibmaterialienhandlung. Hier wollen wir unsere Nachforschungen beginnen.«

Es gab in der ganzen Stadt nur vier derartige Geschäfte von irgendwelcher Bedeutung, und in jedem zeigte Holmes seine Bleistiftabfälle, und bot einen hohen Preis für einen Bleistift, wie er ihn beschrieb. Alle Verkäufer stimmten darin überein, daß sie einen solchen Bleistift bestellen könnten, daß diese Sorte aber von ungewöhnlicher Dicke sei und daher selten auf Lager gehalten werde. Mein Freund schien durch seine Mißerfolge nicht sonderlich betrübt, er zuckte nur in beinahe komischer Weise entsagungsvoll mit der Schulter.

»Das sieht nicht sehr tröstlich aus, mein lieber Watson. Die beste Spur hat zu nichts geführt, und ich hege wahrhaftig etwas Zweifel, ob wir nun ohne sie zum Ziele kommen werden. Weiß Gott, mein Lieber, es ist fast neun Uhr, und die Wirtin sprach von grünen Erbsen, und wir sollten bestimmt um halb acht zum Essen da sein. Nun, die wird ihre helle Freude haben, wenn wir jetzt endlich anrücken. Paß auf, so was schlägt dem Faß nochmal den Boden aus. Du kommst stets unpünktlich zu Tisch und verqualmst der Frau ihre Zimmer – da wird sie dir nächstens kündigen, und ich fliege natürlich mit hinaus, d. h. aber nicht eher, bis wir das Problem von dem nervösen Professor, dem nachlässigen Diener und den drei unternehmenden Studenten gelöst haben.«

 

Holmes sprach an jenem Abend kein Wort mehr über die Sache, obwohl er nach unserem verspäteten Abendbrot lange Zeit in Gedanken versunken dasaß.

Am anderen Morgen um acht Uhr, als ich gerade mit meiner Toilette fertig war, kam er in mein Zimmer.

»Nun, Watson,« sagte er, »es ist Zeit, daß wir nach St. Lucas hinuntergehen. Kannst du mit dem Frühstück warten?«

»Gewiß.«

»Der Professor wird in größter Unruhe sein, bis wir ihm einen positiven Bescheid bringen.«

»Das glaube ich auch! Kannst du ihm denn etwas Bestimmtes mitteilen?«

»Ich glaube, ja.«

»Du hast dir ein Urteil gebildet?«

»Jawohl, mein lieber Watson; ich habe das ganze Geheimnis aufgedeckt.«

»Aber was hast du denn in der Nacht für Beweismaterial sammeln können?«

»Oho! Ich bin nicht umsonst zu so ungewohnter Stunde, um sechs Uhr, aufgestanden. Ich habe bereits zwei Stunden angestrengt gearbeitet und wenigstens fünf Meilen zurückgelegt, mein Lieber, um etwas zu finden. Sieh hier!«

Er hielt mir die flache Hand hin, in der er drei kleine Klumpen von schwarzem, lehmigem Ton hatte.

»Ei, Holmes, du hattest gestern Abend doch nur zwei solche Dinger!«

»Und eins habe ich heute Morgen gefunden. Es ist ein schlagendes Beweismittel. Wo Nummer drei hergekommen ist, werden wohl auch Nummer eins und zwei herstammen. He, Watson? Also komm, wir wollen unseren Freund nicht länger die Pein des Zweifels ausstehen lassen.«

 

Der unglückliche Hochschullehrer befand sich ohne Frage in einem bejammernswerten Zustande, als wir ihn in seiner Wohnung aufsuchten. In ein paar Stunden sollte die Prüfung anfangen, und er wußte immer noch nicht, ob er den Vorfall bekannt geben, oder den Schuldigen die Früchte seiner unlauteren Handlungsweise genießen lassen sollte. Er konnte vor Aufregung kaum auf den Beinen stehen und lief Holmes mit ausgestreckten Armen entgegen.

»Gott sei Dank, Herr Holmes, daß Sie kommen! Ich fürchtete schon, Sie hätten’s aus Verzweiflung aufgegeben. Was soll ich tun? Kann die Prüfung ihren Verlauf nehmen?«

»Ja; lassen Sie sie auf jeden Fall beginnen!«

»Aber dieser Schurke –?«

»Den will ich Ihnen sogleich vorführen!«

»Sie kennen ihn?«

»Ich glaube, ja. Wenn die Sache nicht in die Oeffentlichkeit dringen soll, müssen wir uns selbst gewisse Rechte nehmen und einen kleinen Gerichtshof bilden. Setzen Sie sich dorthin, bitte, Herr Professor. Du hierher, Watson! So! Ich will in dem Sessel in der Mitte Platz nehmen. So, jetzt, denke ich, sitzen wir alle in der nötigen Positur, um einem Schuldigen Schrecken einzujagen. Klingeln Sie, bitte!«

Bannister trat ein, prallte jedoch in sichtlicher Ueberraschung und Furcht vor unseren richterlichen Mienen wieder zurück.

»Wollen Sie, bitte, die Türe zumachen,« sagte Holmes. » Bannister, nun erzählen Sie uns mal der Wahrheit gemäß, wie sich der Fall von gestern zugetragen hat.«

Der Mann wurde im ganzen Gesicht totenbleich.

»Ich hab‘ Ihnen alles gesagt, Herr.«

»Nichts hinzuzufügen?«

»Gar nichts, Herr.«

»Dann muß ich ein paar Fragen an Sie richten. Als Sie sich gestern auf jenen Stuhl setzten, taten Sie das, um einen Gegenstand zu verbergen, der verraten haben würde, wer im Zimmer gewesen sei?«

Bannister wurde ganz fahl.

»Nein, Herr; sicher nicht.«

»Es ist ja nur eine Frage,« sagte Holmes sanft. »Ich gestehe freimütig ein, daß ich es nicht beweisen kann. Aber es ist nicht allzu unwahrscheinlich, weil Sie im Augenblick, als der Herr Professor den Rücken der Tür zugewandt hatte, den Mann hinausgelassen haben, der sich dort im Schlafzimmer verborgen hatte. Denselben Mann, der sich Einblick in die Korrekturabzüge verschaffte.«

Bannister leckte an seinen trockenen Lippen.

»Da war kein Mann drin, mein Herr.«

»Ach, das ist schade, Bannister. Bis jetzt haben Sie die Wahrheit gesprochen, aber nun weiß ich, Sie haben gelogen.«

Das Gesicht des Dieners zeigte jetzt dumpfen Trotz.

»Es war kein Mann drin, Herr.«

»Gestehen Sie’s doch, Bannister, gestehen Sie’s!«

»Nein, Herr, es war keiner drin.«

»Dann können wir von Ihnen keine weitere Auskunft erwarten. Wollen Sie, bitte, einstweilen hier bleiben? Stellen Sie sich dort drüben neben die Kammertüre. Nun muß ich Sie bitten, Herr Professor, die Güte zu haben, zu Herrn Gilchrist hinaufzugehen und ihn zu ersuchen, hierher zu kommen.«

In der nächsten Minute kam der Lehrer zurück und brachte den Studenten mit. Er war eine stattliche männliche Erscheinung, ein schlanker, geschmeidiger, behender Mensch mit elastischem Schritt und hübschem, offenem Gesicht. Seine unruhigen blauen Augen musterten uns der Reihe nach, bis er endlich in der Ecke den Diener gewahr wurde. Da trat die blasse Furcht auf seine Züge.

»Erst die Türe zumachen!«

Holmes setzte eine ernste, feierliche Miene auf.

»Nun, Herr Gilchrist, wir sind hier ganz allein, und niemand braucht je zu erfahren, was wir hier unter uns verhandeln. Wir können ganz offen zu einander sprechen. Wir wollen wissen, wie Sie, Herr Gilchrist, ein ehrenhafter Mann, in aller Welt dazu gekommen sind, gestern eine solche Handlung zu begehen?«

Der unglückliche junge Mann taumelte rückwärts und warf Bannister einen entsetzten und vorwurfsvollen Blick zu.

»Nein, nein, Herr Gilchrist, ich habe kein Wort gesagt – nicht ein einziges Wort!« rief der Diener.

»Nein,« sagte Holmes, »aber eben haben Sie’s getan. Nun, Herr Gilchrist, Sie werden wohl selbst einsehen, daß nach diesen Worten Bannisters Ihre Lage hoffnungslos ist, und daß Ihnen jetzt nur noch ein offenes Bekenntnis nützen kann.«

Einen Augenblick fuhr sich der junge Mann mit der Hand über das Gesicht, als ob er seine verzerrten Züge befühlen wollte. Im nächsten warf er sich neben dem Tisch auf seine Kniee, verbarg sein Gesicht mit den Händen und fing heftig zu schluchzen an.

»Kommen Sie, stehen Sie auf,« sagte Holmes begütigend; »irren ist menschlich, und es kann Ihnen wenigstens niemand den Vorwurf der Verstocktheit machen. Es wird Ihnen wahrscheinlich schwer fallen, jetzt den Vorgang zu erzählen; so will ich’s lieber dem Herrn Professor sagen, wie sich alles zugetragen hat, und Sie können mich verbessern, wo ich irre. Ist’s Ihnen recht so? Nun, nun, antworten Sie nur. Hören Sie zu, und Sie werden sehen, daß ich Ihnen kein Unrecht tue.

Von dem Augenblick an, Herr Professor, als Sie mir sagten, daß kein Mensch, selbst nicht einmal Bannister, gewußt habe, daß sich dieses wichtige Papier in Ihrem Zimmer befand, begann der Fall in meinem Geiste eine bestimmte Gestalt anzunehmen. Den Drucker konnte man von vornherein aus dem Spiel lassen, denn er hätte den Inhalt ja in seinem eigenen Zimmer studieren können. Der Indier kam mir auch nicht verdächtig vor. Wenn der Abzug zusammengerollt war, konnte er kaum wissen, was es war, als er Sie besuchte. Andererseits schien es mir auch kaum denkbar, daß jemand in Ihrer Abwesenheit zufällig ins Zimmer treten sollte, gerade an dem Tage, wo der Korrekturbogen auf dem Tisch lag. Ich ließ also auch diese letzte Möglichkeit außer acht. Der Mann wußte, daß die Papiere drin waren, ehe er hineinging. Wie hat er’s aber erfahren?

Als ich in den Hof trat, betrachtete ich mir Ihr Fenster etwas genauer. Es belustigte mich, daß Sie vermuteten, ich erwöge die Möglichkeit, daß jemand am hellen Tage und bei so vielen Nachbarn sich durchs Fenstergitter gezwängt hätte. Ein solcher Gedanke würde sehr töricht gewesen sein. Ich maß aus, wie groß ein Mann sein müßte, um im Vorbeigehen sehen zu können, was für Papiere auf dem Schreibtisch liegen. Ich bin sechs Fuß hoch und konnte es mit einiger Anstrengung. Ein kleinerer Mann würde es nicht mehr gekonnt haben. Sie werden bereits sehen, daß ich Grund hatte, zu glauben, daß der Student von ungewöhnlicher Größe am meisten unsere Beachtung verdiente.

Ich trat dann ins Zimmer und sagte Ihnen meine Ansicht bezüglich des Seitentischchens. Aus dem Haupttisch in der Mitte war nichts zu entnehmen, bis Sie in ihrer Beschreibung des Herrn Gilchrist erwähnten, daß er ein bedeutender Weitspringer sei. Da wurde mir sofort alles ganz klar, und es fehlten mir zum vollen Beweis nur noch einige unbeträchtliche Stützpunkte, welche ich dann bald erhielt.

Die Sache trug sich folgendermaßen zu. Dieser junge Herr hatte seinen Nachmittag auf dem Sportplatz zugebracht und sich im Springen geübt. Bei seiner Rückkehr hatte er die Sprungschuhe unter dem Arm; dieselben sind, wie Sie wissen, mit mehreren scharfen Nägeln versehen, um ein Ausgleiten beim Absprung sowohl wie auch beim Aufsprung auf dem Boden zu verhüten. Als er an Ihrem Fenster vorbeiging, sah er infolge seiner Länge diesen Druckbogen auf dem Tisch offen daliegen. Er mutmaßte, daß es der für das Examen wichtige Abzug sei. Es würde nichts Böses passiert sein, wenn er nicht auf dem Weg zu seinem Zimmer in der Tür den durch die Nachlässigkeit Ihres Dieners steckengebliebenen Schlüssel gesehen hätte. Es kam ihm plötzlich der Gedanke, hineinzugehen und sich zu überzeugen, ob es auch wirklich diese Abzüge seien. Es war kein gefährlicher Schritt, denn er konnte immer behaupten, daß er nur hineingeschaut hätte, um eine Frage an Sie zu stellen.

Als er nun sah, daß es tatsächlich die vermuteten Papiere waren, trat die Versuchung an ihn heran, der er leider nicht zu widerstehen vermochte. Er stellte die Schuhe auf den Tisch…

Was legten Sie auf den Stuhl dort am Fenster?«

»Meine Handschuhe,« antwortete der junge Mann.

Holmes warf dem Diener einen triumphierenden Blick zu.

»Er legte die Handschuhe auf den Stuhl, und nahm die Korrekturbogen Blatt für Blatt, um sie abzuschreiben. Er glaubte, der Professor würde durch den Haupteingang zurückkommen, sodaß er ihn vom Fenster aus sehen mußte. Wie wir wissen, kam er aber durch eine Seitentüre und wurde von Herrn Gilchrist erst bemerkt, als er schon an der Tür war. Ein Entrinnen war also nicht möglich. Er vergaß die Handschuhe, nahm nur die Schuhe und stürzte ins Schlafzimmer. Sie können sehen, daß der Riß auf jenem Tischchen anfangs nur flach ist, aber nach der Kammertüre zu tiefer wird. Das genügt schon, um zu beweisen, daß der Schuh rasch nach dieser Richtung gezogen worden, und der Eindringling hierhin geflohen ist. Die inzwischen etwas getrocknete Erde um einen der Nägel war bei der hastigen Bewegung auf den Tisch gefallen und liegen geblieben, und ein zweites Bröckchen hatte sich gelockert und fiel in der Schlafstube herunter. Ich will hier noch bemerken, daß ich heute Morgen an dem Sprungplatz war. Dort fand ich jenen dunkeln Ton, mit dem man die Stelle des Niedersprungs bedeckt, und die mit feiner Lohe oder Sägespänen überstreut wird, um das Ausgleiten der Springer zu verhindern. Ich habe eine Probe davon mitgebracht. Habe ich die Wahrheit gesagt, Herr Gilchrist?«

Der Student hatte sich hoch aufgerichtet.

»Ja, mein Herr, es ist wahr,« antwortete er.

»Heiliger Himmel!« rief der Professor, »und weiter sagen Sie gar nichts, fügen keinerlei Entschuldigung hinzu?«

»O ja, ich habe noch etwas zu sagen, aber der Schrecken über diesen Schimpf hat mich befangen gemacht und gelähmt. Ich habe einen Brief hier, Herr Professor, den ich heute in aller Frühe nach einer ruhelosen Nacht geschrieben habe. Es war lange, bevor ich wußte, daß mein Vergehen ans Licht gekommen war. Hier ist er. Sie werden daraus ersehen, daß ich entschlossen war, nicht ins Examen zu gehen. Ich habe eine Stellung bei der Polizei in Rhodesia angeboten bekommen und werde unverzüglich nach Südafrika abreisen.«

»Es freut mich wirklich, zu hören, daß Sie aus Ihrer unsauberen Handlungsweise keinen Vorteil zu ziehen beabsichtigten,« erwiderte der Professor, sichtlich erleichtert. »Aber warum haben Sie Ihre Pläne gänzlich geändert?«

Gilchrist deutete auf Bannister.

»Dort steht der Mann, der mich auf den rechten Weg gebracht hat,« antwortete er.

»Nun, Bannister, jetzt ist es an Ihnen, ein Geständnis abzulegen,« sagte Holmes. »Sie werden jetzt verstehen, warum ich Ihnen auf den Kopf zusagte, daß es kein anderer als Sie gewesen sein könnte, der diesen jungen Herrn hinausgelassen hatte, als Sie allein im Zimmer zurückgeblieben waren. Die Flucht durch jenes Fenster war mir gleich unglaubhaft. Können Sie uns nun nicht den letzten Punkt dieser Angelegenheit erklären, und uns den Grund zu Ihrem Handeln angeben?«

Der Diener richtete sich aus seiner zusammengesunkenen Stellung auf.

»Es war sehr einfach, Herr, wenn Sie die Verhältnisse gekannt hätten; aber bei all Ihrer Berühmtheit konnten Sie sie nicht kennen. Vor Zeiten war ich erster Diener beim alten Baron Gilchrist, dem Vater dieses jungen Herrn. Nach dem Zusammenbruch seines Vermögens kam ich hierher als Diener an die Universität, aber ich habe meinen alten Brotherrn nie vergessen, wenn er auch in der Welt vergessen war. In Erinnerung an die alten Tage bewachte ich seinen Sohn, so gut ich nur konnte. Als ich nun gestern in dieses Zimmer trat, nachdem Lärm geschlagen war, fiel mein Blick sofort auf jene Handschuhe, die Herr Gilchrist auf dem Stuhl hatte liegen lassen. Ich erkannte sie gleich und durchschaute, was los war. Wenn sie der Herr Professor sah, war das Spiel aus. Ich ließ mich in den Stuhl sinken und regte kein Glied, bis der Herr Professor zu Ihnen fortgegangen war. Dann kam mein armer junger Herr, der als Kind auf meinem Schoße gespielt hatte, aus der Kammer heraus und gestand mir alles. War es nicht natürlich, meine Herren, daß ich ihn zu retten suchte, und war es nicht ebenso natürlich, daß ich zu ihm redete, wie es sein verstorbener Vater getan haben würde, und ihm vorstellte, daß er aus einer solchen Tat keinen Nutzen ziehen dürfe? Können Sie mich dafür tadeln? Ich glaube nicht!«

»Nein, in der Tat nicht,« versetzte Holmes herzlich, und stand von seinem Stuhle auf. »Nun, Herr Professor, ich denke, wir haben Ihr kleines Rätsel gelöst, unser Frühstück wartet zu Hause auf uns. Komm, Watson! Und Ihnen, junger Herr, wünsche ich, daß eine glänzende Zukunft Ihrer in Rhodesia wartet. Eben sind Sie gesunken. Lassen Sie uns in Zukunft sehen, wie hoch Sie steigen können.«

Eine glühende Röte brannte auf den Wangen des Studenten, als wir durch die Tür schritten.

 

 

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