Der Wert eines Dollars

Der Richter des Bundesgerichts im Bezirk an der Rio Grande Grenze fand eines Morgens folgenden Brief in seiner Post:

RICHTER,

als Sie mich für vier Jahre in den Knast schickten, ließen Sie noch ein paar Sprüche vom Stapel. Unter anderen harten Sachen nannten Sie mich eine Klapperschlange. Vielleicht bin ich wirklich eine – wie auch immer, Sie können mich jetzt klappern hören. Ein Jahr nachdem ich ins Loch kam, starb meine Tochter – wie man sagt an Elend und Schande. Sie haben auch eine Tochter, Richter, und ich werde Ihnen zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man sein Kind verliert. Und ich werde auch diesen Bezirksanwalt beißen, der mich angeklagt hat. Ich bin jetzt wieder raus und ich bin wohl wirklich eine Klapperschlange geworden. Ich fühle mich jedenfalls wie eine. Ich sag nicht mehr viel, aber dies ist mein Klappern. Nehmen Sie sich in Acht, wenn ich zuschnappe.

Mit vorzüglicher Hochachtung

KLAPPERSCHLANGE.

Achtlos tat Richter Derwent den Brief beiseite. Es war nichts Neues für ihn, solche Episteln zu erhalten von verzweifelten Männern, über die er zu richten gehabt hatte. Er war nicht beunruhigt. Später zeigte er den Brief Littlefield, dem jungen Bezirksstaatsanwalt, da der in dem Drohbrief auch erwähnt worden war, und der Richter nahm es sehr genau mit Angelegenheiten zwischen seinen Mitmenschen und sich.

Littlefield würdigte das Klappern des Verfassers, soweit es ihn selbst betraf, nur eines verächtlichen Lächelns; aber die Erwähnung der Tochter des Richters gefiel ihm nicht, denn er und Nancy Derwent wollten im Herbst heiraten.

Littlefield ging zum Gerichtsschreiber und sah mit ihm die Akten durch. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Brief von Mexico Sam geschickt worden sein könnte, einem halbblütigen Grenzlandganoven, der vier Jahre zuvor wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Dann aber verdrängten dienstliche Angelegenheiten die Sache aus seinen Gedanken und das Klappern der rachsüchtigen Klapperschlange geriet in Vergessenheit.

Das Gericht tagte in Brownsville. Die meisten zur Verhandlung anstehenden Fälle waren Anklagen wegen Schmuggels, Falschmünzerei, Postraub und Verstößen gegen Bundesgesetze im Grenzland. Ein Fall war der eines jungen Mexikaners, Rafael Ortiz, der von einem gewieften Hilfssheriff festgenommen worden war, als er einen falschen Silberdollar in Umlauf bringen wollte. Er stand schon längere Zeit unter Verdacht, aber dieses Mal konnte man ihm zum ersten Mal etwas beweisen. Ortiz schmachtete gemütlich im Gefängnis, rauchte Zigarillos und wartete auf seine Verhandlung. Kilpatrick, der Hilfssheriff brachte den gefälschten Dollar zum Bezirksstaatsanwalt ins Büro.

Der Hilfssheriff und ein Drugstorebesitzer von bestem Ruf waren bereit zu beschwören, dass Ortiz damit eine Flasche Medizin bezahlt hatte. Die Münze war eine schlechte Fälschung, weich, ohne Glanz und fast nur aus Blei gemacht. Das war am Tag vor dem Vormittag, an dem der Fall Ortiz auf der Tagesordnung stand, und der Bezirksstaatsanwalt bereitete sich gerade auf die Verhandlung vor.

„Wir brauchen wohl keine teuren Sachverständigen, um zu beweisen, dass diese Münze eine Fälschung ist, was Kil?“ lächelte Littlefield, als er den Dollar auf den Tisch schnippte, wo er niederfiel mit nicht mehr Klingen als ein Klumpen Kitt.

„Schätze der Bohnenfresser ist schon so gut wie verurteilt,“ sagte der Hilfssheriff und zog seinen Pistolengürtel hoch. „Sie haben ihn erledigt. Wenn’s bloß das eine Mal gewesen wäre, diese Mexikaner können richtiges Geld einfach nicht von falschem unterscheiden; aber dieser gelbe Spitzbube gehört zu einer Bande von Falschmünzern, das weiß ich genau. Es ist bloß das erste Mal, dass ich ihn auf frischer Tat ertappen konnte. Er hat ein Mädchen in den Mexikanerhütten unten am Fluss. Ich sah sie einmal, als ich ihn beobachtete. Sie ist so hübsch wie ein Kalb in einem Blumenbeet.“

Littlefield steckte den falschen Dollar in die Tasche und schob seine Notizen über den Fall in einen Aktendeckel. In diesem Augenblick erschien ein intelligentes, hübsches Gesicht, offen und fröhlich wie das eines Jungen in der Tür, und Nancy Derwent kam hereinspaziert.

„O Bob, hat sich das Gericht nicht auf morgen vertagt?“ fragte sie Littlefield.

„So ist es,“ sagte der Bezirksstaatsanwalt, „und ich bin sehr froh darüber. Ich muss noch eine Menge Gerichtsentscheidungen studieren und …“

„Das sieht dir wieder mal ähnlich. Mich wundert nur, dass Vater und du euch noch nicht in Gesetzbücher oder Gerichtsbeschlüsse oder etwas in der Art verwandelt habt. Ich möchte mit dir heute Nachmittag auf die Regenpfeiferjagd gehen. In der Großen Prärie wimmelt es nur so von ihnen. Bitte, sag nicht nein! Ich möchte meine neue zwölfkalibrige Flinte ausprobieren. Ich habe nach dem Mietstall geschickt, um Fly und Bess für den Jagdwagen zu bekommen, sie halten beim Schießen immer so schön still. Ich war mir sicher, dass du mitkommen würdest.“

Im Herbst wollten sie heiraten. Der Zauber stand auf voller Höhe. Die Regenpfeifer gewannen den Tag – oder wenigstens den Nachmittag – über die kalbsledergebundenen Autoritäten. Littlefield begann, seine Akten aufzuräumen.

Da klopfte es an der Tür. Kilpartrick öffnete sie. Ein schönes schwarzäugiges Mädchen, dessen Haut einen leichten Schimmer von Zitronengelb hatte, betrat das Büro. Sie hatte sich einen schwarzen Schal über den Kopf geworfen und einmal um den Hals geschlungen.

Sie fing an auf Spanisch zu reden – ein wortreicher, klagender Strom melancholischer Musik.

Littlefield verstand kein Spanisch. Aber der Hilfssheriff tat es, und er übersetzte, was sie sagte, stückweise, dem Strom ihrer Worte mit der Hand immer wieder Einhalt gebietend.

„Sie wollte Sie sehen, Mr. Littlefield. Ihr Name ist Joya Treviñas. Sie möchte mit ihnen sprechen über – nun ja, sie ist ganz durcheinander wegen diesem Rafael Ortiz. Sie ist sein – sie ist sein Mädchen. Sie sagt, er ist unschuldig. Sie sagt, sie hätte das Geld gemacht und ihn dazu gebracht, es in Umlauf zu bringen. Aber glauben Sie ihr nicht, Mr. Littlefield. Das ist immer so mit diesen mexikanischen Mädchen, für einen Kerl, in den sie verknallt sind, würden sie lügen, stehlen oder töten. Trauen Sie niemals einer Frau, die verliebt ist!“

„Mr. Kilpatrick!“

Nancy Derwents entrüsteter Ausruf brachte den Hilfssheriff für einen Moment aus dem Konzept und er versuchte zu erklären, dass er sich falsch ausgedrückt hatte und fuhr dann mit dem Übersetzen fort: „Sie sagt, sie will ins Gefängnis gehen, wenn Sie ihn freilassen. Sie sagt, sie lag mit Fieber im Bett, und der Doktor sagte, sie würde sterben, wenn sie keine Medizin bekäme. Das sei der Grund gewesen, warum er im Drugstore mit dem Bleidollar bezahlt hätte. Sie sagt, das hätte ihr das Leben gerettet. Dieser Rafael scheint ihr Geliebter zu sein, schön; sie hat noch eine Menge über Liebe und das ganze Zeug gesagt, das Sie sicher nicht hören wollen.“

Für den Bezirksstaatsanwalt war das ein alter Hut.

„Sagen Sie ihr,“ sagte er, „dass ich nichts für sie tun kann. Der Fall wird morgen aufgerufen, und er wird sich vor dem Gericht verantworten müssen.“

Nancy Derwent war nicht so abgehärtet. Mit teilnahmsvollem Interesse blickte sie zwischen Joya Treviñas und Littlefield hin und her. Der Hilfssheriff übersetzte dem Mädchen, was der Bezirksstaatsanwalt gesagt hatte. Mit leiser Stimme sagte sie ein, zwei Sätze, zog den Schal fester um ihr Gesicht und verließ das Büro.

„Was hat sie gesagt?“ fragte der Bezirksstaatsanwalt.

„Nichts Besonderes,“ sagte der Hilfssheriff. „Sie sagte: ‚Wenn das Leben des – lassen Sie mich nachdenken, wie es hieß – ‚Si la vida de ella a quien tu amas‘ – wenn das Leben des Mädchens, das Sie lieben, jemals in Gefahr sein sollte, dann erinnern Sie sich an Rafael Ortiz.'“

Kilpatrick schlenderte hinaus durch den Korridor zum Büro des Marshalls.

„Kannst du nicht irgendwas für sie tun, Bob?“ fragte Nancy. „Sie ist noch so ein junges Ding – und es war nur ein falscher Dollar – und dafür das Glück zweier Menschen zerstören! Sie war in Lebensgefahr, und er tat es, um sie zu retten. Kennt das Gesetz denn kein Mitleid?“

„Das hat keinen Platz in der Rechtsprechung, Nan,“ sagte Littlefield, „besonders nicht, soweit es die Pflichten eines Bezirksstaatsanwalts angeht. Ich verspreche dir, dass die Anklage nicht unnachsichtig sein wird; aber dieser Mann ist so gut wie verurteilt, wenn sein Fall aufgerufen wird. Die Zeugen werden beschwören, dass er mit dem falschen Dollar bezahlt hat, den ich in diesem Augenblick als ‚Beweisstück A‘ in meiner Tasche habe. Es sind keine Mexikaner unter den Geschworenen, und die Jury wird Mr. Bohnenfresser schuldig sprechen, ohne sich zur Beratung zurückzuziehen.“

Die Regenpfeiferjagd an diesem Nachmittag verlief gut, und in der Erregung der Jagd gerieten der Fall von Rafael und der Kummer von Joya Treviñas schnell in Vergessenheit. Über einen grasbedeckten ebenen Weg fuhren der Bezirksstaatsanwalt und Nancy Derwent drei Meilen weit aus der Stadt hinaus und hielten dann über die wellige Prärie auf einen Streifen dichten Gehölzes am Piedra Fluss zu. Jenseits des Flusses lag die Große Prärie, der Lieblingsaufenthalt des Regenpfeifers. Als sie sich dem Fluss näherten, hörten sie den Hufschlag eines galoppierenden Pferdes zu ihrer Rechten und sahen einen Mann mit schwarzen Haaren und braunem Gesicht, der in einem Bogen auf das Gehölz zu ritt, als ob er sie von hinten überholt hätte.

„Diesen Burschen habe ich schon irgendwo gesehen,“ sagte Littlefield, der ein gutes Gedächtnis für Gesichter hatte, „aber ich weiß nicht genau, wo ich ihn hin tun soll. Vielleicht irgendein Bursche, der eine Abkürzung zu seiner Ranch nimmt.“

Eine Stunde brachten sie auf der Großen Prärie damit zu, vom Wagen auf Regenpfeifer zu schießen. Nancy Derwent, ein tatkräftiges, sportliches Mädchen aus dem Westen war mit ihrer Flinte sehr zufrieden. Sie hatte nur zwei Vögel weniger geschossen als ihr Gefährte.

In leichtem Trab machten sie sich auf den Heimweg. Als sie keine hundert Meter mehr vom Fluss entfernt waren, kam ein Mann aus dem Gehölz hervorgeritten, geradewegs auf sie zu.

„Er sieht aus wie der Mann, dem wir vorhin schon begegnet sind,“ bemerkte Miss Derwent.

Als sich der Abstand zwischen ihnen verringerte, brachte der Bezirksstaatsanwalt das Gespann plötzlich mit einem Ruck zum Stehen und fixierte den herankommenden Reiter. Der hatte eine Winchesterbüchse aus dem Futteral am Sattel gezogen und sie sich in die Armbeuge gelegt.

„Jetzt erkenne ich dich, Mexico Sam!“ murmelte Littlefield vor sich hin. „Du warst es, der mit seiner Klapper gerasselt hat in dieser reizenden Epistel.“

Mexico Sam ließ ihn nicht lange im Ungewissen. Er hatte ein gutes Auge für alles, was Schusswaffen betraf. Als er sich in Schussweite befand, aber außerhalb der Reichweite einer Kaliber-8-Flinte, riss er die Winchester hoch und eröffnete das Feuer auf die Insassen des Jagdwagens. Der erste Schuss ging durch die Lehne des Sitzes gerade in den fünf Zentimeter breiten Zwischenraum zwischen den Schultern von Littlefield und Miss Derwent. Der nächste ging durch das Frontbrett und durch Littlefields Hosenbein.

Der Bezirksstaatsanwalt drängte Nancy aus dem Wagen und auf den Boden. Sie war etwas bleich, stellte aber keine Fragen. Sie hatte den Grenzerinstinkt, der bei Gefahr alle Umstände ohne überfüssige Diskussionen hinnimmt. Sie hielten ihre Waffen in der Hand, und Littlefield klaubte hastig ein paar Handvoll Patronen aus der Schachtel auf dem Sitz und stopfte sie sich in die Taschen.

„Bleib hinter den Pferden, Nan,“ kommandierte er. „Dieser Bursche ist ein Halunke, den ich einmal ins Gefängnis geschickt habe. Jetzt versucht er, es mir heimzuzahlen. Er weiß genau, dass wir ihm auf diese Entfernung nichts anhaben können.“

„Verstehe, Bob,“ sagte Nancy standhaft. „Ich habe keine Angst. Aber komm auch hierher. Hü, Bess; steh jetzt still!“

Sie tätschelte die Mähne von Bess. Littlefield stand schussbereit und betete, dass der Schurke in seine Reichweite kommen möge.

Aber Mexico Sam führte seinen Rachefeldzug aus sicherer Entfernung. Er war ein Vogel von ganz anderer Art als der Regenpfeifer. Sein sicheres Auge zog einen imaginären Kreis um die Gefahrenzone der Vogelfinten und genau an dieser Linie ritt er entlang. Sein Pferd schwenkte nach rechts, und als seine Opfer gerade auf die sichere Seite ihrer lebenden Brustwehr wechselten, schickte er eine Kugel durch den Hut des Bezirksstaatsanwalts. Einmal verrechnete er sich bei einer Schwenkung und überschritt seine Linie. Littlefields Waffe blitzte auf, und Mexico Sam duckte sich unter dem harmlosen Prasseln der Schrotkugeln weg. Einige von ihnen trafen sein Pferd, das prompt hinter die sichere Linie zurückparadierte.

Der Schurke feuerte wieder. Von Nancy Derwent kam ein kleiner Schrei. Mit flammendem Blick wirbelte Littlefield herum und sah Blut über ihre Wange sickern.

„Ich bin nicht verletzt, Bob – mich hat nur ein Splitter getroffen. Ich glaube, er hat eine von den Radspeichen getroffen.“

„Großer Gott,“ stöhnte Littlefield. „Wenn ich nur eine Ladung Rehposten hätte!“

Der Ganove hielt sein Pferd still und zielte sorgfältig. Fly schnaubte und stürzte am Hals getroffen im Geschirr nieder. Bess, nun darüber belehrt, dass hier nicht mehr auf Regenbogenpfeifer geschossen wurde, zerriss ihre Stränge und galoppierte wild davon. Mexico Sam schickte eine Kugel sauber durch das Futter von Nancy Derwents Jagdjacke.

„Leg dich hin – leg dich hin!“ schnauzte Littlefield. „Dicht ans Pferd – flach auf den Boden – ja, so.“ Er schleuderte sie fast auf den Grasboden gegen den Rücken des niedergefallenen Fly. Merkwürdigerweise kamen ihm gerade in diesem Moment die Worte des mexikanischen Mädchens wieder in den Sinn: „Wenn das Leben des Mädchen, das Sie lieben, jemals in Gefahr ist, dann erinnern Sie sich an Rafael Ortiz.“

Littlefield gab einen Ausruf von sich.

„Schieß auf ihn, Nancy, über das Pferd hinweg. Schieß, so schnell du kannst! Du kannst ihn nicht treffen, aber halt ihn eine Minute in Atem, ich will mal was ausprobieren,“

Nancy warf einen schnellen Blick zu Littlefield und sah, wie er sein Taschenmesser herausholte und es aufklappte. Dann wandte sie sich ab, um seine Anordnungen zu befolgen und eröffnete ein heftiges Feuer auf den Feind.

Mexico Sam wartete geduldig, bis diese harmlose Füsilade aufhörte. Er hatte genug Zeit und er war nicht darauf aus, eine Schrotkugel ins Augen zu bekommen, wenn sich das mit ein wenig Vorsicht vermeiden ließ. Er zog sich seinen Stetson tief ins Gesicht, bis die Schüsse aufhörten. Dann rückte er ein wenig vor und schoss sorgfältig gezielt auf das, was er von seinen Opfern hinter dem niedergestürzten Pferd sehen konnte.

Sie bewegten sich nicht. Er trieb sein Pferd einige Schritte näher heran. Er sah, wie sich der Bezirksstaatsanwalt auf ein Knie erhob und bedächtig seine Flinte anlegte. Er zog sich den Hut wieder ins Gesicht und erwartete das Prasseln der winzigen Körner.

Der Schuss ging mit einem gewaltigen Donnern los. Mexico Sam tat noch einen Seufzer, drehte sich schlaff zur Seite und sank vom Pferd – eine tote Klapperschlange.

Am nächsten Morgen um zehn Uhr wurde die Gerichtssitzung eröffnet und der Fall Vereinigte Staaten gegen Rafael Ortiz aufgerufen. Der Bezirksstaatsanwalt, der einen Arm in der Schlinge trug, erhob sich und wandte sich an das Gericht.

„Wenn es das ehrenwerte Gericht gestattet,“ sagte er, „möchte ich die Einstellung dieses Verfahrens beantragen. Wenn der Angeklagte auch schuldig sein sollte, so hat die Anklagebehörde doch keine ausreichenden Beweise in der Hand, um ihn sicher zu überführen. Die gefälschte Münze, auf der dieser Fall aufgebaut wurde, ist gegenwärtig als Beweisstück nicht verfügbar. Deshalb beantrage ich, diesen Fall zu kassieren.“

In der Mittagspause, kam Kilpatrick ins Büro des Bezirksstaatsanwalts geschlendert.

„Ich war kurz mal unten, um einen Blick auf Mexico Sam zu werfen,“ sagte der Hilfssheriff. Sie haben ihn aufgebahrt. Der alte Mexico war ein zäher Bursche, schätze ich. Die Jungs da unten fragen sich, womit Sie ihn erschossen haben. Einige von ihnen meinen, es müssen Nägel gewesen sein. Ich hab noch nie was aus einer Flinte kommen sehen, was solche Löcher reißt.“

„Ich habe ihn,“ sagte der Bezirksstaatsanwalt, „mit ‚Beweisstück A‘ aus Ihrem Falschmünzerfall erschossen. Ein Glück für mich – und noch jemand anderen – dass es so schlechtes Falschgeld war! Es ließ sich ganz leicht zu Hackschrot schneiden. Sagen Sie mal, Kil, könnten Sie nicht mal zu den Hütten runter gehen und herausfinden, wo dieses mexikanische Mädchen wohnt? Miss Derwent möchte es gerne wissen.“

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