Eine Zeitungsgeschichte

Um acht Uhr morgens lag sie an Guiseppis Zeitungskiosk, noch feucht von der Presse. Guiseppi schäkerte mit der Gewitztheit seinesgleichen an der anderen Ecke und überließ es seinen Kunden, sich selbst zu bedienen, ohne Zweifel aufgrund einer Theorie, die auf der Hypothese beruhte, dass ein bewachter Topf ein sicherer Topf sei. Diese spezielle Zeitung war ihrem Wesen und ihrer Philosophie nach ein Erzieher, ein Führer, ein Wächter, ein Vorkämpfer und ein Familienratgeber und Vademecum. Aus ihren vielen vorzüglichen Beiträgen wollen wir drei Leitartikel auswählen. Der eine richtete sich in einfacher, tugendhafter und doch klarer Sprache an Eltern und Lehrer und missbilligte die körperliche Züchtigung von Kindern. Der zweite richtete eine vorwurfsvolle und bedeutungsschwere Warnung . . . weiter lesen

Das letzte Blatt

In einem kleinen Bezirk westlich des Washington Square spielen die Straßen verrückt und weiten sich streckenweise zu etwas, das "Plätze" genannt wird. Diese "Plätze" formen seltsame Winkel und Biegungen. Und eine Straße kann sich selbst ein oder zwei Mal kreuzen. Irgendwann einmal entdeckte ein Künstler eine wertvolle Eigenschaft dieser Straßenführung. Er stellte sich einen Geldeintreiber mit einer Rechnung für Farben, Papier und Leinwand vor, wie er einer dieser Straße folgt und plötzlich sich selbst auf dem Rückweg wieder trifft, ohne einen Cent eingetrieben zu haben! Deshalb kam bald allerlei Künstlervolk in das urige alte Greenwich Village, stromerte umher, hielt Ausschau nach Nordfenstern, Giebeln aus dem 18. Jahrhundert, holländischen Söllern und niedrigen Mieten. . . . weiter lesen

Der Lehrstuhl für Philanthropische Mathematik

»Ich lese hier gerade, dass die Sache der Bildung ein fürstliches Geschenk von mehr als fünfzig Millionen Dollar erhalten hat,« sagte ich. Ich überflog gerade die Schlagzeilen der Abendblätter, während Jeff Peters seine Bruyère-Pfeife mit Flaketabak stopfte. »Was nun wiederum nach einem neuen Blatt und eine Vorlesung in Philanthromathematik verlangt,« sagte Jeff. »Ist das eine Anspielung?« fragte ich. »Ganz recht,« bestätigte Jeff. »Ich habe dir wohl nie von der Zeit erzählt, als Andy Tucker und ich Philanthropen waren. Das war so vor acht Jahren in Arizona. Andy und ich fuhrwerkten mit einem zweispännigen Planwagen durchs Gila-Gebirge und suchten nach Silber. Und wir wurden fündig und verkauften es in Tucson für 25.000 $. Auf der Bank zahlten sie uns den Scheck in Silber . . . weiter lesen

Als Newton der Apfel auf die Birne fiel …

. . . tat das erst mal ganz schön weh. Und als der Schmerz nachließ, und die Geisteskräfte langsam wieder zurückkehrten, dachte Newton: Was war das gerade? – Ein Apfel fällt vom Baum. Natürlich. Aber warum fällt er? Warum fällt alles auf der Welt? Und immer nur nach unten? Und nie nach oben? Oder zur Seite? Oder nach vorne oder nach hinten? Was ist da los? Hmhm. Der Apfel fällt also. Nach unten. Immer nur nach unten, nie anderswohin. Will er das? Hmhm. Oder zieht vielleicht etwas an ihm? – Ich war es nicht. Und ich habe auch niemand anderen gesehen. Also: Hmhm. Hmhm. Hmhm. Es muss unsichtbar sein. Hmhm. Unsichtbar und ziehend. Nach unten ziehend. Hmhm. Wenn ich ihn (den Apfel) würfe, dann flöge er. Von mir weg. Für einen seitlichen Betrachter . . . weiter lesen

Ein geheimnisvoller Besuch

Der erste Mensch, welcher mich aufsuchte, nachdem ich mich in der Stadt niedergelassen hatte, war ein Herr, der sich damit einführte, daß er sagte, er sei Taxator und stehe mit der Abteilung für innere Einkünfte der Vereinigten Staaten in Verbindung. Ich sagte, ich hätte nie von diesem Geschäftszweig gehört, sei aber trotzdem sehr erfreut ihn zu sehen und bäte ihn Platz zu nehmen. Er setzte sich. Mir fiel gerade nichts besonderes ein, womit ich ihn unterhalten konnte, aber ich bedachte, daß wer einem Hauswesen vorstehen will auch die Pflicht hat, gesprächig, liebenswürdig und entgegenkommend zu sein. In Ermangelung von etwas anderm fragte ich ihn also, ob er seinen Laden in unserer Nachbarschaft eröffnen werde. Er bejahte dieses, ohne jedoch, wie ich gehofft hatte, von selbst zu . . . weiter lesen

1915 in Berlin

Der Eisenbahnzug, der Berlin im Schneckentempo verließ, war angefüllt mit Frauen und Kindern, aber kaum einem Mann im wehrfähigen Alter. In einem Abteil saß neben einer ältlichen Frau, die schwach und krank aussah, ein grauhaariger Landsturmmann. Über dem Rattern der Waggonräder konnten die Fahrgäste hören, wie sie – offensichtlich ganz in Gedanken – zählte: "Eins, zwei, drei." Manchmal wiederholte sie diese Worte in kurzen Abständen. Zwei Mädchen kicherten gedankenlos und tauschten geistlose Bemerkungen über dieses außergewöhnliche Verhalten aus. Ein älterer Herr tadelte sie mit einem finsteren Blick. Die Mädchen verstummten. "Eins, zwei, drei," wiederholte die Frau, die offensichtlich nicht recht bei Verstand war. Und wieder kicherten die Mädchen dümmlich. Der grauhaarige . . . weiter lesen

Der Kaktus

Das Bemerkenswerteste an der Zeit ist, dass sie so ganz und gar relativ ist. Und wenn jemand sich dem Untergange nahe fühlt, ist es gar nicht undenkbar, dass er die ganze Zeit einer Brautwerbung Revue passieren lässt, während er sich die Handschuhe auszieht. Und das war genau das, was Trysdale tat, als er in seiner Jungesellenwohnung am Tisch stand. Auf dem Tisch stand eine exotisch aussehende grüne Pflanze in einem roten Tontopf. Sie gehörte zur Spezies der Kakteen und war ausgestattet mit langen, tentakelartigen Blättern, die sich in der leichtesten Brise fortwährend mit einer sonderbaren winkenden Bewegung wiegten. Trydales Freund, der Bruder der Braut, stand an einer Anrichte und beklagte sich, dass man ihn alleine trinken ließ. Beide Männer trugen Abendanzüge. Weiße Hochzeitsrosetten . . . weiter lesen

Tim ist tot

Shorty trat nach einer Taube, die den Randstein entlang trippelte. Fröstelnd schlug er den Kragen seiner dünnen Jacke hoch, vergrub die Hände in den Taschen und sagte dann: "Tim ist tot." "Hab's gehört," sagte Boston Jim und zündete sich eine Zigarette an. "Er hätte es nich tun sollen." "Was?" "Versuchen, Fat Man Jack reinzulegen." "Das hat er getan?" staunte Boston Jim. "Hat er," nickte Shorty. "Um wie viel ging's denn?" "Keine Kohle." "Was dann?" "Ein Gedicht." Boston Jim riss die Augen auf. "Ein Gedicht?" "Ja-ah," sagte Shorty bedächtig, "ein Gedicht." "Wie ist das denn gegangen?" "Vor zwei Tagen war's, glaube ich, da wuchtete Fat Man seine hundertachtzig Pfund sechs Treppen hoch zu Tims Dreckloch von Bude ganz oben unterm Dach - mit eins A Aussicht auf 'ne Menge Dachpappe, . . . weiter lesen

Wie Santa Claus nach Simpsons Bar kam

Es hatte geregnet im Tal des Sacramento. Die Nordgabel überflutete ihre Ufer und der Klapperschlangenfluß war unpassierbar. Die wenigen Felsblöcke, die bei Simpsons Kreuzweg die Sommerfurt bezeichneten, waren von einer ungeheuren Wasserfläche bedeckt, die sich bis zu den Vorbergen ausdehnte. Die Postkutsche in die Berge hatte bei Granger halt gemacht. Die letzte Post war in den Sümpfen verlassen worden und der Postreiter hatte um sein Leben schwimmen müssen. „Ein Gebiet, so groß wie der ganze Staat Massachusetts steht jetzt unter Wasser", bemerkte die „Lawine der Sierra" mit tiefsinnigem Lokalstolz. In den Vorbergen war das Wetter durchaus nicht besser. Tief lag der Schlamm auf der Bergstraße; Frachtwagen, die weder physische Kraft noch sittliche Entrüstung von den üblen . . . weiter lesen

Das Geschenk der Weisen

Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Und sechzig Cents davon waren in Pennys. Pennys, die sie Cent für Cent dem Lebensmittelhändler, dem Gemüsehändler und dem Metzger abgerungen hatte, bis ihre Wangen glühten vor Schamesröte über den Verdacht der Knausrigkeit, den ein solch hartes Feilschen nun mal mit sich brachte. Dreimal zählte Della sie durch. Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Und morgen war Weihnachten. Da war einfach nichts weiter zu tun, als sich auf die abgewetzte Couch fallen zu lassen und zu heulen. Und das tat Della dann auch. Was uns zu der philosophischen Betrachtung führt, dass das Leben aus Schluchzen, Schniefen und Lächeln besteht, wobei das Schniefen überwiegt. Während die Hausherrin allmählich vom ersten in das zweite Stadium wechselt, wollen . . . weiter lesen

Jack Hamlins Erholungsaufenthalt

Seth Rivers' gewöhnlich so ruhiges, asketisches Gesicht war einigermaßen aufgeregt, und seine Brauen waren gerunzelt, als er den langen Aufstieg des Windigen Hügels zu dessen Gipfel und seinem eigenen Rancho hinanklomm. Vielleicht war es die Wirkung des ortseigentümlichen Windes, der ihn an diesem Nachmittag von allen Seiten zugleich anzugreifen schien und selbst an seiner Vordertür den Angriff nicht aufgab, sondern ihn in den Hausgang drängte, ihn ins Wohnzimmer blies und dann zur Feier seines Abschieds aus dem langen, weitläufigen Hause Türen und Fenster zuschlug. Frau Rivers blickte bei diesem etwas plötzlichen Auftauchen ihres Ehegemahls von der Arbeit auf, ohne den ihr eigenen Ausdruck ein wenig müder Selbstgefälligkeit zu verändern. Da sie mit diesen Ausbrüchen der Naturgewalten . . . weiter lesen

Die schwarze Katze*

Daß man den so unheimlichen und doch so natürlichen Geschehnissen, die ich jetzt berichten will, Glauben schenkt, erwarte ich nicht, verlange es auch nicht. Ich müßte wirklich wahnsinnig sein, wenn ich da Glauben verlangen wollte, wo ich selbst das Zeugnis meiner eigenen Sinne verwerfen möchte. Doch wahnsinnig bin ich nicht – und sicherlich träume ich auch nicht. Morgen aber muß ich sterben, und darum will ich heute meine Seele entlasten. Aller Welt will ich kurz und sachlich eine Reihe von rein häuslichen Begebenheiten enthüllen, deren Wirkungen mich entsetzt – gemartert – vernichtet haben. Ich will jedoch nicht versuchen, sie zu deuten. Mir brachten sie die fürchterlichste Qual – anderen werden sie vielleicht nicht mehr scheinen als groteske Zufälligkeiten. Es ist wohl . . . weiter lesen

Die Dienstmarke von Officer O’Roon

Zweifellos kann es vorkommen, dass ein Mann und eine Frau, die sich zum ersten Mal sehen, sich augenblicklich ineinander verlieben. Diese Liebe auf den ersten Blick ist allerdings eine ziemlich gewagte Sache, solange sie ihn nicht in der Bradstreet und er sie nicht in Lockenwicklern zu Gesicht bekommen hat. Aber solche Dinge kommen nun einmal vor, und die folgende Geschichte mag als ein Beispiel dafür gelten. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg ritt eine Truppe, die sich Gentle Riders nannte, in die Geschichtsbücher und ein oder zwei Hinterhalte. Die Gentle Riders rekrutierten sich aus dem Adel der wilden Männer aus dem Westen und den wilden Männern aus dem Adel der Ostküste. In ihren Uniformen unterschieden sie sich kaum voneinander und sie wurden rundum gute Freunde und Kameraden. Ellsworth . . . weiter lesen

Mord um Mitternacht

Nachts kamen wir durch Fort Laramie und am siebenten Morgen unserer Fahrt befanden wir uns in den Schwarzen Bergen, wo – scheinbar dicht neben uns – der Laramie Peak in gewaltiger Einsamkeit aufstieg; in tiefem dunklem vollem Indigoblau starrte uns der alte Koloß unter den seine Stirn umschattenden Gewitterwolken hervor mächtig entgegen. In Wirklichkeit war er dreißig oder vierzig Meilen weit weg, aber es schien, als stünde er nur ein kleines Stück hinter dem niedrigen Höhenzug zu unserer Rechten. Das Frühstück nahmen wir an der Horseshoe-Station ein, sechshundertsechsundsiebzig Meilen von St. Joseph entfernt. Wir waren jetzt auf feindliches Indianergebiet gekommen und fuhren am Nachmittag an der Laparelle-Station vorbei, in deren Nähe es uns fortwährend recht unbehaglich zu Mute . . . weiter lesen

Freunde in San Rosario – oder: Wenn der Revisor kommt

Der Zug in Richtung Westen traf pünktlich um 8 Uhr 20 morgens in San Rosario ein. Ein Mann mit einer dicken Ledermappe unter dem Arm stieg aus und ging schnell die Hauptstraße der Stadt hinauf. Noch andere Fahrgäste waren in San Rosario ausgestiegen, aber sie schlenderten entweder gemächlich zum Bahnhofsrestaurant oder in den Silber-Dollar-Saloon hinüber, oder sie gesellten sich zu den Müßiggängern vor dem Bahnhof. In den Bewegungen der Mannes mit der Aktenmappe lag kein Spur von Unschlüssigkeit. Er war von kleinem Wuchs, aber stark gebaut, mit sehr hellem, kurz geschnittenen Haar, einem glatten, entschlossenen Gesicht und einem angriffslustigen Goldrandkneifer auf der Nase. Er war gut gekleidet nach der herrschenden Ostküstenmode. Er verströmte eine ruhige doch stets präsente . . . weiter lesen

Die exakte Wissenschaft von der Ehe

"Wie ich dir schon gesagt, habe," sagte Jeff Peters, "in die Perfidie der Frauen habe ich noch nie viel Vertrauen gehabt. Als Partner oder Mitstreiter bei einer Gaunerei im besten Sinne kann man ihnen einfach nicht trauen." "Sie verdienen dieses Kompliment," sagte ich. "Ich glaube, sie werden völlig zu Recht das ehrbare Geschlecht genannt." "Warum auch nicht?" sagte Jeff. "Sie haben den anderen Teil der Menschheit dazu gebracht, für sie entweder Gaunereien zu begehen oder Überstunden zu schieben. Im Geschäftsleben funktionieren sie aber nur solange, bis entweder ihre Gefühle oder ihre Frisur durcheinander gebracht werden. Dann wünscht du dir einen, plattfüßigen, kurzatmigen Mann mit rotblondem Backenbart, fünf Kindern und einer Hypothek an ihrer Stelle. Da war zum . . . weiter lesen

Die Idylle von Red Gulch

Sandy war stockbesoffen. Er lag unter einem Azaleenbusch in fast derselben Stellung, in der er vor einigen Stunden dort hingesunken war. Wie lange genau er dort schon so lag, konnte er nicht sagen, es kümmerte ihn auch nicht; und wie lange er noch dort liegen würde, war völlig unbestimmt und unwichtig. Eine philosophische Gelassenheit, die seinem physischen Zustand entsprang, erfüllte vollkommen sein moralisches Dasein. Der Anblick eines betrunkenen Mannes, und gerade dieses betrunkenen Mannes, war, wie leider gesagt werden muss, nichts so Neues in Red Gulch, um große Aufmerksamkeit zu erregen. Früher am Tage hatte ein lokaler Spaßmacher neben Sandys Kopf einen provisorischen Grabstein aufgerichtet, der die Inschrift trug: »Wirkungen von Mac Corkle's Whisky – tötet noch auf dreihundert . . . weiter lesen

Calloways Code

Der New Yorker Enterprise schickte H.B. Calloway als Sonderkorrespondenten in den russisch-japanischen Krieg. Zwei Monate lang hing Calloway in Yokohama und in Tokio herum und würfelte um Rikscha-Cocktails - oh nein, das ist nichts zum Fahren. Jedenfalls tat er nichts für das Gehalt, das ihm seine Zeitung zahlte. Aber das war nicht seine Schuld. Die kleinen gelben Männer, die die Fäden des Schicksals in den Fingern hielten, waren nicht bereit, den Lesern des Enterprise ihren Frühstücksschinken mit den Schlachten der Himmelssöhne zu würzen. Doch bald zog der Tross der Korrespondenten, die mit der Ersten Armee vorrückten, die Feldstecherriemen fester und folgte Kuroki zum Yalu. Mit dabei war auch Calloway. Dies ist nun nicht die Geschichte der Schlacht am Yalu. Die ist schon mit . . . weiter lesen

Wie Hadleyburg korrumpiert wurde

Vor vielen, vielen Jahren war Hadleyburg in der ganzen Gegend wegen seiner Rechtschaffenheit allgemein bekannt. Es hatte sich diesen Ruhm, der seinen größten Stolz ausmachte, schon seit drei Generationen unbefleckt erhalten. Damit der Stadt nun auch in Zukunft nichts davon verloren ginge, war man eifrig bemüht, bereits dem Säugling in der Wiege feste Grundsätze der Ehrlichkeit in Handel und Wandel einzuflößen und die ganze spätere Erziehung der Kinder auf solchen Lehren weiterzubauen. Man sorgte vor allem dafür, daß ihnen während der Entwickelungsjahre jede Versuchung ferngehalten wurde, damit die redliche Gesinnung Zeit hätte, sich zu befestigen und ihnen sozusagen in Mark und Knochen überzugehen. Alle Nachbarstädte waren eifersüchtig, weil Hadleyburg sie an Rechtschaffenheit . . . weiter lesen

Hopp-Frosch

Ich habe niemals jemand gekannt, der so sehr zu Scherz und Spaß aufgelegt war wie der König; es war geradezu sein Lebenselement. Eine lustige Geschichte gut erzählen – das war der sicherste Weg, sich bei ihm in Gunst zu setzen. So kam es, daß seine sieben Minister alle dafür bekannt waren, vollendete Spaßmacher zu sein. Sie glichen auch sonst dem König: sie waren nicht nur unvergleichliche Witzbolde, sondern auch große, korpulente, fette Männer. Ob die Leute vom Scherzen fett werden oder ob die Veranlagung zu Spaß und Scherz bei fetten Leuten besonders stark entwickelt ist, habe ich nie ganz genau feststellen können; Tatsache aber ist, daß ein magerer Spaßmacher ein seltener Vogel ist. Aus den Feinheiten oder, wie er sagte, dem »Geist« des Witzes machte der König sich . . . weiter lesen