Eine Zeitungsgeschichte

Um acht Uhr morgens lag sie an Guiseppis Zeitungskiosk, noch feucht von der Presse. Guiseppi schäkerte mit der Gewitztheit seinesgleichen an der anderen Ecke und überließ es seinen Kunden, sich selbst zu bedienen, ohne Zweifel aufgrund einer Theorie, die auf der Hypothese beruhte, dass ein bewachter Topf ein sicherer Topf sei. Diese spezielle Zeitung war ihrem Wesen und ihrer Philosophie nach ein Erzieher, ein Führer, ein Wächter, ein Vorkämpfer und ein Familienratgeber und Vademecum. Aus ihren vielen vorzüglichen Beiträgen wollen wir drei Leitartikel auswählen. Der eine richtete sich in einfacher, tugendhafter und doch klarer Sprache an Eltern und Lehrer und missbilligte die körperliche Züchtigung von Kindern. Der zweite war richtete eine vorwurfsvolle und bedeutungsschwere Warnung . . . weiter lesen

Das schwedische Zündholz

Am Morgen des 6. Oktober 1885 erschien in der Kanzlei des Amtshauptmanns des zweiten Distrikts des S–schen Kreises ein anständig gekleideter junger Mann und meldete, daß sein Prinzipal, der dim. Garde-Kornett Mark Iwanowitsch Kljausow ermordet sei. Der junge Mann war blaß und sehr aufgeregt. Seine Hände zitterten, und aus seinen Augen starrte der Schrecken. »Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen?« fragte ihn der Amtshauptmann. »Psekow, der Gutsinspektor Kljausows. Agronom und Mechaniker.« Der Amtshauptmann und die zur Hilfsleistung requirierten Leute fanden, als sie mit Psekow am Orte der That anlangten, folgendes vor. Um das Nebengebäude, in welchem Kljausow lebte, drängte sich eine Menge Volk. Die Nachricht von dem Ereignis hatte schnell wie ein Blitz die ganze Umgegend . . . weiter lesen

Das letzte Blatt

In einem kleinen Bezirk westlich des Washington Square spielen die Straßen verrückt und weiten sich streckenweise zu etwas, das "Plätze" genannt wird. Diese "Plätze" formen seltsame Winkel und Biegungen. Und eine Straße kann sich selbst ein oder zwei Mal kreuzen. Irgendwann einmal entdeckte ein Künstler eine wertvolle Eigenschaft dieser Straßenführung. Er stellte sich einen Geldeintreiber mit einer Rechnung für Farben, Papier und Leinwand vor, wie er einer dieser Straße folgt und plötzlich sich selbst auf dem Rückweg wieder trifft, ohne einen Cent eingetrieben zu haben! Deshalb kam bald allerlei Künstlervolk in das urige alte Greenwich Village, stromerte umher, hielt Ausschau nach Nordfenstern, Giebeln aus dem 18. Jahrhundert, holländischen Söllern und niedrigen Mieten. . . . weiter lesen

Der Lehrstuhl für Philanthropische Mathematik

»Ich lese hier gerade, dass die Sache der Bildung ein fürstliches Geschenk von mehr als fünfzig Millionen Dollar erhalten hat,« sagte ich. Ich überflog gerade die Schlagzeilen der Abendblätter, während Jeff Peters seine Bruyère-Pfeife mit Flaketabak stopfte. »Was nun wiederum nach einem neuen Blatt und eine Vorlesung in Philanthromathematik verlangt,« sagte Jeff. »Ist das eine Anspielung?« fragte ich. »Ganz recht,« bestätigte Jeff. »Ich habe dir wohl nie von der Zeit erzählt, als Andy Tucker und ich Philanthropen waren. Das war so vor acht Jahren in Arizona. Andy und ich fuhrwerkten mit einem zweispännigen Planwagen durchs Gila-Gebirge und suchten nach Silber. Und wir wurden fündig und verkauften es in Tucson für 25.000 $. Auf der Bank zahlten sie uns den Scheck in Silber . . . weiter lesen

Telegin und Pawlowna

Es ist nun schon eine ganze Reihe von Jahren her, daß etwa vierzig Werst von unserer Besitzung auf seinem Erbgute Suchodol ein entfernter Verwandter meiner Mutter lebte; er war in seiner Jugendzeit Gardeoffizier gewesen, hatte dann, da er ein ziemliches Vermögen befaß, als es ihm beim Militär nicht mehr gefiel, seinen Abschied nehmen und sich der Bewirthschaftung seines Gutes widmen können – und hieß Alexis Sergejewitsch Telegin. Da er niemals sein Haus verließ, so kam er natürlich auch nicht zu uns auf Besuch; mich aber schickten meine Eltern zweimal in jedem Jahre zu ihm, um ihm, als dem ältesten Familienmitglied, eine Aufmerksamkeit zu erweisen. Anfänglich machte ich diese Besuche in Gesellschaft meines Erziehers, später allein. Der alte Herr nahm mich immer mit ausnehmender . . . weiter lesen

Auf der Post

Nachdem wir die junge und hübsche Frau unseres alten Postmeisters Sladkoperzew beerdigt hatten, begaben wir uns in das Postgebäude, um dort nach der Sitte unserer Altvordern das Leichenmahl zu begehen. Als die traditionellen Pfannkuchen serviert waren, begann der alte Witwer bitter zu weinen und sagte: »Die Pfannkuchen sind ebenso rotbackig, wie meine Selige es war. Ganz so schön, wie sie . . .« »Ja«, stimmten die Gäste bei, »sie war wirklich eine Schönheit ersten Ranges, eine Frau.. .« »Ja . . . Sie wurde von allen bewundert . . . Aber, meine Herren, nicht wegen ihrer Schönheit und ihres sanften Charakters liebte ich sie. Diese beiden Eigenschaften sind mehr oder weniger dem ganzen weiblichen Geschlecht eigentümlich, und man begegnet ihnen nicht so selten unter dem Monde. . . . weiter lesen

Starker Tobak

Der Geometer Gljeb Gawrilowitsch Smirnow war auf der Station Gniluschki ausgestiegen. Bis zu dem Gut, auf dem er eine Vermessung vornehmen sollte, hatte er noch dreißig bis vierzig Werst zu Wagen zurückzulegen. »Sagen Sie, bitte, wo kann ich hier Postpferde bekommen?« wandte sich der Geometer an den Stationsgendarmen. »Postpferde? Hier findet man auf hundert Werst im Umkreis keinen gescheiten Hund, und Sie fragen nach Postpferden .... Wohin wollen Sie denn?« »Nach Djewkino, zum General Chochotow!« »Ja ....« gähnte der Gendarm. »Schauen Sie mal hinter die Station. Auf dem Hofe stehen zuweilen Bauern, die Passagiere mitnehmen.« Der Geometer seufzte und lenkte seine Schritte hinter das Stationsgebäude. Dort fand er nach vielem Suchen und Herumfragen einen grobknochigen, verdrießlichen, . . . weiter lesen

Als Newton der Apfel auf die Birne fiel …

. . . tat das erst mal ganz schön weh. Und als der Schmerz nachließ, und die Geisteskräfte langsam wieder zurückkehrten, dachte Newton: Was war das gerade? – Ein Apfel fällt vom Baum. Natürlich. Aber warum fällt er? Warum fällt alles auf der Welt? Und immer nur nach unten? Und nie nach oben? Oder zur Seite? Oder nach vorne oder nach hinten? Was ist da los? Hmhm. Der Apfel fällt also. Nach unten. Immer nur nach unten, nie anderswohin. Will er das? Hmhm. Oder zieht vielleicht etwas an ihm? – Ich war es nicht. Und ich habe auch niemand anderen gesehen. Also: Hmhm. Hmhm. Hmhm. Es muss unsichtbar sein. Hmhm. Unsichtbar und ziehend. Nach unten ziehend. Hmhm. Wenn ich ihn (den Apfel) würfe, dann flöge er. Von mir weg. Für einen seitlichen Betrachter . . . weiter lesen

Jonytsch

I Wenn sich die Fremden in der Gouvernementsstadt S. über die Langweile und Eintönigkeit des Lebens beklagten, so rechtfertigten sich die Ortsbewohner, daß es in S. im Gegenteil sogar sehr schön sei, daß man hier eine Bibliothek, ein Theater und einen Klub hätte, daß manchmal Bälle veranstaltet werden und daß es schließlich auch intelligente, interessante, angenehme Familien gäbe, mit denen man verkehren könne. Und sie wiesen gewöhnlich auf die Familie Turkin hin, als auf die intelligenteste und talentierteste. Diese Familie bewohnte ein eigenes Haus in der Hauptstraße neben dem Hause des Gouverneurs. Iwan Petrowitsch Turkin selbst, ein korpulenter, hübscher Herr mit schwarzem Backenbart, organisierte Liebhabervorstellungen mit wohltätigem Zweck, in denen er selbst die Rollen . . . weiter lesen

Ein geheimnisvoller Besuch

Der erste Mensch, welcher mich aufsuchte, nachdem ich mich in der Stadt niedergelassen hatte, war ein Herr, der sich damit einführte, daß er sagte, er sei Taxator und stehe mit der Abteilung für innere Einkünfte der Vereinigten Staaten in Verbindung. Ich sagte, ich hätte nie von diesem Geschäftszweig gehört, sei aber trotzdem sehr erfreut ihn zu sehen und bäte ihn Platz zu nehmen. Er setzte sich. Mir fiel gerade nichts besonderes ein, womit ich ihn unterhalten konnte, aber ich bedachte, daß wer einem Hauswesen vorstehen will auch die Pflicht hat, gesprächig, liebenswürdig und entgegenkommend zu sein. In Ermangelung von etwas anderm fragte ich ihn also, ob er seinen Laden in unserer Nachbarschaft eröffnen werde. Er bejahte dieses, ohne jedoch, wie ich gehofft hatte, von selbst zu . . . weiter lesen

Ich reise mit Jelena

Wir saßen in einer kleinen, gemütlichen Gesellschaft, und ich erwähnte, daß ich demnächst eine Reise nach der Krim unternehmen wollte. Jelena Nikolajewna, eine entzückende, junge Witwe mit grauen Augen und blondem Haar schaute mich vielversprechend an und sagte: »Sie auch? Wann reisen Sie denn?« »Gegen Ende dieser Woche!« erwiderte ich. »Mein Gott!« rief Jelena. »Ich auch! Ach, wissen Sie, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Fahren wir zusammen! Sie begreifen, daß allein zu reisen für eine Frau etwas Furchtbares ist. Wollen Sie mich begleiten?« Ich schaute mir Jelena noch einmal an. dann sagte ich höflich: »Gnädige Frau, es wird mir ein Vergnügen sein.« Mein Freund Perepletow sprang vom Sessel auf, blickte mich mit Bedauern an und machte mir ein Zeichen. . . . weiter lesen

1915 in Berlin

Der Eisenbahnzug, der Berlin im Schneckentempo verließ, war angefüllt mit Frauen und Kindern, aber kaum einem Mann im wehrfähigen Alter. In einem Abteil saß neben einer ältlichen Frau, die schwach und krank aussah, ein grauhaariger Landsturmmann. Über dem Rattern der Waggonräder konnten die Fahrgäste hören, wie sie – offensichtlich ganz in Gedanken – zählte: "Eins, zwei, drei." Manchmal wiederholte sie diese Worte in kurzen Abständen. Zwei Mädchen kicherten gedankenlos und tauschten geistlose Bemerkungen über dieses außergewöhnliche Verhalten aus. Ein älterer Herr tadelte sie mit einem finsteren Blick. Die Mädchen verstummten. "Eins, zwei, drei," wiederholte die Frau, die offensichtlich nicht recht bei Verstand war. Und wieder kicherten die Mädchen dümmlich. Der grauhaarige . . . weiter lesen

Der Kaktus

Das Bemerkenswerteste an der Zeit ist, dass sie so ganz und gar relativ ist. Und wenn jemand sich dem Untergange nahe fühlt, ist es gar nicht undenkbar, dass er die ganze Zeit einer Brautwerbung Revue passieren lässt, während er sich die Handschuhe auszieht. Und das war genau das, was Trysdale tat, als er in seiner Jungesellenwohnung am Tisch stand. Auf dem Tisch stand eine exotisch aussehende grüne Pflanze in einem roten Tontopf. Sie gehörte zur Spezies der Kakteen und war ausgestattet mit langen, tentakelartigen Blättern, die sich in der leichtesten Brise fortwährend mit einer sonderbaren winkenden Bewegung wiegten. Trydales Freund, der Bruder der Braut, stand an einer Anrichte und beklagte sich, dass man ihn alleine trinken ließ. Beide Männer trugen Abendanzüge. Weiße Hochzeitsrosetten . . . weiter lesen

Tim ist tot

Shorty trat nach einer Taube, die den Randstein entlang trippelte. Fröstelnd schlug er den Kragen seiner dünnen Jacke hoch, vergrub die Hände in den Taschen und sagte dann: "Tim ist tot." "Hab's gehört," sagte Boston Jim und zündete sich eine Zigarette an. "Er hätte es nich tun sollen." "Was?" "Versuchen, Fat Man Jack reinzulegen." "Das hat er getan?" staunte Boston Jim. "Hat er," nickte Shorty. "Um wie viel ging's denn?" "Keine Kohle." "Was dann?" "Ein Gedicht." Boston Jim riss die Augen auf. "Ein Gedicht?" "Ja-ah," sagte Shorty bedächtig, "ein Gedicht." "Wie ist das denn gegangen?" "Vor zwei Tagen war's, glaube ich, da wuchtete Fat Man seine hundertachtzig Pfund sechs Treppen hoch zu Tims Dreckloch von Bude ganz oben unterm Dach - mit eins A Aussicht auf 'ne Menge Dachpappe, . . . weiter lesen

Der Agent

Michael saß am Schreibtisch und arbeitete. Plötzlich hörte er auf der Stiege ein Gepolter, als ob jemand von der Treppe herunterfallen würde. Er sprang auf, ging zur Tür und öffnete sie. Da taumelte schon ein Mann ins Zimmer . . . »Entschuldigen Sie«, sagte der Eindringling. »Ich hatte nicht die Absicht . . .« »Aber kommen Sie doch herein!« rief der Hausherr und bemerkte besorgt: »Mein Gott, wie sehen Sie denn aus? Haben Sie sich verletzt?« Der Fremde wischte sich mit der einen Hand den Rock und die Hose ab, fuhr dann mit der anderen über den Rücken, räusperte sich und sprach: »Nicht der Rede wert – wirklich nicht der Rede wert – aber ich störe Sie vielleicht . . .« »Machen Sie sich keine Gedanken darüber«, bemerkte Michael. »Haben Sie sich weh getan? Was ist . . . weiter lesen

Wie Santa Claus nach Simpsons Bar kam

Es hatte geregnet im Tal des Sacramento. Die Nordgabel überflutete ihre Ufer und der Klapperschlangenfluß war unpassierbar. Die wenigen Felsblöcke, die bei Simpsons Kreuzweg die Sommerfurt bezeichneten, waren von einer ungeheuren Wasserfläche bedeckt, die sich bis zu den Vorbergen ausdehnte. Die Postkutsche in die Berge hatte bei Granger halt gemacht. Die letzte Post war in den Sümpfen verlassen worden und der Postreiter hatte um sein Leben schwimmen müssen. „Ein Gebiet, so groß wie der ganze Staat Massachusetts steht jetzt unter Wasser", bemerkte die „Lawine der Sierra" mit tiefsinnigem Lokalstolz. In den Vorbergen war das Wetter durchaus nicht besser. Tief lag der Schlamm auf der Bergstraße; Frachtwagen, die weder physische Kraft noch sittliche Entrüstung von den üblen . . . weiter lesen

Das Geschenk der Weisen

Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Und sechzig Cents davon waren in Pennys. Pennys, die sie Cent für Cent dem Lebensmittelhändler, dem Gemüsehändler und dem Metzger abgerungen hatte, bis ihre Wangen glühten vor Schamesröte über den Verdacht der Knausrigkeit, den ein solch hartes Feilschen nun mal mit sich brachte. Dreimal zählte Della sie durch. Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Und morgen war Weihnachten. Da war einfach nichts weiter zu tun, als sich auf die abgewetzte Couch fallen zu lassen und zu heulen. Und das tat Della dann auch. Was uns zu der philosophischen Betrachtung führt, dass das Leben aus Schluchzen, Schniefen und Lächeln besteht, wobei das Schniefen überwiegt. Während die Hausherrin allmählich vom ersten in das zweite Stadium wechselt, wollen . . . weiter lesen

Wolodja der Große und Wolodja der Kleine

»Laßt mich, ich will selbst kutschieren! Ich setz' mich neben den Kutscher!« sagte Ssofja Lwowna laut. »Kutscher, halt, ich setz' mich zu dir auf den Bock.« Sie stand im Schlitten, und ihr Mann Wladimir Nikitytsch und ihr Jugendfreund Wladimir Michailytsch hielten sie an den Händen, damit sie nicht umfalle. Die Troika raste schnell dahin. »Ich sagte doch, daß man ihr keinen Kognak geben sollte,« flüsterte Wladimir Nikitytsch seinem Begleiter zu. »Was bist du für ein Mensch!« Der Oberst wußte aus Erfahrung, daß bei solchen Frauen, wie seine Ssofja Lwowna eine war, der stürmischen, ein wenig ausgelassenen Lustigkeit gewöhnlich ein hysterisches Lachen und dann Tränen folgten. Er fürchtete, daß er auch jetzt, nach Hause zurückgekehrt, statt zu schlafen, sich mit . . . weiter lesen

Der Gast

Der Winkeladvokat Selterskij konnte seine Augen nur noch mit Mühe offen halten. Die ganze Natur schlief bereits. Die Vöglein schwiegen im Walde. Selterskijs Frau war schon längst zu Bett gegangen, das Dienstmädchen und die übrigen lebenden Wesen im Hause schliefen bereits; Selterskij durfte aber noch immer nicht ins Schlafzimmer gehen, obwohl an seinen Augenlidern eine zentnerschwere Last hing. Bei ihm saß nämlich sein Nachbar, der Oberst a. D. Peregarin, zu Gast. Er war gleich nach dem Mittagessen gekommen und saß noch immer wie angeklebt auf dem Sofa. Er berichtete mit widerwärtiger, heiserer Stimme, wie ihn im Jahre 1842 zu Krementschug ein toller Hund gebissen hatte. Als er mit dem Bericht fertig war, begann er ihn von vorn. Selterskij war verzweifelt. Was unternahm er nicht . . . weiter lesen

Jack Hamlins Erholungsaufenthalt

Seth Rivers' gewöhnlich so ruhiges, asketisches Gesicht war einigermaßen aufgeregt, und seine Brauen waren gerunzelt, als er den langen Aufstieg des Windigen Hügels zu dessen Gipfel und seinem eigenen Rancho hinanklomm. Vielleicht war es die Wirkung des ortseigentümlichen Windes, der ihn an diesem Nachmittag von allen Seiten zugleich anzugreifen schien und selbst an seiner Vordertür den Angriff nicht aufgab, sondern ihn in den Hausgang drängte, ihn ins Wohnzimmer blies und dann zur Feier seines Abschieds aus dem langen, weitläufigen Hause Türen und Fenster zuschlug. Frau Rivers blickte bei diesem etwas plötzlichen Auftauchen ihres Ehegemahls von der Arbeit auf, ohne den ihr eigenen Ausdruck ein wenig müder Selbstgefälligkeit zu verändern. Da sie mit diesen Ausbrüchen der Naturgewalten . . . weiter lesen