Straßen-, Eisenbahn- und Posträuber in Nordamerika

Im Westen der Vereinigten Staaten, an den Grenzen der Civilisation, besonders in den Gegenden, wo durch den Bergbau edle Metalle zu Tage gefördert werden, haben sich seit Jahren Hunderte und Tausende von wilden, gesetzlosen Menschen zusammengefunden. Leute, welche mit der Justiz in Conflict gekommen sind, Abenteurer, Glücksjäger, Spieler von Profession, Männer, denen weder das Eigenthum noch das Leben anderer heilig ist, pflegen in großer Anzahl gerade in jene Districte zu gehen, weil dort die Verhältnisse noch ungeordnet sind und die Behörden geringe Autorität besitzen. Der Bürgerkrieg hat im Westen besonders stark gewüthet, das Land verwüstet und die Bevölkerung demoralisirt. Während des Krieges bildeten sich Banden von Guerrillas und Jayhawkers, welche umherzogen und ihre politischen . . . weiter lesen

Cartouche

Louis Dominique Cartouche wurde 1693 zu Paris als der Sohn eines ehrenwerten Bürgers geboren, der sich als Faßbinder recht und schlecht ernährte. Weil der Knabe schon früh viel Geist und Fassungskraft verriet und zudem bildschön und anmutig war, ließ sich der Vater verleiten, ihm eine Erziehung zu geben, die über seinen eigenen Stand weit hinausging. Er wurde von seinem Vater in das Jesuitenkolleg Clermont – später das Collége royal Louis le Gran in der Rue St. Jacque – gebracht, in dem sehr viel junge Leute aus den ersten Familien des Landes erzogen wurden. Diese Kameraden erhielten reiche Taschengelder zu ihren Vergnügungen, sie trugen glänzende Kleider, die sie oft wechselten. Cartouche aber hatte kein Taschengeld und mußte dürftige, abgelegte Stücke aus der väterlichen . . . weiter lesen

Die Rede des Mörders Eusebius Pieydagnelle vor dem Schwurgericht

Im Jahre 1870 oder 1871 wurde in einer Provinzstadt Frankreichs vor dem Schwurgericht eine Anklage wegen Mordes gegen Eusebius Pieydagnelle verhandelt. Der Angeklagte hatte den Fleischer Cristoval aus Vieuville erstochen und sich selbst des Mordes bezichtigt, indem er zugleich die Leiche an das Gericht abgeliefert hatte. Der Fall verursachte ein ungeheures Aufsehen. Viele erklärten den Angeschuldigten für wahnsinnig, für behaftet mit der Monomanie des Mordes. Ebenso viele schworen, daß er vollkommen zurechnungsfähig, aber ein blutdürstiges Scheusal sei, wie es noch niemals eins gegeben habe. Die Beweiserhebung war beendigt, der Staatsanwalt hatte gesprochen, und auch der Verteidiger hatte zugunsten seines Pflegebefohlenen plädiert. Der Präsident fragte den letzteren, ob er selbst . . . weiter lesen

Hans Kohlhase und die Minckwitzsche Fehde

In der Zeit, in der sich unsere Geschichte abspielt, dehnte sich das Kurfürstentum Sachsen bis tief hinein in die heutige Provinz Brandenburg aus; einzelne Spitzen und Exklaven näherten sich bis auf wenige Wegstunden den Toren der Städte Potsdam und Brandenburg; Beelitz und Treuenbrietzen waren brandenburgische Grenzstädte. Von Berlin aus zog sich die große Heerstraße über Potsdam, Treuenbrietzen, Wittenberg, Düben nach Leipzig, dem schon damals weitberühmten und vielbesuchten Handels- und Meßplatze. Man darf aber nicht an die Kunststraßen der heutigen Tage denken, die zum großen Teil erst dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts ihre Entstehung verdanken. Sie waren nur oberflächlich angelegt; einen Unterbau gab es nicht, und von Ausbesserungsarbeiten war nur selten etwas . . . weiter lesen

John Sheppard

1724 Der kühnste Dieb, den London je gesehen hat, war Jac Sheppard. Sein Lebenslauf war kurz; erst zweiundzwanzig Jahre alt, hatte er ihn 1724 schon vollendet: aber sein Angedenken ist von längerer Dauer; es lebt noch heute im Volke, in der Kriminalistik und in der Literatur. Für uns besonders hat er Bedeutung als Repräsentant einer großen Gaunerklasse der englischen Hauptstadt; durch Geschick, Witz, Verwegenheit und ein seltenes Glück in den allergefährlichsten Fluchtversuchen erhob er sich schon im Knabenalter über seine Jahre und erwarb sich einen Namen, der der englischen Sittengeschichte angehört. Die Dichtung hat ihn in der Art behandelt, wie sie oft Räuber zu Helden erhob; unsere Aufgabe ist es, diesen geborgten Lustre abzustreifen und die Wirklichkeit, welche aus den . . . weiter lesen

Sternickel.

Das Kapitalverbrechen bringt im hellen Jahrhundert nicht mehr hohen Zins. Die Konjunktur aller das Wesen unserer Zeit bestimmenden Mächte stemmt sich gegen diese Art menschenthierischer Thätigkeit und eine Gestalt vom Schlag des sobernheimer Henkersgehilfen Johannes Bückler, der an der Neige des achtzehnten Jahrhunderts, als Schinderhannes, der Schwarzalb ganzer Bezirke war und den geängsteten Markthändlern Pässe verschleißen konnte, ist heute kaum noch vorstellbar. Schon der Zwang, von der Wiege bis zur Bahre gestempeltes Papier mitzuschleppen, sich in irgendeinem Amtshaus an- und abzumelden, von jeder Schnüffelnase den Heimathschein, Militärpaß, Steuerzettel beriechen zu lassen, erschwert das ins Dunkel trachtende Handwerk; und die Schnelle des modernen Erkundungdienstes erlaubt . . . weiter lesen

Ferdinand Gump und Eduard Gänswürger

In Mainburg, einem kleinen Flecken an der Grenze von Ober- und Niederbayern, wurde am 11. Dezember 1872, einem Mittwoch, der letzte Markt vor Weihnachten gehalten. Von allen benachbarten Dörfern zogen Männer und Frauen, Burschen und Mädchen nach dem Ort, um Einkäufe für das Fest zu machen, denn es war ein schöner Wintertag, der so manchen hinauslockte. Auch der Seiler Xaver Gruber von Elsendorf, ein junger Mann von dreißig Jahren, der sechzigjährige Söldner Joseph Ettmüller aus dem gleichen Dorfe und Franz Ullinger, ein Söldner von Irnsing, achtundfünfzig Jahre alt, hatten sich auf den Weg gemacht und einander auf der von Abendsberg nach Mainburg führenden Straße getroffen. Sie zogen plaudernd und ihre Pfeife rauchend ihres Weges. Als sie das Dorf Meilenhofen hinter sich hatten, . . . weiter lesen

Schinderhannes

Unter allen Räubern, die im achtzehnten und im neunzehnten Jahrhundert Deutschland heimgesucht haben, ist keiner so berüchtigt geworden wie Schinderhannes. An Mut und Verschlagenheit übertrafen ihn die meisten Gauner, welche zu seiner Zeit die Rheingegend unsicher machten, und viele unter ihnen sind auch der Allgemeinheit gefährlicher gewesen als er. Ja, während uns von einzelnen großen Räubern nicht nur geniale, sondern selbst edle Charaktereigenschaften überliefert sind, suchen wir bei Schinderhannes vergebens auch nach einem solchen Zuge, der das Empfinden des Volkes für ihn einnehmen könnte. Trotzdem aber ist sein Name noch heute überall bekannt, während Picard, der Fetzer, Müller, neben denen er, wenn er gemeinschaftlich mit ihnen etwas unternahm, nur eine untergeordnete . . . weiter lesen

Die schöne Würzkrämerin

  [1681-1701] Eine junge reizende Frau, in Paris wohlbekannt unter dem Namen der schönen Würzkrämerin, ward von ihrem Ehemann wegen Ehebruchs belangt. Das Gericht dekretierte auf die schlagenden Indizien ihre Verhaftung. Da produzierte Gabriele Perreau einen schriftlichen Erlaubnisschein ihres Mannes, der ihr gestattete, Ehebruch zu treiben, soviel sie wolle. Auf Grund dieses Attestes appellierte Gabriele an das Parlament, und es begann ein Prozeß, welcher, merkwürdig sich ausspinnend, der Pariser feinen Welt ein ungemeines Interesse gewährte und lange Zeit über das Modegespräch bei Hofe und in der Stadt blieb. Wie viele hatten die reizende Gabriele schon als junges Mädchen in dem Laden ihres Vaters, in der Straße St. Honoré, gekannt! Auch in der Handlung ihres Mannes, . . . weiter lesen

Anna Margaretha Zwanziger

  [1811] Im Baireuther Oberlande hielt sich im Jahre 1807 eine Witwe von mittleren Jahren auf, die sich vom Stricken ernährte. Sie war nicht ohne Bildung, und man sah es ihrem stillen Wesen an, daß sie viel in der Welt gesehen und erfahren hatte. Sie war gefällig und freundlich gegen jedermann, voll Demut und Gottesfurcht und galt für eine rechtschaffene Frau, die es sich sauer werden ließ, um ehrlich durchzukommen. Man nannte sie die Schönleben, ihr Vorname war Nannette, ihr Vatersname Steinacker; sie war aus Nürnberg gebürtig, aber weit durch die Welt verschlagen worden und sah sich wieder nach einem dauernden Unterkommen um. Dies konnte ihr bei ihrem guten Rufe nicht fehlen, und binnen kurzer Zeit hatte sie Bekanntschaften und Empfehlungen in mehreren achtbaren Häusern, . . . weiter lesen

Der verrätherische Ring

  [1821] In einem der abgelegenen Stadtviertel von Augsburg wohnte in eines Schuhmachers Hause eine Tagelöhnerfrau, Anna Holzmann. Sie war etwas über 50 Jahre alt, und empfing als Arme aus milden Stiftungen gewisse Gaben. Die Leute aber glaubten, daß es nicht so schlimm mit ihr stand. Sie hatte gute Kleider und manche Habseligkeiten, die Andere mit Neid betrachteten. Sie mußte auch Betten oder Mobilien über den Bedarf besitzen; denn sie nahm zwei Schlafburschen, oder wie es dort heißt, Schlafgänger bei sich auf, die ihr Miethe zahlten und eine Kammer neben ihrer Stube bewohnten. Dies war, was man bestimmt wußte; außerdem aber flüsterte man sich zu, die Mutter Holzmann, wenn sie auch Almosen empfinge, habe doch einen ganz hübschen Topf mit Sparpfennigen zurückgestellt. Die . . . weiter lesen

Das papistische Complot

  [1678 – 1681] Die großen Kämpfe, welche der englischen Revolution vorangingen, der glorreichen, wie sie der Brite nennt, weil seine Verfassung ihr endliches Werk geworden ist, stellen wir uns gern, um ihres reinen, edlen und erhabenen Zieles willen, auch als rein, edel und erhaben vor. Großartig waren sie in ihrer Bewegung, in dem Aufpulsen aller Lebenskräfte einer, in sittlicher und geistiger Beziehung, weit vor allen andern vorangeschrittenen Nation; aber diese Kämpfe, zerlegt in ihre Bestandtheile, waren weder rein noch edel. Von den ursprünglich heiligsten Motiven, die wir auf beiden Seiten annehmen wollen, waren chaotisch aufgewühlt alle unlauteren Leidenschaften, die in diesen Stürmen und Fluthen, diesem Aufbrausen und Kochen, ihr entsetzliches Spiel trieben. Eine . . . weiter lesen

Magister Tinius

Ein Landgeistlicher dreht durch. Eine aufwändige kriminalgerichtliche Untersuchung mitten in den Wirren der napoleonischen Kriege noch ganz ohne Telegraph, Telefon und Internet – von Daktyloskopie und DNA-Tests ganz zu schweigen. – Anm. d. Red.   Zu Anfang des Jahres 1812 erregte ein Verbrechen in Leipzig allgemeine Aufmerksamkeit; der Eindruck auf die Bewohner der Stadt war um so schrecklicher, als aller Nachforschungen ungeachtet der geheimnisvolle Täter unentdeckt blieb. Zu dem hochbejahrten Kaufmann Schmidt, der in der Grimmaischen Gasse ein Haus besaß, kam am Morgen des 28. Januar etwa zwischen zehn und elf Uhr ein unbekannter Mann von ungefähr vierzig Jahren und sagte ihm, er sei aus Hamburg an ihn empfohlen; weil dort nichts mehr zu machen sei, wolle er sich in Sachsen . . . weiter lesen

Der blaue Reiter

In dem holländischen Städtchen M.... lebte zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts eine bejahrte Bürgerwitwe, Madame Andrecht, in ihrem eigenen Hause, welches sie und eine Magd, mit ihr ziemlich von selbem Alter, allein bewohnten. An Glücksgütern fehlte es ihr nicht, die sie indeß mit holländischer Genauigkeit verwaltete. Während sie in der Stille die Kirche und die Armen bedachte, ging es doch sehr genau in ihrer kleinen Wirthschaft zu, und Gesellschaft kam in das alterthümliche, behaglich ausgestattete und stets äußerst sauber gehaltene Haus wenig oder gar nicht. Durch einen Schlaganfall an der Hälfte des Körpers gelähmt ging die Matrone auch selten aus und entfernte sich oft Wochen lang nicht aus ihrem Zimmer. Ihre einzige . . . weiter lesen

Der Raubmörder Hennig

Viel erzählt man sich von der großen Verschlagenheit der Raüberhauptleute früherer Jahrhunderte. Die Verbrecher vergangener Zeiten sind ins Grab gesunken sie habe vielfach auf dem Schafott ihr Leben beschlossen. Es entstehen neue Verbrechertypen, Kinder der Neuzeit, die an Verschlagenheit, Tücke und Grausamkeit ihre Vorgänger noch weit übertreffen. Zu diesen Verbrechern zählte auch der Raubmörder Hennig, der vor einigen Jahren die gesamte Bevölkerung Deutschlands und wohl auch des Auslandes aufs lebhafteste beschäftigte. Anfang Dezember 1905 wurde der 21 Jahre alte Hausdiener und Kellner August Giernoth in dem Wannseer Forst erschossen aufgefunden. Da bei der Leiche Uhr und Kette vorhanden war und ein Revolver daneben lag, glaubte . . . weiter lesen

Der Bootsmann Paulino Torio aus San-Tomas

Am Donnerstag, den 2. November des Jahres 1865, etwas nach sieben Uhr abends, verließen die beiden Töchter des Jollenführers und Schenkwirthes Johann Karl Vogel, Emmy Karoline, 19¾ Jahre, und Alwine Antoinette, 17 Jahre alt, die Kellerwohnung ihres Vaters, um Cigarren zu holen. Ein in der Wirthschaft anwesender Bootsmann des damals im Hamburger Hafen liegenden spanischen Schiffes Eloriano, Kapitän d'Anduiza, der in San-Tomas, Provinz Manila, auf den Philippinischen Inseln geborene, dreiunddreißigjährige Paulino Torio, folgte ihnen auf dem Fuße. Torio, der bei den wiederholten Aufenthalten seines Schiffes in Hamburg die Vogel'sche Wirthschaft zu frequentiren pflegte, hatte eine lebhafte Neigung für die Emmy gefaßt und ihr bereits mehreremal . . . weiter lesen

Ein Landgerichtsrat auf der Anklagebank

Die alten Ägypter stellten bekanntlich bildlich einen Richter dar als einen Mann mit verbundenen Augen und abgehackten Händen, damit er kein Ansehen der Person kenne und nicht in der Lage sei, Geschenke zu nehmen. Dieses Symbol der richterlichen Unparteilichkeit und Unbestechlichkeit gilt glücklicherweise noch heute bei allen Kulturvölkern als etwas ganz Selbstverständliches. Um so peinlicher mußte es berühren, als im Januar 1906 vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts Beuthen, Oberschlesien, ein alter Landgerichtsrat, der lange Zeit Strafrichter und Vorsitzender einer Strafkammer war, wegen vielfachen Betruges, versuchten Betruges, Unterschlagung, Arrestbruchs und Verbrechens im Amte auf die Anklagebank geführt wurde. Es muß für die . . . weiter lesen

Die Ermordung des Typographen J. W. Lackner

Im Jahre 1865 lebte in Reval der Typograph Julius Wilhelm Lackner, 37 Jahre alt und ledigen Standes, als Geschäftsführer der Buch- und Steindruckerei der Lindfors'schen Erben. Er war aus Ostpreußen gebürtig und vor etwa vier Jahren, von Riga kommend, in diese Stellung getreten. Dieselbe brachte ihn in vielfache Beziehungen zu allen Kreisen der städtischen Bevölkerung. Das Lindfors'sche Geschäft ist nicht allein das größte in seiner Art am Orte, sondern es concentrirt sich in ihm auch Verlag, Druck und Expedition der »Revalschen Zeitung«, eines täglich erscheinenden, in der Stadt viel gelesenen Blattes mit ansehnlichem Inseratentheil. Lackner leitete die Expedition des Blattes in Person, pflegte auch die Inserate und sonstigen Bestellungen . . . weiter lesen

Das Räuberwesen – Der Raubmörder August Sternickel vor den Geschworenen

Die Zeiten der Räuberromantik sind längst vorüber. Die meilenweiten dichten Waldungen sind vielfach dem Spaten anheimgefallen, Eisenbahnen durchbrausen bis in die entlegensten Gegenden das Land. Es ist deshalb den Räuberbanden kaum noch möglich, im Waldesdickicht sich Höhlen zu bauen und dort ihr Lager aufzuschlagen, noch weniger auf verfallenen Burgen sich zu verschanzen. Andererseits dürfte das Räuberhandwerk kaum noch sehr lohnend sein, da die wenigen Fuhrwerke, die die Chausseen befahren, wertvolle Sachen nur selten mit sich führen dürften. Noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hausten in waldreichen Gegenden große Räuberbanden, die die Landleute und auch städtischen Kaufleute, wenn sie ihre Wareneinkäufe von der Leipziger Messe und Jahrmärkten in ihre Heimat transportierten, . . . weiter lesen

Das Dynamit-Attentat gegen den Polizeioberst Krause

In der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1895 traf auf dem Berliner Paketpostamt in der Oranienburger Straße eine 25 Pfund schwere Kiste aus Fürstenwalde ein, die an »Herrn Oberst Krause, Berlin NO, Alexanderplatz 2« adressiert war. Auf der Paketadresse war als Absender »C. Becker, Fürstenwalde« angegeben. Die Kiste war am Sonnabend, den 29. Juni 1895, abends zwischen 7 und 8 Uhr, auf dem Postamt zu Fürstenwalde als unfrankiertes Postpaket aufgegeben worden; sie war in braunes Packpapier eingehüllt. Das nachts 11 Uhr von Fürstenwalde abgegangene Paket war 12 1/2 Uhr nachts auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin angekommen und gegen 2 Uhr nachts auf dem Paketpostamt in der Oranienburger Straße eingegangen. Der Posthilfsbote Borck bemerkte dort, . . . weiter lesen