Calloways Code

Der New Yorker Enterprise schickte H.B. Calloway als Sonderkorrespondenten in den russisch-japanischen Krieg.

Zwei Monate lang hing Calloway in Yokohama und in Tokio herum und würfelte um Rikscha-Cocktails – oh nein, das ist nichts zum Fahren. Jedenfalls tat er nichts für das Gehalt, das ihm seine Zeitung zahlte. Aber das war nicht seine Schuld. Die kleinen gelben Männer, die die Fäden des Schicksals in den Fingern hielten, waren nicht bereit, den Lesern des Enterprise ihren Frühstücksschinken mit den Schlachten der Himmelssöhne zu würzen.

Doch bald zog der Tross der Korrespondenten, die mit der Ersten Armee vorrückten, die Feldstecherriemen fester und folgte Kuroki zum Yalu. Mit dabei war auch Calloway.

Dies ist nun nicht die Geschichte der Schlacht am Yalu. Die ist schon mit allen Einzelheiten von den Korrespondenten erzählt worden, die auf den Pulverdampf aus einer Entfernung von drei Meilen geblickt hatten. Aber gerechterweise muß gesagt werden, dass der japanische Oberbefehlshaber ihnen untersagt hatte, näher heran zu gehen.

Calloways Heldentat war schon vor der Schlacht vollbracht. Was er tat, war, dem Enterprise zum größten Scoop dieses Krieges zu verhelfen.

Diese Zeitung veröffentlichte exklusiv und in allen Einzelheiten den Bericht über den Angriff auf die Linien des russischen Generals am selben Tag, als er stattfand. Zwei Tage lang vermeldete kein anderes Blatt auch nur ein Wort darüber, abgesehen von einer Londoner Zeitung, deren Bericht vollkommen unzutreffend und falsch war.

Calloway schaffte dies trotz der Tatsache, dass General Kuroki seine Bewegungen und Pläne in das vollkommenste Dunkel hüllte, soweit es alle außerhalb seines Hauptquartiers betraf. Den Korrespondenten war untersagt, jedwede Meldung über seine Pläne abzusetzen, und jedes Telegramm wurde der strengsten Zensur unterworfen.

Der Korrespondent der Londoner Zeitung reichte ein Telegramm ein, das die Pläne von Kuroki beschrieb; da es aber von vorne bis hinten falsch war, grinste der Zensor nur und ließ es passieren.

So lagen die Dinge – Kuroki auf der einen Seite des Yalu mit 42.000 Mann Infanterie, 5000 Kavalleristen und 124 Kanonen. Auf der anderen Seite, erwartete ihn Zassulitsch lediglich mit 23.000 Mann, mit denen er einen langen Flußabschnitt zu verteidigen hatte. Irgendwie hatte Calloway Wind von einer wichtigen Information aus dem Generalsstab bekommen, von der er wusste, dass sich die Redaktion der Enterprise um ihren telegrafischen Bericht versammeln würde wie die Fliegen um einen Limonadenstand an der Park Row. Wenn er die Nachricht nur irgendwie am Zensor vorbeimogeln konnte – dem neuen Zensor, der gerade angekommen und seinen Posten an diesem Tag übernommen hatte!

Calloway tat das offensichtlich Richtige. Er zündete sich eine Pfeife an, setzte sich auf eine Lafette und dachte darüber nach. Und hier müssen wir ihn verlassen, denn der Rest der Geschichte handelt von Vesey, einem Reporter, der für sechzehn Dollar die Woche beim Enterprise arbeitete.

Um vier Uhr nachmittags wurde Calloways Telegramm dem Chefredakteur übergeben. Es las es dreimal; dann holte er einen Taschenspiegel aus der Schreibtischschublade hervor und studierte es spiegelverkehrt. Schließlich ging er zum Tisch von Boyd, seinem Assistenten hinüber (normalerweise rief er ihn zu sich, wenn er ihn brauchte), und legte ihm das Telegramm vor.

»Das kommt von Calloway,« sagte er. »Sehen Sie mal zu, ob Sie daraus schlau werden.«

Die Nachricht kam aus Wi-ju und lautete:

»Ausgemacht getroffen rasch Geisterstunde geht geheim Gerücht mein schwarz schweigend unglückliches Richmond bestehend groß heiß roh auserwählt umstritten furchtbare Burschen der Engel unbestreitbar.«

Boyd las sie zweimal durch.

»Entweder verschlüsselt oder ein Sonnenstich,« sagte er.

»Haben Sie schon mal was von einem Code hier im Büro gehört – einem Geheimcode?« fragte der Chefredakteur, der erst seit zwei Jahren im Amt war. Chefredakteure kommen und gehen.

»Nein, abgesehen von dem Kauderwelsch in den Hausfrauenbeilagen,« sagte Boyd. »Könnte es nicht so eine Art Akrostichon sein?«

»Daran hab ich auch schon gedacht,« sagte der Chefredakteur. »Aber bei den Anfangsbuchstaben gibt es nur sechs Vokale. Es muss also irgendeine Art Code sein.«

»Probieren wir sie mal in Gruppen aus,« schlug Boyd vor. »Mal sehn – ‚Ausgemacht getroffen rasch Geisterstunde‘ – nee, das sagt mir gar nichts. ‚geheim Gerücht mein‘ – muss so eine Art unterirdisches Kabel sein. ’schwarz schweigend unglückliches Richmond‘ – es gibt keinen Grund, warum er auf dieser Stadt so herumprügeln sollte. ‚bestehend groß heiß roh‘ – Nein, das ergibt keinen Sinn. Ich werde Scott rufen.«

Der Lokalredakteur eilte herbei und versuchte sein Glück. Ein Lokalredakteur muss von allem ein wenig verstehen; und Scott verstand ein bisschen etwas von Verschlüsselung.

»Vielleicht ist es eine sogenannte Verschlüsselung mit umgekehrtem Alphabet,« sagte er. »Ich werd’s mal ausprobieren. ‚R‘ scheint der häufigste Buchstabe zu sein, abgesehen von ‚m‘. Wenn also ‚r‘ ‚e‘ bedeutet, den am häufigsten vorkommenden Vokal, dann vertauschen wir die Buchstaben – so.«

Scott arbeitete zwei Minuten lang mit seinem Bleistift und präsentierte dann das erste Wort nach seiner Lesart – das Wort ‚Scejtzez.‘

»Großartig!« rief Boyd. »Eine Scharade. Das erste Wort ist sicher ein russischer General. Mach weiter, Scott.«

»Nein, es funktioniert nicht,« stellte der Lokalredakteur fest. »Es ist zweifellos ein Code. Es ist unmöglich, es ohne Schlüssel zu entziffern. Ist hier im Büro jemals ein Code benutzt worden?«

»Das hab ich mich auch schon gefragt,« sagte der Chefredakteur. »Holen Sie alle zusammen, die etwas darüber wissen könnten. Wir müssen es irgendwie rauskriegen. Calloway hat irgendwie eine große Story aufgetan, und der Zensor hat die Schrauben angezogen, sonst würde er nicht ein solches Chop Suey gekabelt haben.«

Die Redaktion des Enterprise wurde nach Mitgliedern durchkämmt, die möglicherweise etwas über einen Code, aktuell oder in der Vergangenheit, aufgrund eigenen Wissens, von Informationen, angeborener Intelligenz oder der Länge ihrer Redaktionszugehörigkeit wissen konnten. Sie versammelten sich um den Chefredakteur in der Lokalredaktion. Niemand hatte etwas von einem Code gehört. Alle fingen sie an, dem ermittelnden Chef zu erklären, dass Zeitungen niemals einen Code benutzten, jedenfalls keinen Chiffriercode. Natürlich waren die Meldungen von Associated Press so eine Art von Code – eher eine Abkürzung – aber …

Aber das alles wusste der Chefredakteur schon, und er sagte es ihnen. Er erkundigte sich bei jedem, wie lange er schon für die Zeitung arbeitete. Keiner stand länger als sechs Jahre auf der Gehaltsliste des Enterprise. Nur Calloway war schon zwölf Jahre bei der Zeitung.

»Dann wollen wir’s mal mit Heffelbauer versuchen,« sagte der Chefredakteur. »Er war schon hier, als die Park Row noch ein Kartoffelacker war.«

Heffelbauer war eine Institution. Er war halb Hausmeister, halb Mädchen für alles in der Redaktion und halb Wachmann. Gerufen, erschien er sofort und ließ keinen Zweifel an seiner Nationalität.

»Heffelbauer,« fragte der Chefredakteur, »haben Sie schon jemals etwas von einem Code gehört, der hier in der Redaktion vor langer Zeit benutzt worden ist – ein geheimer Code? Sie wissen doch, was ein Code ist?«

»Ja-ah,« sagte Heffelbauer mit schwerem deutschen Akzent. »Natürlich weiß ich, was ein Code ist. So vor zwölf, dreizehn Jahren hat es einen Code gegeben. Die Reporter in der Lokalredaktion haben ihn gehabt.«

»Ah!« sagte der Chefredakteur. »Wir kommen der Sache schon näher. Wo wurde er aufbewahrt, Heffelbauer? Was wissen Sie darüber?«

»Manchmal haben sie ihn in dem kleinen Zimmer hinter der Bibliothek gehalten,« sagte das Faktotum.

»Können Sie ihn finden?« fragte der Chefredakteur eifrig. »Wissen Sie, wo er ist?«

»Mein Gott,« sagte Heffelbauer. »Wie lange lebt ein Code, was glauben Sie wohl? Die Reporter haben ihn Maskottchen genannt. Aber an dem Tag, als er den Chefredakteur auf die Hörner nahm und -«

»Oh, er spricht von einem Ziegenbock,« sagte Boyd. »Hinaus mit Ihnen, Heffelbauer.« [Der etwas schwerfällige Heffelbauer hatte statt ‚Code‘ ‚goat‘, Englisch für ‚Ziegenbock‘, verstanden].

Nach diesem erneuten Rückschlag scharte sich der geballte Witz und Einfallsreichtum des Enterprise um Calloways Rätsel und zerbrach sich vergeblich den Kopf über seine geheimnisvollen Worte.

Dann kam Vesey herein.

Er war der jüngste Reporter. Er hatte eine Brustweite von 32 Zoll und trug Kragen der Größe vierzehn; aber sein heller karierter Anzug verlieh ihm Ansehen und ließ niemanden im Unklaren über seine Position. Seinen Hut trug er in einer derart gewagten Position, dass die Leute ihm nachschauten, um zu sehen, wie ihn abnahm, da sie überzeugt waren, dass er an einem Haken hängen müsse, der an seinem Hinterkopf angebracht war. Niemals war er ohne einen gewaltigen Knotenstock aus Hartholz mit einem Neusilbergriff zu sehen. Er war der beste Fotografienjäger der Redaktion. Scott meinte, das käme davon, dass niemand dem persönlichen Triumph widerstehen könnte, den es bedeutete, sein Bild Vesey zu übergeben. Vesey schrieb seine eigenen Nachrichtenstories, die ganz großen ausgenommen, die immer an einen Schlussredakteur geschickt wurden. Wenn man noch hinzufügt, dass es unter der Sonne absolut nichts gab, was Vesey in Verlegenheit bringen konnte, ist die flüchtige Skizze seiner Person komplett.

Vesey drängte sich in den Kreis der Betrachter der chiffrierten Nachricht gerade so, wie Heffelbauers ‚Code‘ es getan haben würde, und erkundigte sich, was los war.

Jemand erklärte es ihm mit der halb familiären Herablassung, die alle ihm gegenüber an den Tag legten. Vesey streckte den Arm aus und nahm das Telegramm aus der Hand des Chefredakteurs. Unter dem Schutz einer besonderen Vorsehung tat er immer schockierende Dinge wie dieses und kam doch immer ungeschoren davon.

»Es ist ein Code,« stellte Vesey fest. »Hat jemand den Schlüssel dazu?«

»Die Redaktion hat keinen Code,« sagte Boyd und wollte das Telegramm an sich nehmen. Aber Vesey hielt es fest.

»Dann erwartet der alte Calloway, dass wir es irgendwie lesen können,« sagte er. »Er sitzt anscheinend in der Patsche. Und er hat es so abgefasst, dass der Zensor es geschluckt hat. Es liegt nun ganz bei uns. Mann, ich wünschte, ich wäre auch dorthin geschickt worden. Hey – wir können es uns nicht leisten, dabei zu versagen. ‚Ausgemacht getroffen rasch Geisterstunde‘ – hm.«

Vesey setzte sich auf die Tischecke und fing an leise zu pfeifen und betrachtete stirnrunzelnd das Telegramm.

»Geben Sie es mir bitte zurück,« sagte der Chefredakteur, »Wir müssen weiter daran arbeiten.«

»Ich glaube, ich habe den Dreh gefunden,« sagte Vesey. »Geben Sie mir zehn Minuten.«

Er ging zu seinem Schreibtisch, warf seinen Hut in einen Papierkorb, wölbte seinen Brustkasten wie eine prächtige Eidechse und setzte seinen Bleistift in Betrieb. Der geballte Witz und Einfallsreichtum des Enterprise, stand beisammen, grinste sich an und nickte zu Vesey hinüber. Dann begannen sie, ihre Theorien über die Verschlüsselung auszutauschen.

Vesey brauchte genau fünfzehn Minuten. Dann brachte er dem Chefredakteur einen Zettel, auf dem er den Code-Schlüssel aufgeschrieben hatte.

»Ich hatte sofort so eine Ahnung, als ich es gesehen habe,« sagte Vesey. »Ein Hurra für den guten alten Calloway! Er hat die Japse reingelegt und jede Zeitung der Stadt, die Literatur statt Nachrichten druckt. Schauen Sie mal hier.«

ausgemacht – Sache
getroffen – Vereinbarung
rasch – handeln
Geisterstunde – um Mitternacht
geht – ohne zu sagen
geheim – Bericht
Gerücht – zufolge
mein – Feind
schwarz – Pferd
schweigend – Mehrheit
unglücklich – Fußgänger
Richmond – im Felde
bestehende – Verhältnisse
groß – Weißer Weg
heiß – umkämpft
roh – Gewalt
auserwählt – einige
umstritten – Frage
furchtbar – Times
Burschen – Beschreibung
der – Korrespondent
Engel – unwissend
unbestreitbar – Tatsache

Mr. Versey erläuterte zum Schluss, dass das logische journalistische Komplementärwort zu ‚unglücklich‘ früher einmal das Wort ‚Opfer‘ gewesen war. Aber seit Automobile in Mode gekommen waren, war das korrekte folgende Wort ‚Fußgänger‘. Natürlich bedeutete das in Calloways Code Infanterie.

»Es ist einfaches Zeitungsenglisch,« erklärte Vesey. »Ich berichte nun für den Enterprise lange genug, um es in- und auswendig zu kennen. Der alte Calloway gibt uns das Schlüsselwort und wir nehmen das nächste Wort, das natürlicherweise folgt, wenn wir es in der Zeitung gebrauchen. Lesen Sie sich’s durch und Sie werden sehen, wie treffend sie an ihren Platz passen. Das ist jetzt die Nachricht, die er uns zukommen lassen wollte.«

Vesey reichte das Blatt Papier herum.

Beschlossenes Vorgehen ist, ohne weiteres um Mitternacht lozuschlagen. Berichten zufolge sollen große Kavallerieverbände und eine erdrückende Streimacht von Infanterie in die Schlacht geworfen werden. Schwere Schneefälle. Nur schwache gegnerische Käfte. Times-Bericht zweifelhaft. Ihr Korrespondent hat keine Ahnung von den Fakten.

»Tolle Sache!« jubelte Boyd. »Kuroki geht heute Nacht über den Yalu und greift an. Oh, wir werden’s den Blättern zeigen, die sich mit Addisons Ergüssen, Grundstücksschiebungen und Bowlingergebnissen abgeben!«

»Mr. Vesey,« sagte der Chefredakteur in seiner fröhlichen das-sollten-Sie-als-einen-Gefallen-betrachten Art, »Sie haben sich gerade sehr abfällig ausgelassen über das literarische Niveau der Zeitung, die Sie beschäftigt. Andererseits haben sie aber auch ganz wesentlich dazu beigetragen, damit wir mit der Story des Jahres herauskommen können. In ein oder zwei Tagen werde ich Sie wissen lassen, ob Sie gefeuert sind oder mit höherem Gehalt weiterbeschäftigt werden. Jemand soll Ames zu mir schicken.«

Ames war die Edelfeder, die weiße Margerite, die sternenhelle Krone der Schlussredaktion. Er erblickte einen Mordversuch in jeder Kolik, die durch den Genuß unreifer Äpfel hervorgerufen worden war, Wirbelstürme in lauen Sommerlüftchen, vermisste Kinder in jedem Kreisel treibenden Straßenjungen und einen Aufstand der unterdrückten Massen in jeder verfaulten Kartoffel, die auf ein vorbeifahrendes Auto geschleudert wurde. Wenn er nicht gerade Artikel überarbeitete, pflegte Ames auf der Veranda seiner Villa in Brooklyn zu sitzen und mit seinem zehnjährigen Sohn Dame zu spielen.

Ames und der ‚Kriegsredakteur‘ schlossen sich in einem Zimmer ein. Dort gab es eine Landkarte, in der eine Menge kleine Nadeln steckte, die Armeen und Divisionen repräsentierten. Ihre Finger hatten tagelang daran herumgefummelt, um die Nadeln entlang der gebogenen Linie des Yalu zu stecken. So machten sie es auch jetzt wieder. Und mit flammenden Worten machte Ames aus Calloways kurzer Nachricht ein Meisterwerk für die Tielseite, von dem alle Welt sprechen sollte. Er erzählte von Geheimkonferenzen der japanischen Offiziere, gab Kurokis zündende Ansprachen in voller Länge wieder, zählte Kavallerie und Infanterie bis auf den letzten Mann und das letzte Pferd, beschrieb die schnelle und heimliche Errichtung der Brücke bei Suikauchen, über die die Legionen des Tenno auf den überraschten Zassulitsch geworfen wurden, dessen Truppen weit auseinander gezogen am Fluss standen. Und dann die Schlacht! – Gut, Sie wissen, was Ames aus einer Schlacht machen kann, wenn Sie ihm nur den Geruch von Pulverrauch als Ausgangsbasis geben. Und im selben Artikel, erledigte er mit scheinbar übernatürlichem Wissen auch noch gleich das tiefschürfendste und gewichtigste Blatt Englands wegen des falschen und irreführenden Berichts über die geplanten Bewegungen der ersten japanischen Armee, den es in seiner Ausgabe desselben Tages gedruckt hatte.

Ihnen unterlief nur ein Fehler, aber das war die Schuld des Telegrafisten in Wi-ju. Calloway wies darauf hin, als er wieder zurück war. Das Wort ‚groß‘ in seinem Code hätte ‚Lehre‘ lauten sollen und seine entsprechende Worte ‚der Schlacht‘. Aber nach Ames wurde es zu ‚weiße Verhältnisse‘, was er für ihn natürlich Schnee bedeutete. Seine Beschreibung der japanischen Armee, die sich durch einen Schneesturm kämpfte, geblendet von wirbelnden Schneeflocken, war ergreifend lebendig. Die Zeichner produzierten einige effektvolle Illustrationen, die einschlugen als Bilder von der Artillerie, die ihre Kanonen durch Schneeverwehungen schleppte. Aber da der Angriff am ersten Mai stattfand, erregte der ‚viele Schnee‘ einige Heiterkeit. Doch das machte dem Enterprise nichts aus.

Es war phantastisch. Und Calloway war phantastisch, wie er den Zensor glauben gemacht hatte, dass sein Jargon nicht mehr bedeutete als ein Gejammer über den Mangel an Nachrichten und das Betteln um mehr Spesen. Und Vesey war phantastisch. Und am phantastischsten waren die Worte und wie sie sich miteinander befreundeten, sobald sie richtig angeordnet wurden, bis nicht einmal mehr Nachrufe sie trennen konnten.

Am übernächsten Tag, machte der Lokalredakteur Halt an Veseys Schreibtisch, an dem der Reporter gerade die Story über einen Mann schrieb, der sich ein Bein gebrochen hatte, als er in ein Kohlenloch gefallen war – Ames war es nicht gelungen, ein Mordmotiv darin zu finden.

»Der Alte sagt, Ihr Gehalt wird auf zwanzig pro Woche erhöht,« sagte Scott.

»Schön,« sagte Vesey. »Jedes Bisschen hilft. Sagen Sie – Mr. Scott, wie würden Sie es formulieren – ‚Wir können feststellen ohne einen erfolgreichen Widerspruch befürchten zu müssen,‘ oder ‚Im Ganzen kann sicher festgestellt werden‘?«

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