Der Mörder des Kaufmanns Max Kreiß

Seit den Verhandlungen gegen Dickhoff hat kein Mordprozeß in unserer Hauptstadt eine so allgemeine und tiefe Erregung hervorgerufen und einen so stürmischen Andrang zum Schwurgerichtssaal veranlaßt wie der in den Tagen vom 20. bis 25. Mai 1887 unter Leitung des Landgerichtsdirektors Krause vor dem Geschworenengericht des Landgerichts Berlin I verhandelte gegen den Buchhalter Hermann Günzel, der angeklagt war, am 9. April 1887, Ostersonnabend, in vorgerückter Abendstunde, wahrscheinlich kurz vor oder nach 10 Uhr, den Kaufmann Max Kreiß in dessen in der Adalbertstraße 60/61 gelegenen Wohnung ermordet und beraubt zu haben. Mordprozesse sind für Berlin leider ebensowenig etwas Außerordentliches wie für die andern großen Hauptstädte. . . . weiter lesen

Die Ermordung des Advokaten Bernays

Am 21. März 1883 hat durch die Entscheidung des höchsten belgischen Gerichtshofes einer der merkwürdigsten Prozesse, die je verhandelt worden sind, seinen Abschluß gefunden. Es ist der Antrag der Brüder Armand und Leon Peltzer auf Vernichtung des schwurgerichtlichen Erkenntnisses vom 22. Dezember 1882, das die beiden wegen Ermordung des Advokaten Wilhelm Bernays zum Tode verurteilt hatte, zurückgewiesen worden. Die Todesstrafe, die in Belgien nicht mehr vollstreckt wird, ist in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt worden. Dieser Prozeß hat schon wegen der gesellschaftlichen Stellung der daran Hauptbeteiligten weit über die belgischen Grenzen hinaus die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch die deutschen Blätter haben zum Teil sehr . . . weiter lesen

Der Prozeß Graef

In neun überlangen Sitzungen, vom Montag, 28. September, bis Mittwoch, 7. Oktober 1885, ist vor den Berliner Geschworenen ein Prozeß verhandelt worden, der zu den denkwürdigsten und aufregendsten unserer Tage gerechnet werden darf. Vier Angeklagte haben unter der schweren Beschuldigung entehrender und widerwärtiger Verbrechen – des Meineids, der Anstiftung zum Meineid, der Vornahme unzüchtiger Handlungen und der schweren Kuppelei – auf der Anklagebank gesessen. Als Hauptbeschuldigter ein bisher nicht bloß unbescholtener, sondern sogar in der Achtung und Verehrung seiner Mitbürger hochstehender Mann, der den besten gesellschaftlichen Kreisen angehört, durch Verwandtschaft mit einigen der ersten Familien Berlins eng verknüpft ist und durch die Schöpfungen seiner Kunst Ehren aller . . . weiter lesen

Der Mörder der Frau Marie Ziethen

Herr Ernst Barre, Landgerichtsdirektor in Trier, hat über den vielbesprochenen Prozeß Ziethen in Elberfeld in den »Preußischen Jahrbüchern«, 68. Band, 5. Heft, eine sehr eingehende und von ihm selbst als aktenmäßig bezeichnete Darstellung veröffentlicht, die den Nachweis zu führen bestimmt ist, daß die Elberfelder Geschworenen den des Gattenmordes beschuldigten Albert Ziethen mit Recht verurteilt haben. Am Schlusse seines Aufsatzes wendet sich Herr Barre gegen meine früheren im »Berliner Tageblatt« und in »Nord und Süd« veröffentlichten Ausführungen, die zu dem entgegengesetzten Schluß gelangen. Diese Veröffentlichung gibt mir Veranlassung, ein drittes Mal den denkwürdigen Kriminalfall, . . . weiter lesen