Ich reise mit Jelena

Wir saßen in einer kleinen, gemütlichen Gesellschaft, und ich erwähnte, daß ich demnächst eine Reise nach der Krim unternehmen wollte. Jelena Nikolajewna, eine entzückende, junge Witwe mit grauen Augen und blondem Haar schaute mich vielversprechend an und sagte: »Sie auch? Wann reisen Sie denn?« »Gegen Ende dieser Woche!« erwiderte ich. »Mein Gott!« rief Jelena. »Ich auch! Ach, wissen Sie, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Fahren wir zusammen! Sie begreifen, daß allein zu reisen für eine Frau etwas Furchtbares ist. Wollen Sie mich begleiten?« Ich schaute mir Jelena noch einmal an. dann sagte ich höflich: »Gnädige Frau, es wird mir ein Vergnügen sein.« Mein Freund Perepletow sprang vom Sessel auf, blickte mich mit Bedauern an und machte mir ein Zeichen. . . . weiter lesen

Der Agent

Michael saß am Schreibtisch und arbeitete. Plötzlich hörte er auf der Stiege ein Gepolter, als ob jemand von der Treppe herunterfallen würde. Er sprang auf, ging zur Tür und öffnete sie. Da taumelte schon ein Mann ins Zimmer . . . »Entschuldigen Sie«, sagte der Eindringling. »Ich hatte nicht die Absicht . . .« »Aber kommen Sie doch herein!« rief der Hausherr und bemerkte besorgt: »Mein Gott, wie sehen Sie denn aus? Haben Sie sich verletzt?« Der Fremde wischte sich mit der einen Hand den Rock und die Hose ab, fuhr dann mit der anderen über den Rücken, räusperte sich und sprach: »Nicht der Rede wert – wirklich nicht der Rede wert – aber ich störe Sie vielleicht . . .« »Machen Sie sich keine Gedanken darüber«, bemerkte Michael. »Haben Sie sich weh getan? Was ist . . . weiter lesen