2. Bin ich entlassen?

An diesem Sommertag Anfang Juli saß ich in meinem Büro, hatte die Beine hochgelegt und schwitzte mir (trotz Klimaanlage) ganz gewaltig einen ab. Gerade war ich mit dem neuesten Playboy durch, als Meyer-Pödel der Chefprogrammierer der Buchhaltung herein kam und mir einen dicken Packen Computerausdrucke auf den Tisch knallte. «Maddox Color macht Ärger».

Ich musterte ihn schläfrig über meine Schuhspitzen hinweg. Es ist eine alte Gewohnheit von mir, ihn zu mustern, jedes mal wenn er mir pfundweise seine Computerweisheiten anschleppt. Ich kann mich gar nicht satt sehen an seinem Anblick: leptosom, milchgesichtig, unnatürlich hohe Stirn, große Brille — einer von diesen Eierköpfen, die bei einem Telefongespräch nebenher kurz mal eine Mondrakete mit allem Drum und Dran konstruieren, aber ansonsten zu dämlich sind, ein Loch in den Schnee zu pinkeln. Meiner Meinung nach, sind sie die gefährlichsten Leute überhaupt, wandelnde Zeitbomben, die man unter keinen Umständen sich selbst überlassen darf. Wenn man die nicht laufend mit vertrackten Problemen füttert, jagen sie womöglich an einem müßigen Nachmittag die halbe Welt in die Luft, nur aus rein wissenschaftlichem Interesse. Zu viele James-Bond-Filme gesehen? Sie kennen Meyer-Pödel nicht! Erst neulich hat der Werkschutz in seinem Papierkorb die Konstruktionsskizze einer Atombombe gefunden.

Ich hoffe nur, dass ich nie gezwungen sein werde, auch seinen Arbeitsplatz wegzurationalisieren. Es wäre mir nicht wohl bei dem Gedanken, ständig nach unauffällig deponierten Wasserstoffbomben in meiner Umgebung Ausschau halten zu müssen. Komischerweise haben alle in unserer netten kleinen Firma vor mir viel mehr Angst als vor ihm — natürlich außer der Chefetage, da haben sie nur Angst vor Cleveland.

Er grinste mich an. «Sieht so aus, als ob Sie da ein hübsches kleines Problem hätten. Maddox Color hat nämlich in den letzten drei Monaten nicht nur kein Geld verdient, sondern sogar sechs Millionen Miese gemacht».

Ich zündete mir eine Havanna an, blies den Rauch mitten in sein dämliches Grinsen und informierte ihn abschließend: «Ich habe nie Probleme».

Dann zog ich mir die Papiere heran und vertiefte mich in das beigefügte Dossier über Maddox Color. Da stand zuerst mal, dass Maddox Color Farben und Lacke herstellte. — interessant. In den vergangenen Quartalen stagnierender Gewinn und dann im letzten der jähe Absturz. War wohl jemand mit der Firmenkasse durchgebrannt. Fidele Zustände. Das sah verdammt nach Arbeit aus.

Meyer-Pödel hatte sich bereits diskret entfernt, als ich mit meiner Schnelldurchsicht fertig war.

Ich schwang die Beine auf den Boden und begab mich ein Stockwerk höher zu Shoemaker.

Al Shoemaker — kurz A.S., auch Ass genannt — ist der Oberindianer in der Firma, ein altgedienter Maddox-Mann mit grauem Borstenschädel, Rotweinbäckchen und ewig schlechter Laune. Vor fünfzehn Jahren hatten sie ihn von Cleveland über den großen Teich geschickt, obwohl er Europa hasste. Es sei gut für die Karriere, hatten sie ihm gesagt. Und das war so ziemlich das Letzte, was er von seiner Karriere gehört hatte. Langsam war ihm aufgegangen, dass sie ihn entweder ganz gewaltig verschaukelt oder einfach nur vergessen hatten, was bei diesen Brüdern aufs selbe hinausläuft. Das war der Grund für seine Stinklaune und dafür, dass ihn noch nie jemand auch nur lächeln hatte sehen, und für sein Deutsch, das so lausig war wie das einer tibetanischen Bergziege.

Er teilte mir mit, dass er den Boss von Maddox-Color, einen gewissen Burger, schon persönlich zum Teufel gejagt hätte, ohne einen einzigen Euro Abfindung. Und Burger hatte sich das anscheinend widerspruchslos gefallen lassen, was eine Menge über den Zustand seines Gewissens sagte. Dann händigte mir Shoemaker noch alle erforderlichen schriftlichen Vollmachten für meinen Feuerwehreinsatz aus, und nach drei Minuten war ich wieder draußen. Länger dauern Besprechungen bei ihm nie.

Zu Hause packte ich das Nötigste für ein paar Wochen zusammen. Dann warf ich mich in meinen 500 SE mit AMG-Maschine, hängte mich auf die Autobahn, und ab ging’s nach Norden zu den Fischköppen.

Die 450 Kilometer bis kurz hinter Bremen schaffte ich mit dem Dauereinsatz von Lichthupe und vielen obszönen Gesten in passablen drei Stunden. Fliegen wäre mit allem Drum und Dran auch nicht schneller gewesen. Außerdem kann ich Flugzeuge nicht ausstehen.

Borstelkamp war ein 10000-Seelen-Kaff, und Maddox-Color lag im Industriegebiet gleich hinter den Deichen.

Ich fuhr nicht direkt ins Werk, sondern drehte erst mal eine Runde durchs Städtchen und sah mich um. Der Gegend ging es wirtschaftlich nicht besonders. Es gab zwei stillgelegte Werften, eine heruntergekommene Fischfabrik und ansonsten nur kleine Klitschen, die sich mit Ach und Krach über Wasser hielten. Maddox Color war mit Abstand der größte Laden am Ort. Das notierte ich mir im Hinterkopf für den Fall, dass ich irgendwann mal das Arbeitsplatzargument oder die Gewerbesteuer ins Spiel bringen musste.

Und dann nahm ich mir das Sorgenkind vor.

Den ersten Ärger gab es gleich am Haupttor. Der Pförtner, leicht derangiert, beugte sich durchs Beifahrerfenster, füllte das Wageninnere mit seiner Schnapsfahne und schnauzte mich an: «Hier könnse nich rein!»

«Wieso nich?»

Und ohne Kopf zurückzuziehen, zeigte er über die Motorhaube und röhrte: «Besucher parken da hinten!»

Er meinte den großen freien Platz auf der anderen Straßenseite, auf dem die Vehikel der Arbeiter und Angestellten in der Julisonne brieten.

Ich wandte den Kopf wieder zum Beifahrerfenster. «Und wenn ich gar kein Besucher bin, sondern zur Firma gehöre?»

«Wüsst ich aber was von!» trompetete er. «Ich mach diesen Job jetzt 18 Jahre, ich kenn hier jeden.»

Na sieh mal einer an, schon 18 Jahre mit dabei und immer noch dreist und ungehobelt wie am ersten Tag. Man sollte es nicht glauben. Kein Wunder, dass dieser Laden Miese machte wie verrückt.

Ich starrte im ins Gesicht. «Kennen Sie vielleicht auch alle aus der Hauptverwaltung?»

«Hä?!»

Der Kerl stellte sich an wie einer, dessen Herzenswunsch es ist, so schnell wie möglich gefeuert zu werden.

Wortlos hielt ich ihm meine Generalvollmacht unter die rote Kartoffelnase. Er glotzte das Papier an. Und als er die unverwechselbare, großkotzige Unterschrift von Al Shoemaker sah, begriff sein Spatzenhirn langsam.

«Na, ist das der richtige Schlüssel?» lächelte ich boshaft.

«Warum hamse das denn nich gleich gesagt?» maulte er und zog sich zurück und öffnete die Schranke.

Mit durchdrehenden Rädern fuhr ich hinein und jagte einen Trupp Blaumänner auseinander, der schlendernd von irgendeiner Pause kam.

Die Verwaltung war ein spiegelverglaster Würfel mit zehn Stockwerken. Ich parkte im absoluten Halteverbot unter dem Vordach vor dem Haupteingang.

Mit weit ausgebreiteten Armen kam mir ein kleiner feister Mann entgegengeströmt und rief: «Ach, Herr Lünch, wir haben Sie schon erwartet!»

Erwartet? Mich? Am Arsch! Zu allen Göttern hatten sie gebetet, dass der Kelch an ihnen vorübergehen und ich einen schweren Unfall haben und nie ankommen möge, oder so was in der Art.

Ich blickte streng auf ihn hinunter, starrte ihn in Grund und Boden. Und er wurde rot und verlegen und stammelte: «Ähm, mein Name ist Bollmann, ich leite die Personalabteilung.»

«Sind Sie sicher?»

«Äh — wie?»

«Dass Sie die Personalabteilung leiten, ich meine, wirklich leiten. Das heißt doch wohl: einstellen, beobachten und gegebenenfalls feuern. Oder etwa nicht?»

Verständnislos blinzelte er mich an. Ich sah mich genötigt, deutlicher zu werden. «Wie kann es dann sein, dass der Knilch da vorne am Haupttor immer noch die Schranke rauf und runter dreht, obwohl er schon seit mindestens siebzehn Jahren gefeuert sein müsste».

«Ich verstehe nicht».

«Wollen Sie da vorne irgendwelche feindlichen Heere abschrecken, oder was?»

«Ähm, nein, –».

«Na also. Das wäre aber so ziemlich das einzige, wozu dieser Bursche mit seiner Verbrechervisage und seinen ungehobelten Manieren zu gebrauchen ist. Als Visitenkarte für die Firma ist er jedenfalls eine krasse Fehlbesetzung.»

«Aber eine Kündigung ist nicht so einfach, er ist schon seit vielen Jahren bei uns, der Kündigungsschutz. . .»

«Bei einem triftigen Kündigungsgrund gibt es keinen Kündigungsschutz,» belehrte ich ihn barsch. «Kündigen Sie ihm wegen Geschäftsschädigung.»

Der kleine feiste Mann sah mich zweifelnd an und auf seiner Stirn glitzerten Schweißperlen — nun, wir hatten ja auch wirklich einen furchtbar heißen Tag. Von so einem Kündigungsgrund hatte er offenbar noch nie Gebrauch gemacht, sehr wahrscheinlich sogar noch nie etwas gehört. Ich knurrte gönnerhaft: «Wenn Ihnen das zu hoch ist, können Sie ihn auch wegen Alkoholismus rausschmeißen».

«Er trinkt? — Woher wissen Sie das?»

«Von meiner Nase».

«Wie?»

Die Leute hier oben schienen mir alle ein bisschen schwer von Kapee zu sein. Ich fragte mich, ob das nur an der Hitze lag oder ganz generell an der Gegend. «Man kann es riechen! Der Kerl stinkt wie eine Schnapsdestille!» brüllte ich. «Und das mitten am Tag. Finden Sie das normal?»

«Ähm, nein,» stotterte er. «Ist mir nur noch nicht aufgefallen».

Noch nicht aufgefallen?! Eine Schnapsdrossel, an der man seit Jahren vorbeikommt? Jeden Tag? Als Personalchef? Nur die Ruhe, Bodo. Bloß nicht aufregen. Nicht schon jetzt. Ganz kalt sagte ich: «Dann ist ja alles klar».

«Es wird allerdings schwierig sein, einen Ersatz zu finden. Der Posten ist nicht sehr gut bezahlt und dann die lange Arbeitszeit.»

«Also hören Sie mal, Sie werden unter den tausend Mann hier im Betrieb wohl noch einen Burschen mit Holzbein finden, der auf zwei Telefone und ’ne Schranke aufpassen kann!»

«Sie meinen, ich soll einen Schwerbehinderten auf die Stelle setzen?»

In irgendeiner Beziehung waren sie hier wohl alle ein bisschen schwerbehindert. Ich erklärte großzügig: «Ich hätte auch nichts gegen einen Zehnkämpfer, wenn er sich benehmen kann und nicht gerade aussieht wie der Glöckner von Nôtre-Dame.»

«Ich werde sehen, was sich machen lässt,» versprach er beflissen und betrachtete die Spitzen seiner geflochtenen Schuhe.

«Heute Nachmittag möchte ich Ihre Vorschläge auf dem Tisch haben. Und morgen ist der Kerl weg.»

«Was denn?» schnappte er. «So schnell schon?»

«Selbstverständlich. Oder wie fristlos ist bei Ihnen eine fristlose Kündigung?»

«Ich dachte mir nur, weil er schon länger bei uns ist . . .»

«Das ist es ja gerade, verdammt!» explodierte ich. «Der Kerl verunziert das Erscheinungsbild der Firma schon viel zu lange und verdirbt das Geschäft!»

Er bog sich brüsk zurück. «Sie glauben doch wohl nicht etwa, dass es einen Zusammenhang mit den letzten Quartalszahlen gibt?»

«Ich glaube, dass der Bursche ein Schwachpunkt ist und dass der Laden hier viel zu viele Schwachpunkte hat.» Sollte ich ihm sagen, dass er selbst höchstwahrscheinlich einer der größten Schwachpunkte war und eine der nächsten Entlassungen ganz bestimmt seine eigene sein würde?

Er witterte die Gefahr und beeilte sich, mir zuzusichern, dass er die Angelegenheit ganz in meinem Sinne erledigen würde.

Ich rammte mir eine Havanna ins Gesicht und erklärte ihm ungerührt, dass ich das für seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit hielte. Dann blickte ich ihn mit zusammengekniffenen Augen an und meinte: »Bisschen heiß hier draußen, finden Sie nicht auch?»

«Möchten Sie vielleicht mit den Herren von der Geschäftsleitung sprechen? Sie warten oben im Konferenzsaal.»

«’türlich, oder dachten Sie, ich fahre fünfhundert Kilometer, bloß um einen Pförtner zu feuern?»

Wir gingen hinein. Er eilte voraus, um einen Aufzug herunterzuholen. Die Eingangshalle war viel zu groß und viel zu verchromt und viel zu teuer. Ich fragte mich, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Geldverschwendung und Unfähigkeit.

Eine verdächtig blonde Blondine hinter dem sich fast ins Endlose schwingenden Empfangstresen hatte die ganze kalte Pracht für sich allein und langweilte sich ausgiebig und schloss gerade ohne besondere Eile ein herzhaftes Gähnen ab.

Ich hätte schreien mögen. Hier war anscheinend jeder darauf versessen, mir massenhaft Entlassungsgründe zu liefern.

Jeder kann doch mal gähnen, meinen Sie? Grau ist alle Theorie, mein Freund: Ich möchte Sie mal hören, wenn Sie in einen Laden gehen und direkt in ein großes, rundes, schwarzes Loch reinlaufen. Und wegen Gähnens kann man niemanden entlassen? Ich schon! Kommt alles nur auf die Formulierung an.

Im Vorbeigehen streifte ich das Blondchen mit kleinen, grausamen Augen. Mein Blick behagte ihr gar nicht, sie wurde blass, senkte ihre Augendeckel, auf denen jeweils ca. ein halbes Pfund Lidschatten lastete, und konzentrierte sich auf ihre knallroten Fingernägel. Na, schlechtes Gewissen? Oder vielleicht sogar Angst? Nur Geduld, Schätzchen, werden wir alles noch herausfinden — alles.

Bollmann wartete auf mich mit einem Fuß in der Lifttür. Und als wir dann im Aufzug ganz unter uns waren, fragte ich ihn knallhart, ob das hier ein Puff wäre.

Er dachte, ich würde Witze machen und lachte ein bisschen. «Wie kommen Sie denn darauf?»

«Weil die Puppe am Empfang aussieht wie ein Animierflittchen aus einem drittklassigen Bumslokal,» klärte ich ihn auf.

Sein Lachen verebbte zu einem albernen Gackern. «Ähä, finden Sie?»

Ich starrte ihn an. «Sie nicht?»

«Auch entlassen?» fragte er bange. Anscheinend hatte er einen Riesenbammel vor Entlassungen.

«Keine schlechte Idee,» lächelte ich. «Kommt nur leider etwas spät.»

Von unguten Ahnungen geplagt blickte er an mir hoch und begann endgültig zu begreifen. Dies war keine von den üblichen harmlosen Betriebsbesichtigungen mit andächtigem Zuhören, Häppchenessen und viel Schulterklopfen zum Schluss, sondern eine knallharte Generalinspektion, bei der gepunktet werden musste. Und bisher waren nur dicke Minuspunkte zusammengekommen. Minuspunkte, die voll auf sein Konto gingen. Er war ein Versager. Und ich hatte ihn an den Eiern und konnte jederzeit zudrücken. Das stimmte ihn nachdenklich. Plötzlich stand alles auf dem Spiel: die Familie, die sich an sein dickes Abteilungsleitergehalt gewöhnt hatte. Der schöne Urlaub jedes Jahr woanders weit weg. Der Tennisklub. Der Zweitwagen. Der Komfortbungalow mit offenem Kamin. Und so weiter und so weiter. Die Sprossen seiner Karriereleiter krachten. Der Abstieg war vorprogrammiert. Wo würde er enden? Auf dem Sozialamt? In der Gosse? Mit einer Kugel im Kopf? Alles möglich. Das Leben kann sehr grausam sein . . .

Er schwitzte mit allem, was sein kleiner fetter Körper hergab. Der Geruch von ranzigem Schweiß füllte die Kabine, und meine Zigarre vermochte nichts dagegen. Bollmann roch nach Angst, nach schierer, nackter Angst.

Wir fuhren ganz hinauf bis in den zehnten Stock. Es wurde die längste Aufzugfahrt seines Lebens. Und als der Lift oben hielt, war nicht mehr viel übrig von ihm. Die Türen glitten auseinander, und ein langer, breiter Gang tat sich vor uns auf. Bollmann rührte sich nicht, stierte nur mit fiebrigen Augen hinaus und leckte sich mechanisch den Schweiß von der Oberlippe. «Bin ich entlassen?»

Eine berechtigte Frage. Aber noch nicht ganz aktuell. Vorläufig brauchte ich ihn noch für die Laufarbeit.

«Glauben Sie, es läge ein Grund dazu vor?» erkundigte ich mich freundlich.

Ein verkrampftes Grinsen zerrte an seinen Mundwinkeln. «Na ja, wir scheinen ziemlich unterschiedliche Auffassungen zu haben…»

Ist das wahr? Ich lächelte ihn an. «Nun, ich denke, dann ist es nur fair, wenn ich Ihnen ein wenig Zeit lasse, Ihre Auffassungen mit den meinen in Übereinstimmung zu bringen.»

Jeder Mann mit Rückgrat hätte begriffen und sich sofort seine Papiere geholt. Aber Bollmann hatte anscheinend kein Rückgrat. Dankbar blickte er zu mir auf und sagte: «Sie geben mir noch eine Chance?»

Chance? Einen Dreck! Was hat es mit einer Chance zu tun, wenn eine Hinrichtung wegen Inventur um ein paar Tage verschoben wird? Und wer gibt Versagern überhaupt schon eine zweite Chance? Ich jedenfalls nicht. «Nennen Sie es, wie Sie wollen,» knurrte ich.

Und Bollmann hielt es tatsächlich für eine Chance und kam wieder in Stimmung und quatschte mich überschwenglich mit lauter Blödsinn voll, während wir den Korridor entlanggingen.

Wenn der Personalchef eine hundertprozentige Niete ist — Preisfrage, was sind dann wohl die Leute, die er eingestellt hat? Langsam begann ich mir ernste Sorgen um die Personalsituation zu machen. Zwar war ich durchaus in der Absicht hierher gekommen, eine Menge Leute zu feuern, aber doch nicht gleich alle.

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